Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Sparkasse bietet moderne Arbeitsausstattung und verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, wie z.B. den Sparkassenfinanzwirt oder ein berufsbegleitendes Studium. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man im Arbeitsalltag viel über den Umgang mit Finanzen und Geld lernt- ein Wissen, das auch im Privatleben von großem Vorteil ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
In meiner Zeit bei der Sparkasse habe ich leider viele negative Erfahrungen gesammelt, die sich durch verschiedene Bereiche zogen. Der Umgang mit Azubis war oft von mangelnder Wertschätzung geprägt; statt echter Förderung wurden viele eher als günstige Arbeitskräfte behandelt und teils systematisch ausgenutzt. Der Kollegenzusammenhalt war schwach, da vor allem ältere Mitarbeiter wenig offen für Neues waren, häufig auf Fehler warteten und hinter dem Rücken gelästert wurde. Auch die Führungskräfte entschieden meist über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg und setzten unrealistische Ziele, wobei Menschlichkeit kaum eine Rolle spielte - wichtig waren vor allem Zahlen und ein sauberes Image nach außen. Trotz des modernen äußeren Erscheinungsbildes war der Arbeitsalltag von Scheinheiligkeit, Papier- und Ressourcenverschwendung geprägt, während Umweltbewusstsein kaum gelebt wurde. Werkstudenten wurden auch während Prüfungsphasen fest eingeplant, obwohl ihre Prioritäten klar auf dem Studium lagen. Aufstiegschancen hingen zudem stark von Beziehungen und Kontakten ab, weniger von Leistung. Insgesamt fehlten echte Fairness, Wertschätzung und eine moderne, gesunde Unternehmenskultur.
Verbesserungsvorschläge
Die Sparkasse sollte dringend an der internen Kommunikation und Transparenz arbeiten, um eine offenere und respektvollere Arbeitsatmosphäre zu fördern. Bitte den Vertrieb mehr in Entscheidungen von „oben“ einbinden, da wir mehr Erfahrungen in solchen Bereichen haben. Es ist wichtig, Wertschätzung für alle Mitarbeiter, besonders Azubis und Werkstudenten, zu zeigen und Mobbing sowie toxische Arbeitskulturen zu unterbinden. Weiterhin sollte der Fokus auf echten Karrieremöglichkeiten statt auf „Vitamin B“ gelegt werden, mit transparenten Aufstiegschancen und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Urlaubsplanung muss flexibler gestaltet werden, um eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen. Zudem sollten echte Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt werden, statt sich nur ein „grünes“ Image zu geben, indem unnötiger Papierverbrauch gestoppt und ressourcenschonender gearbeitet wird.
Arbeitsatmosphäre
Neue Kollegen und Azubis wurden von Anfang an ausgenutzt und eher als Entlastung gesehen, statt fair eingearbeitet zu werden.
Man hatte das Gefühl, dass ständig nach Fehlern gesucht wurde, um einen bloßzustellen, anstatt gemeinsam als Team zu arbeiten.
Image
Die Sparkasse legte viel Wert auf ein modernes, umweltbewusstes und faires Image nach außen - doch intern wurde nie wirklich etwas unternommen, um diese Werte zu leben. Es gab keine wirklichen Konsequenzen oder Kontrollen, und die Behauptungen über Umweltbewusstsein waren oft nur leere Worte. Das Image war ihnen wichtiger als echte Veränderungen.
Work-Life-Balance
Die Urlaubsplanung war eine Katastrophe - man musste den Urlaub teils ein Jahr im Voraus anmelden, und selbst dann wurde oft darum gestritten, wer den Zuschlag bekommt.
Besonders der Sommerurlaub war fast unmöglich zu bekommen, da maximal zwei Personen gleichzeitig fehlen durften und Kollegen teilweise sogar Einträge in der Urlaubsliste manipuliert haben.
Azubis hatten theoretisch Vorrang in den Ferien, aber in manchen Filialen wurde das ignoriert, mit der Begründung: „Wir brauchen dich.“
Wenn jemand krank wurde, wurde man auch in der Freizeit angerufen und zum Einspringen gedrängt, egal ob man eigentlich eingeplant war oder nicht.
Positiv war immerhin, dass es feste Arbeitszeiten gab, meist von 8:30 Uhr bis 16:30/17:00 Uhr.
Allerdings wurde von einem verlangt, regelmäßig Spätschichten bis 20:00 Uhr zu übernehmen, obwohl die Filiale oft schon deutlich früher geschlossen hatte.
Karriere/Weiterbildung
Azubis wurden oft unter Druck gesetzt, was in einem Fall sogar zu einem Team-Auflösen führte, da in dem
Team dort systematisch Azubis gemobbt wurden. Nach den ersten Monaten erkannten viele, dass die hierarchischen Strukturen und das Arbeitsumfeld unvorteilhaft für ihre Entwicklung waren, und verließen die Sparkasse nach der Ausbildung.
Trotzdem bot die Sparkasse Weiterbildungsmöglichkeiten wie Z.B. ddn Sparkassenfinanzwirt und die Option, nebenbei zu studieren. Das Studentenförderprogramm war jedoch unattraktiv, da man sich für fünf Jahre binden musste und das Studienfach vorgegeben wurde.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt orientierte sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, aber für die Arbeit und Verantwortung war es meiner Meinung nach zu wenig- aufgrund der Arbeitsbelastung und dem Stress, der oft von verschiedenen Seiten kam.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wurde großer Wert auf ein umweltbewusstes und verantwortungsvolles Image gelegt - genau so, wie es viele von der Sparkasse erwarten würden.
In der Realität hat es aber niemanden wirklich interessiert. Der äußere Schein war das Einzige, was zählte.
Trotz angeblicher Nachhaltigkeit wurde täglich massenhaft Papier verschwendet - in einer normalen Filiale mit etwa 40 Mitarbeitern wurden pro Tag locker minimum 400 Seiten ausgedruckt, ohne dass jemand hinterfragt hat, ob das nötig ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war kaum vorhanden, da Teams ständig neu zusammengesetzt wurden und viele Kollegen eher auf Fehler gelauert haben, statt zu unterstützen.
Oft wirkte die Freundlichkeit nur gespielt, hinter dem Rücken wurde gelästert und sogar gelogen, nur um sich selbst Vorteile zu verschaffen.
Einmal wurde zum Beispiel behauptet, ich würde mich in einer Abteilung nicht wohlfühlen und wolle zurück in meine alte Filiale, obwohl ich dort krank war und es überhaupt nicht stimmte - einfach nur, damit die Kollegen mich wieder zurückholen konnten, um ihre eigenen Aufgaben auf mich abzuwälzen.
Solche Situationen waren dort leider keine Ausnahme, sondern eher die Regel.
Umgang mit älteren Kollegen
Im Team waren überwiegend ältere Kollegen, die oft nicht offen für Neues waren und in vieler Hinsicht „beratungsresistent“ wirkten.
Leider war auch Diskriminierung ein Thema - rassistische Bemerkungen (auch das N-Wort) fielen sowohl gegenüber Kunden als auch gegenüber Azubis. (ALLTAGSRASSISMUS)!
Ein respektvoller, offener und wertschätzender Umgang wurde in diesem Umfeld nicht gelebt.
Vorgesetztenverhalten
Führungskräfte haben meist über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg entschieden und lebten gefühlt in ihrer eigenen Welt, ohne Interesse an ehrlicher Kommunikation.
Selbst wenn man Probleme angesprochen hat, wurde das ignoriert oder schlichtweg nicht ernst genommen.
Auch das Verhältnis zwischen Führungskraft und Team war meist angespannt und von Misstrauen geprägt.
Unrealistische Ziele wurden ohne Rücksicht auf die Gegebenheiten vor Ort durchgesetzt, Menschlichkeit spielte kaum eine Rolle.
Der Fokus lag allein auf Zahlen und Abschlüssen, selbst wenn das bedeutete, Kunden unnötige Produkte zu „verkaufen“ statt ihnen ehrlich zu helfen.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war modern und die meisten Filialen wurden auch optisch sehr schön umgebaut.
Allerdings gab es zu wenige feste Arbeitsplätze, sodass vor allem Azubis häufig zu zweit oder sogar zu dritt einen Computer und Schreibtisch teilen mussten — was die Arbeit und die Terminplanung deutlich erschwert hat.
Kommunikation
Es wurde zwar sehr viel kommuniziert, aber meiner Meinung nach war es eher eine Form von Überkommunikation.
Ständig fanden Meetings zu denselben Themen statt-wöchentlich, monatlich und im Quartal- ohne dabei wirklich neue oder wichtige Inhalte zu besprechen. Die Zeit hätte sinnvoller investiert werden können.
Gleichberechtigung
Wer in diesem Unternehmen Karriere machen wollte, brauchte vor allem die richtigen Kontakte - Chefpositionen gingen meist an Mitarbeiter, deren Familie schon im Unternehmen arbeitete.
Leistung und Engagement spielten dabei oft eine untergeordnete Rolle, während Kontakte der entscheidende Faktor für Beförderungen war.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren zwar vielseitig, aber liefen schnell in eine eintönige Routine über, da sich dieselben Tätigkeiten immer wiederholten.
Die Arbeitsbelastung war mental fordernd, da man durchgehend konzentriert arbeiten musste, wodurch die Zeit zwar schnell verging, aber man nach Feierabend oft erschöpft war.
Hilfsbereite Kollegen und vor allem Azubis wurden regelmäßig ausgenutzt - wer nicht Nein sagte, bekam immer mehr Arbeit aufgedrückt.
Azubis wurden von wichtigen Lernmöglichkeiten wie Kundengesprächen oft ausgeschlossen und stattdessen mit Routineaufgaben überhäuft, für die eigentlich andere zuständig gewesen wären.