Eine runde Sache mit deutlich Platz nach oben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Aktuell stehen alle Türen offen. Egal ob Bankkaufmann oder Quereinstieg, jeder wird einen geeigneten Platz finden. Was als Personalmangel natürlich belastend ist, sehe ich auch als Chance, Teil einer starken Finanzgruppe zu werden und sich darin schnell weiter zu entwickeln, bzw. schnell Verantwortung zu übernehmen. Nie war eine passendere Zeit dafür als jetzt.
Wer später etwas anderes machen will, wird hier immer alle Möglichkeiten aufgezeigt bekommen und kann so seine eigene Entwicklung aktiv steuern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Neue Mitarbeiter müssen besser eingearbeitet werden, Zugänge zu Programmen etc. müssen funktionieren und fertig sein, wenn der neue Mitarbeiter da steht.
Manche Personalentscheidungen müssen dringend überdacht werden und man muss sich auch trauen diese zu revidieren, wenn sie sich nachweislich als falsch herauststellen.
Manche Azubis stehen wirklich null hinter der Sparkasse und dem Unternehmen, sind deswegen sehr oft krank oder bemühen sich scheinbar nicht um bessere Ergebnisse bei Prüfungen oder in der Berufsschule.
Verbesserungsvorschläge
Trotz Personalmangel sollte man nicht dazu neigen jeden Menschen, den man findet, einzustellen. Das nimmt wirklich viel an Qualität aus der Sparkasse heraus und tut der Stimmung von talentierten Mitarbeitern auch nicht gut. Besonders schade ist, dass Quereinsteiger teilweise mehr verdienen, als die eigenen ausgelernten Azubis.
Arbeitsatmosphäre
Je nach Abteilung gibt es hier deutliche Unterschiede. Wer seine Arbeit gut und gerne macht fühlt sich typischerweise eher wohl. Wer seine Arbeit nur macht um bezahlt zu werden, empfindet es vermutlich als stressig oder unangenehm.
Image
Ich bin stolz bei der Sparkasse zu sein und verkörpere dies auch nach Außen. Schade ist, dass sich die Sparkasse immer wieder, besonders in Social Media rechtfertigen muss für Kostenstrukturen oder Vertriebsentscheidungen. Keine der heiß angepriesenen Onlinebanken spendet 778.159,50 EUR an gemeinnützige Zwecke in der Region Kulmbach-Kronach im Jahr 2025.
Work-Life-Balance
Die Sparkasse versucht im Rahmen des Möglichen, Teilzeit und Gleitzeitangebote umzusetzen. Wer im Vertrieb arbeitet muss aber damit rechen, dann erreichbar zu sein, wenn die Kunden es brauchen. Das ist vorwiegs Abends nach der regulären Arbeitszeit des Kunden. Wochenendarbeit ist für den klassischer Vertriebsmitarbeiter kein Thema (mit Ausnahme von seltenen Messen oder Veranstaltungen). Um so höher man aufsteigt, desto mehr gerät die Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht ("Die Sparkasse ist mein Leben") - Aufstieg ist aber immer eine bewusste entscheidung und somit alles okay.
Gehalt/Benefits
Man verdient mit Sicherheit weniger, als man als Vetriebsmitarbeiter im freien Markt verdienen würde, bekommt dafür aber eine ausgezeichnete betriebliche Altersvorsorge, 13,8 Monatsgehälter und diverse Vergünstigungen bei Versicherungen oder Geschäften in der Umgebung. Das vergessen leider sehr viele.
Gehaltsstrukturen sollten etwas transparenter werden. Es gibt für jede Position zwar eine vorgesehene Entgeltgruppe, aber um diese zu bekommen muss man teilweise länger unterbezahlt auf genau dieser Position arbeiten.
Kollegenzusammenhalt
Es kommt wirklich stark auf die Abteilung oder Geschäftsstelle an. Es gibt Geschäftsstellen im Kronacher Land, die bereits seit vielen Jahren die gleiche "Besatzung" haben und deswegen natürlich unzertrennbar sind. Auch im Kulmbacher Bereich gibt es überall vereinzelt Kollegen, auf die man sich richtig verlassen kann und die immer für einen da sind. Vereinzelt gibt es Mitarbeiter, die an einem Miteinander kein Interesse zeigen und dann hinter dem Rücken das Lästern anfangen - das geht garnicht.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt wirklich gute Führungskräfte, die die Stärken und Schwächen eines Mitarbeiters erkennen. Es gibt Führungskräfte, die sogar ihren eigenen Kopf hin halten, wenn man einen gravierenden Fehler gemacht hat.
Es gibt aber Führungskräfte, bei denen wichtige Softskills für die Position quasi nicht vorhanden sind. Der Mitarbeiter hinterfragt solche Personalentscheidungen natürlich und wundert sich warum diese Vorgesetzen sich so lange halten können.
Arbeitsbedingungen
Es gibt, mit wenigen Ausnahmen, moderne Arbeitsplätze und schöne Arbeitsumgebungen. Beratungsprozesse sind teilweise unnötig aufgebläht, laden ewig oder stürzen ab. Ergonmisch könnte man die Arbeitsplätze definitiv aufwerten, z. B. durch flächendeckende höhenverstellbare Schreibtische oder neue Bürostühle (man muss ein mal im Jahr eine Online-Schulung machen, in der gezeigt wird, wie man seinen Bürostuhl einstellen soll, dabei können das die Meisten nicht mal).
Kommunikation
Es gibt verschiedene geeignete Kommunikationswege für dringliche und weniger relevante Themen. Aber man hat das Gefühl, dass manche Infos verzögert kommen und insgesamt schneller informiert werden könnte. Newsletterbeiträge oder Mails werden teilweise komplett von KI geschrieben und somit unnötig in die Länge gezogen.
Gleichberechtigung
Die Sparkasse Kulmbach-Kronach fördert mMn jeden Mitarbeiter unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe. Aus meiner Sicht wirken Frauen nicht benachteiligt und werden auch nicht schlechter bezahlt. Wiedereinstieg ist aufgrund der Personalsituation problemlos möglich - unter Umständen jedoch in einer anderen Geschäftsstelle oder Abteilung.
Interessante Aufgaben
Die Kundenberatung, das gemeinsame Ausarbeiten von Konzepten und das allgemeine Bankenwesen sind wirklich interessant. Aber steigende Regulatorik, Vor- und Nacharbeit, Bearbeitung von Vertrieblicher Startseite (inkl. absurder Anspracheanlässe) etc. sind unschöne Pflichtaufgaben, die wenn sie Überhand nehmen, den Spaß stark dämpfen.