Von starkem Team und spannenden Projekten zur absoluten Katastrophe, jetzt kurz vor dem Aus.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Definitiv den Kollegenzusammenhalt das Team war das Beste an der ganzen Zeit. In einigen Bereichen wurden Probleme ernst genommen und auch tatsächlich gelöst. Die Teamevents und Feiern waren bis zum Beginn der Krise wirklich großartig und haben den Teamgeist gestärkt. Auch die kleinen Dinge im Alltag haben gestimmt: Es gab jederzeit frisches Obst, Müsli, Wasser, Säfte und Limo alles wurde regelmäßig aufgefüllt. Die Work-Life-Balance war, wie bereits erwähnt, ebenfalls ein großer Pluspunkt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Viele der Punkte habe ich bereits unter den Verbesserungsvorschlägen genannt: Aus meiner Sicht mangelte es an Transparenz, es wurden häufig vage Aussagen gemacht, und ich hatte den Eindruck, dass Geschäftsführung und HR mit der Situation zunehmend überfordert waren. Auch die Gehaltsstruktur empfand ich als ungerecht, insbesondere im Vergleich von Berufserfahrung und Vergütung. Die Arbeitsbedingungen wirkten auf mich in Teilen veraltet. Diese Entwicklungen zogen sich über Jahre hinweg, ohne dass aus meiner Sicht erkennbar gegengesteuert wurde was schließlich ernste Konsequenzen hatte.
Verbesserungsvorschläge
Ob es jetzt noch etwas bringt, ist fraglich aber ich möchte es dennoch ansprechen:
Ich hatte zunehmend den Eindruck, dass sowohl in der Geschäftsführung als auch in der HR-Abteilung strukturelle und personelle Veränderungen notwendig gewesen wären.
Aus meiner Sicht wäre es wichtig, stärker darauf zu achten, was Mitarbeitende fachlich leisten, welches Wissen und wie viel Erfahrung sie mitbringen – und sich nicht allein auf formale Titel zu verlassen.
Mehr Transparenz in der Kommunikation anstelle aus meiner Sicht wenig hilfreicher und unkonkreter Aussagen wäre gerade in kritischen Phasen unerlässlich gewesen.
Die Arbeitsbedingungen (Technik, Ausstattung, Ergonomie) sollten ernst genommen und spürbar verbessert werden.
Außerdem braucht es ein klares, gerechtes Gehaltsmodell: Es kann nicht sein, dass Mitarbeitende mit mehreren Jahren Erfahrung weniger oder genauso viel verdienen wie Neueinsteiger ohne Berufserfahrung in derselben Rolle.
Arbeitsatmosphäre
Als ich dort angefangen habe, war die Arbeitsatmosphäre nahezu perfekt. Ein hilfsbereites, motiviertes Team und ein wirklich angenehmes Miteinander. Leider verschlechterte sich das Klima von Jahr zu Jahr: Aus meiner Sicht belasteten hohe Fluktuation, häufige Wechsel in der Leitung sowie wachsender Druck durch Kunden und Arbeitgeber das Arbeitsumfeld zunehmend. Von der anfangs positiven Stimmung blieb am Ende kaum noch etwas übrig.
Image
Zum Image konnte ich persönlich anfangs wenig sagen, aber durch das Verhalten der Mitarbeitenden und den Zusammenhalt hatte das Unternehmen intern einen sehr guten Ruf. Leider verschlechterte sich das Bild mit der Zeit immer mehr auch nach außen hin. Fluktuation, fehlende Kommunikation und schließlich die (Insolvenz) haben aus meiner Sicht dem zuvor positiven Eindruck deutlich geschadet.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war insgesamt sehr gut. Homeoffice war jederzeit möglich teilweise sogar zu 100 %, wenn gerade keine dringenden Projekte liefen und vor allem organisatorische Aufgaben anstanden. Urlaub konnte in der Regel jederzeit genommen werden, auch kurzfristig, und die Arbeitszeiten waren sehr flexibel gestaltbar. Anfangs gab es nur Kernarbeitszeiten, später wurde auf reguläre Büroarbeitszeiten umgestellt, was noch mehr Flexibilität brachte.
Karriere/Weiterbildung
Im Bereich Karriere und Weiterbildung wurde definitiv etwas geboten. Es gab interne Schulungen sowie die Möglichkeit, Online-Weiterbildungen zu nutzen. Für verschiedene Tätigkeitsbereiche standen klare Laufbahnen zur Verfügung, abhängig von Wissen und Interesse. Wer Eigeninitiative zeigte, konnte sich weiterentwickeln und neue Aufgaben übernehmen.
Gehalt/Benefits
Mit dem Gehalt war ich sehr zufrieden. Es war fair und angemessen für die Position sowie die Anforderungen im Job.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war wirklich herausragend. Im Team herrschte ein starker Zusammenhalt, man unterstützte sich gegenseitig und konnte sich aufeinander verlassen. Durch die Kollegen sind sogar echte Bekanntschaften entstanden, die über den Job hinausgehen. In diesem Punkt gibt es absolut nichts auszusetzen.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch wenn es nicht viele ältere Kollegen im Unternehmen gab, war der Umgang mit ihnen stets respektvoll und auf Augenhöhe. Altersunterschiede spielten im Alltag keine spürbare Rolle alle wurden gleich behandelt.
Vorgesetztenverhalten
Da sich die Führung über die Jahre hinweg ständig geändert hat, war es schwer, ein konstantes Vorgesetztenverhalten zu beurteilen. Wenn ich aber meinen letzten direkten Vorgesetzten betrachte, kann ich sagen: absolut vorbildlich. Probleme wurden ernst genommen, direkt angesprochen und zeitnah gelöst. Leider verschlechterte sich das Verhalten mit der Zeit, was aber nachvollziehbar war, denn auch Führungskräfte waren von Kurzarbeit, zunehmender Unsicherheit und fehlendem Teamgefühl betroffen. Die Motivation sank spürbar, besonders gegen Ende, als die Kündigungswelle begann. Unter den Umständen menschlich verständlich, aber dennoch schade.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen ließen insgesamt deutlich zu wünschen übrig. Die Laptops waren bei vielen Mitarbeitenden veraltet, teils liefen wichtige Tools nicht zuverlässig. Zwar wurde das Equipment nach und nach erneuert, aus meiner Sicht jedoch zu spät, um noch spürbar etwas zu verändern. Die Monitorausstattung war gemischt einige neu, viele aber veraltet. Höhenverstellbare Tische gab es keine, die vorhandenen waren alt und unflexibel. Auch die Stühle waren lange stark abgenutzt und wurden erst kurz vor Schluss ersetzt – allerdings durch neue Modelle mit wenig Komfort
Kommunikation
Die Kommunikation unter den Kollegen war durchweg positiv, offen, direkt und unterstützend. Je höher die Hierarchieebene, desto weniger klar und transparent wirkte sie aus meiner Sicht. Häufig wurde versucht, die Situation zu beruhigen („Alles ist im Griff“, „Wir arbeiten daran“), obwohl die Lage aus meiner Perspektive bereits kritisch war. Das Vertrauen in die Unternehmenskommunikation nahm dadurch deutlich ab, insbesondere als sich Kündigungen und letztlich sogar eine Insolvenz abzeichneten.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wurde im Unternehmen grundsätzlich gelebt. Es gab keine Unterschiede im Umgang oder in den Chancen zwischen Geschlechtern, Altersgruppen oder Herkunft. In meinem direkten Umfeld wurden alle fair behandelt und respektiert.
Interessante Aufgaben
Als Quereinsteiger aus einer völlig anderen Branche fand ich die Aufgaben sehr interessant und abwechslungsreich. Ich konnte viel Neues lernen und mich in spannende Themen einarbeiten. Gerade am Anfang gab es viele Herausforderungen, die mich fachlich und persönlich weitergebracht haben. In diesem Punkt kann ich mich wirklich nicht beschweren.