Starkes Support-Team – deutlicher Verbesserungsbedarf bei Führung, Kommunikation und Entwicklungschancen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger können eine Chance erhalten, Berufserfahrung aufzubauen und sich in neue Fachthemen einzuarbeiten.
Die fachliche Themenvielfalt ermöglicht einen breiten Wissensaufbau. Besonders positiv waren für mich der Zusammenhalt, die Hilfsbereitschaft und die Menschlichkeit vieler Kolleginnen und Kollegen.
Auch die flexiblen Arbeitsmöglichkeiten, die angebotenen Benefits und die Verpflegung bei Firmenveranstaltungen waren positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den aus meiner Sicht zu starken Fokus auf teilweise nur begrenzt aussagekräftige Kennzahlen, die nicht immer offene Kommunikation sowie die eingeschränkten Entwicklungs- und Gehaltsperspektiven im Support.
Gerade bei Führungsqualität und Transparenz bestand für mich deutlicher Verbesserungsbedarf.
Es ist sehr schade, dass meine Zeit im Support teilweise nicht nur vermeidbaren Unmut sondern auch Angst mit sich brachte.
Verbesserungsvorschläge
Kritische Rückmeldungen sollten nicht vorschnell als negative Haltung verstanden, sondern als mögliche Grundlage für Verbesserungen betrachtet werden.
Hilfreich wären aus meiner Sicht:
• ein regelmäßig nutzbarer, vertraulicher und möglichst auch anonymer Feedbackkanal
• transparente Kennzahlen, die neben Quantität auch Qualität, Fallkomplexität, Kundennutzen und zusätzliche Aufgaben berücksichtigen
• einheitliche und nachvollziehbare Regeln für Homeoffice und Leistungsbeurteilungen
• verpflichtende Führungsschulungen sowie klare Kriterien für die Besetzung von Führungspositionen
• transparente Gehaltsbänder und erkennbare Entwicklungspfade innerhalb und außerhalb des Supports
• eine unabhängige Interessenvertretung der Beschäftigten
Wichtig wäre außerdem, dass angesprochene Probleme nicht nur aufgenommen, sondern mit klaren Zuständigkeiten, Maßnahmen und späteren Rückmeldungen verbunden werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Support hatte aus meiner Sicht viel Potenzial, insbesondere aufgrund des guten Zusammenhalts im Team. Gleichzeitig empfand ich den Führungsstil und den starken Fokus auf (interne) Kennzahlen häufig als belastend.
Bei Entscheidungen hatte ich wiederholt den Eindruck, dass messbare Leistungswerte stärker gewichtet wurden als Mitarbeiter-, Kunden- oder Qualitätsaspekte. Die verwendete Erfassungs- und Auswertungslogik bildete die tatsächliche Arbeit für mich nicht immer vollständig ab. Manche Tätigkeiten ließen sich nur ungenau zuordnen, wodurch die Ergebnisse aus meiner Sicht nur eingeschränkt aussagekräftig waren.
Ich hätte mir transparentere Kriterien und eine stärkere Berücksichtigung von Fallkomplexität, Arbeitsqualität und Kundennutzen gewünscht.
Kritische Rückmeldungen wurden nach meiner Erfahrung nicht immer offen aufgenommen. Dadurch entstand bei mir zunehmend Zurückhaltung, Probleme oder abweichende Einschätzungen anzusprechen.
Kommunikation
In gewissen Abständen fanden Mitarbeiterversammlungen statt, in denen betriebliche Entscheidungen erläutert wurden. Positiv war, dass grundsätzlich über aktuelle Themen informiert wurde.
Die Erklärungen blieben für mich allerdings teilweise zu allgemein oder unvollständig. Rückfragen wurden nicht immer direkt oder nachvollziehbar beantwortet. Einige präsentierte Zahlen konnte ich anhand der mir zur Verfügung stehenden Informationen nicht vollständig nachvollziehen.
Insgesamt hätte ich mir mehr Transparenz, eine bessere Vorbereitung und einen offeneren Umgang mit kritischen Fragen gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt innerhalb des Teams war für mich eine der größten Stärken des Arbeitgebers. Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren herzlich, hilfsbereit und daran interessiert, gemeinsam gute Lösungen zu finden.
Während Phasen mit besonders hohem Supportaufkommen unterstützte man sich gegenseitig. Wiederkehrende Belastungsspitzen, unter anderem durch technische oder produktbezogene Probleme, brachten das Team allerdings teilweise an seine Grenzen. Ohne die gute Zusammenarbeit unter den Kolleginnen und Kollegen wäre die Arbeit deutlich schwieriger gewesen.
Work-Life-Balance
Homeoffice war in meiner Position grundsätzlich möglich, zeitweise auch in sehr großem Umfang. Das war für mich ein wichtiger positiver Aspekt.
Den praktischen Umgang damit empfand ich allerdings nicht immer als einheitlich. Homeoffice und Anwesenheit im Büro wurden teilweise eng mit Leistungskennzahlen verbunden. Bei Gesprächen über die Leistung wurde die stärkere Anwesenheit im Büro gelegentlich als mögliche Maßnahme dargestellt. Für mich war dadurch nicht eindeutig erkennbar, anhand welcher Kriterien über Homeoffice entschieden wurde und ob der Arbeitsort tatsächlich einen Einfluss auf die Leistung hatte.
Ich hätte mir klarere, einheitlich angewandte Kriterien und eine stärker vertrauensbasierte Kommunikation gewünscht.
Die Gleitzeitregelung war grundsätzlich positiv. Da in meinem Arbeitsbereich keine durchgehend zu besetzende Hotline bestand, konnte die Arbeitszeit relativ flexibel gestaltet werden, solange die Kern-Supportzeit im Team abgedeckt war.
Vorgesetztenverhalten
Gespräche mit Vorgesetzten empfand ich häufig als wenig dialogorientiert. Bedenken und Verbesserungsvorschläge wurden zwar (teilweise) zur Kenntnis genommen, aus meiner Sicht aber nicht weiter aufgegriffen. Dadurch hatte ich wiederholt das Gefühl, nicht wirklich einbezogen oder gehört zu werden.
Früher erlebte ich die leider mittlerweile gegangene Führung (welche von Extern besetzt wurde) innerhalb der Abteilung als mitarbeiternäher und stärker kundenorientiert. In dieser Zeit entwickelten sich Prozesse und Supportqualität aus meiner Sicht positiv. Diese Entwicklung wurde später nicht im gleichen Umfang fortgesetzt.
Wiederkehrende produkt- und prozessbezogene Probleme, die nach meiner Wahrnehmung maßgeblich zum Supportaufkommen und zur Kundenunzufriedenheit beitrugen, hätten realistischer und systematischer erfasst und bearbeitet werden sollen.
Interessante Aufgaben
Je nach Team bestand die Möglichkeit, sich fachlich breit aufzustellen und mit vielen unterschiedlichen Themen zu beschäftigen. Diese Vielfalt war interessant und ermöglichte einen umfangreichen Wissensaufbau.
Gleichzeitig fehlte aus meiner Sicht ein konsequent funktionierendes Wissensmanagement. Dadurch war es teilweise schwierig, Informationen strukturiert zu finden oder Wissen dauerhaft im Team zu sichern.
Während sich der Support für die Abrechnungssoftware überwiegend mit abrechnungsbezogenen Themen beschäftigte, fielen im Bereich Zeitwirtschaft und im technischen Support zahlreiche zusätzliche und fachfremde Aufgaben an.
Ich selbst übernahm während meiner Beschäftigung viele Sonderaufgaben und zusätzliche Verantwortlichkeiten. Dadurch konnte ich viel Wissen aufbauen und war vielseitig einsetzbar. Ich hatte allerdings gehofft, dass diese zusätzlichen Aufgaben bei meiner beruflichen oder finanziellen Entwicklung stärker berücksichtigt würden. Eine entsprechende Anerkennung oder ein klarer Vorteil ergab sich für mich leider überhaupt nicht. Meine Kollegen und Kolleginnen bestätigten diese Wahrnehmung.
Gleichberechtigung
Ich habe während meiner Beschäftigung keine Benachteiligung aufgrund des Geschlechts oder der Geschlechtsidentität wahrgenommen.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch hier gibt es nichts zu bemängeln oder zu sagen.
Arbeitsbedingungen
Büroausstattung ist auf dem neusten Stand, Büros sind klimatisiert, Meetingräume sind buchbar.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Müll wurde getrennt und gelegentlich wurden soziale oder gemeinnützige Projekte unterstützt. Darüber hinaus ist mir keine besonders ausgeprägte oder umfassende Nachhaltigkeitsstrategie aufgefallen.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung im Support lag nach meinem Eindruck unter dem Niveau vergleichbarer Supportstellen.
In Gehaltsgesprächen wurde wiederholt auf ein begrenztes Budget für die gesamte Abteilung verwiesen. Trotz mehrjähriger Betriebszugehörigkeit, zusätzlicher Aufgaben, gewachsener Verantwortung und umfangreicher Fachkenntnisse fiel die mir angebotene Gehaltsanpassung aus meiner Sicht sehr gering aus.
Besonders problematisch empfand ich die deutlichen Gehaltsunterschiede zwischen langjährig Beschäftigten und einzelnen neu eingestellten Mitarbeitenden. Nach meinem damaligen Kenntnisstand wurden teilweise deutlich höhere Einstiegsgehälter gezahlt, obwohl die betreffenden Personen zunächst keine oder nur geringe einschlägige Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen im konkreten Aufgabenbereich mitbrachten und entsprechend eingearbeitet werden mussten. Gleichzeitig wurden bei bereits erfahrenen Beschäftigten, die über Jahre hinweg Fachwissen aufgebaut und zusätzliche Aufgaben übernommen hatten, Gehaltsanpassungen mit dem Hinweis auf fehlendes Budget begrenzt.
Diese Unterschiede waren für mich weder anhand von Erfahrung, Verantwortung noch Leistung nachvollziehbar. Die Gehaltsstrukturen un
Image
Die Außendarstellung des Unternehmens wirkte auf mich in einigen Bereichen moderner und positiver als mein persönlicher Arbeitsalltag.
Das bedeutet nicht, dass die genannten positiven Aspekte grundsätzlich unzutreffend wären. Flexible Arbeitsmöglichkeiten, Chancen für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sowie der gute Kollegenzusammenhalt waren aus meiner Sicht tatsächlich vorhanden.
Kritische Themen wie Führungsverhalten, Kommunikation, Arbeitsbelastung, Vergütung und interne Entwicklungsmöglichkeiten wurden in der Außendarstellung nach meinem Eindruck jedoch weniger sichtbar.
Die inhabergeführte Struktur kann kurze Entscheidungswege ermöglichen. Ich persönlich erlebte Entscheidungen allerdings teilweise als stark zentralisiert und nicht immer ausreichend transparent oder nachvollziehbar.
Karriere/Weiterbildung
Die internen Entwicklungsmöglichkeiten aus dem Support heraus erschienen mir während meiner Beschäftigung stark begrenzt. Wechsel in andere Bereiche wirkten nicht umsetzbar. Dabei entstand bei mir der Eindruck, dass die aktuelle Personalbesetzung im Support bei solchen Entscheidungen eine wichtige Rolle spielte.
Bei der Besetzung von Führungspositionen hätte ich mir transparentere Auswahlkriterien, eine erkennbare Führungsausbildung und eine strukturierte Einarbeitung in die Führungsverantwortung gewünscht. Gute Fachkenntnisse allein ersetzen aus meiner Sicht nicht die für eine Führungsposition erforderlichen kommunikativen und organisatorischen Fähigkeiten.
Fachliche Weiterbildung wurde grundsätzlich unterstützt, sofern eine geeignete Fortbildung gefunden und intern genehmigt wurde.

