Insgesamt guter Arbeitgeber mit deutlichen Schwächen im HR-Prozess
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Standort, das Arbeitsumfeld und viele der Kolleginnen und Kollegen haben die Arbeit sehr angenehm gemacht. Auch mit dem Unternehmen selbst und meiner eigentlichen Tätigkeit war ich lange Zeit sehr zufrieden. Umso bedauerlicher war die Erfahrung im Trennungsprozess, da sie nicht zu dem positiven Eindruck passte, den ich zuvor vom Arbeitgeber gewonnen hatte.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang mit gesetzlichen Arbeitnehmerrechten und Dokumenten im Trennungsprozess war aus meiner Sicht äußerst problematisch.
Nach meinem Austritt musste ich einen Monat auf mein Arbeitszeugnis warten. Noch bezeichnender war der Umgang mit meinem Auskunftsanspruch nach Art. 15 DSGVO. Die Herausgabe meiner Personalakte zog sich über mehrere Wochen hin. Mir wurde schriftlich mitgeteilt, die Herausgabe meiner personenbezogenen Daten liege im „Ermessen“ des Arbeitgebers. Erst nach mehrfacher Nachfrage, einer letzten Fristsetzung sowie der Androhung rechtlicher Schritte und einer Datenschutzbeschwerde erhielt ich die angeforderten Unterlagen.
Als Begründung für die Verzögerung wurden unter anderem aufwendige Schwärzungen von Drittdaten angeführt. In den schließlich übermittelten Dokumenten waren entsprechende Schwärzungen jedoch nicht ersichtlich.
Die Kombination aus der langen Wartezeit auf das Arbeitszeugnis und dem Umgang mit dem Auskunftsanspruch hat bei mir den Eindruck erheblicher Unprofessionalität und mangelnder Kenntnis arbeits- und datenschutzrechtlicher Pflichten hinterlassen. Ich habe den Vorgang daher beim zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten zur Prüfung gemeldet.
Verbesserungsvorschläge
Gesetzliche Arbeitnehmerrechte und datenschutzrechtliche Auskunftsansprüche sollten zeitnah, professionell und ohne unnötige Hürden bearbeitet werden.
Die Personalabteilung sollte sicherstellen, dass Mitarbeitende korrekte Auskünfte zu ihren Rechten nach der DSGVO erhalten.
Arbeitszeugnisse und andere Pflichtdokumente sollten innerhalb angemessener Fristen ausgestellt werden.
Mehr Transparenz und Verbindlichkeit in Trennungsprozessen würden das Vertrauen ehemaliger und aktueller Mitarbeitender stärken.
Führungskräfte und HR sollten regelmäßig zu arbeits- und datenschutzrechtlichen Pflichten geschult werden.
Arbeitsatmosphäre
Kollegiales Umfeld und angenehme Zusammenarbeit im Team. Die Arbeitsatmosphäre war grundsätzlich positiv.
Image
Das Unternehmen hat in der Branche ein grundsätzlich gutes und etabliertes Image. Meine persönlichen Erfahrungen im Arbeitsalltag und insbesondere im Trennungsprozess haben dieses Bild jedoch teilweise relativiert.
Work-Life-Balance
Ich habe die Work-Life-Balance als ausgewogen empfunden. Es bestand ein vernünftiges Verhältnis zwischen Arbeitsbelastung und Freizeit, und auf persönliche Belange wurde grundsätzlich Rücksicht genommen. In diesem Bereich hatte ich keinen Anlass zur Kritik.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsangebote waren grundsätzlich vorhanden, wurden jedoch nicht durchgängig transparent kommuniziert oder individuell gefördert. Karriereperspektiven wirkten eher abhängig von der jeweiligen Position als von systematischer Entwicklung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Sozialleistungen entsprachen den üblichen Standards.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Arbeitssicherheit und verantwortungsbewusstes Arbeiten haben im Unternehmen einen hohen Stellenwert. Auch Umwelt- und Sozialaspekte werden im Rahmen der Unternehmensrichtlinien berücksichtigt und umgesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht eine der größten Stärken des Standorts. Die Zusammenarbeit war von Hilfsbereitschaft, gegenseitigem Respekt und einem angenehmen Miteinander geprägt. Viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben wesentlich dazu beigetragen, dass ich gerne dort gearbeitet habe.
Umgang mit älteren Kollegen
Nach meiner Wahrnehmung war der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen respektvoll und wertschätzend. Ich habe keine Unterschiede im Verhalten oder in der Behandlung festgestellt.
Vorgesetztenverhalten
Mit meiner direkten Führungskraft habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Kommunikation war offen, konstruktiv und von gegenseitigem Respekt geprägt. Kritik konnte angesprochen werden, und man hatte das Gefühl, gehört zu werden.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen am Standort waren insgesamt gut. Die Büro- und Arbeitsausstattung war zweckmäßig, und die Rahmenbedingungen ermöglichten konzentriertes Arbeiten. Ich habe mich im Arbeitsumfeld grundsätzlich wohlgefühlt.
Kommunikation
Die Kommunikation am Standort war offen und konstruktiv. Informationen wurden transparent weitergegeben, und auch der Austausch mit meiner direkten Führungskraft war jederzeit respektvoll und unkompliziert.
Gleichberechtigung
Nach meiner Wahrnehmung wurde Gleichberechtigung im Arbeitsalltag gelebt. Der Umgang im Team war respektvoll und unabhängig von Position oder Person fair.
Interessante Aufgaben
Die Tätigkeiten waren abwechslungsreich und boten sowohl operative als auch konzeptionelle Aufgaben. Besonders positiv war der hohe Grad an Eigenverantwortung und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen.

