Hohe Belastung, wenig Anerkennung: Arbeitsalltag zwischen Naturidylle und mangelnder Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Abwechslungsreiche Arbeit im Sport- und Bildungsumfeld
- Kollegiale Unterstützung im Team
- Schöne Lage inmitten der Natur
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Führungsstil, der oft auf Kontrolle statt Vertrauen setzt
- Hohe Arbeitsbelastung durch Unterbesetzung
- Wenig Anerkennung für Engagement und Qualifikation
- Kaum Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsort
- Veraltete Ausstattung und schlechte Verkehrsanbindung
Verbesserungsvorschläge
- Offene und wertschätzende Kommunikation etablieren
- Vertrauen in Fachkräfte stärken
- Transparente und faire Kriterien bei Weiterbildung und Karriere
- Modernisierung der Ausstattung und bessere Organisation
- Verbesserte Verkehrsanbindung und flexiblere Arbeitszeitmodelle
- Gutscheinsystem fairer und mitarbeiterfreundlicher gestalten
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre wirkt stark von Leistungsdruck geprägt und teilweise auch von Misstrauen gegenüber Mitarbeitenden beeinflusst. Kolleg:innen unterstützen sich zwar gegenseitig unter den herausfordernden Bedingungen, dennoch empfinde ich die Unterbesetzung und die hohe Fluktuation als deutlich belastend.
Eine offenere und wertschätzendere Kommunikation könnte hier nach meiner Einschätzung vieles verbessern.
Image
Nach außen wirkt der Standort durch seine Lage und das sportliche Profil attraktiv. Intern habe ich jedoch wahrgenommen, dass die Stimmung unter den Mitarbeitenden oft kritisch ist und nicht mit dem äußeren Bild übereinstimmt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance entsprach für mich nicht immer den Erwartungen. Urlaubstage liegen auf dem gesetzlichen Mindestniveau. Homeoffice ist nur eingeschränkt möglich und muss frühzeitig sowie mit guten Gründen beantragt werden. Mehr als einen Tag pro Woche gibt es bei Mitarbeitern, welche zu 100% alle Tätigkeiten von zu Hause erledigen könnten, in diesem Unternehmen nicht.
Das Stechsystem zur Arbeitszeiterfassung empfinde ich als sehr strikt, mit wenig Flexibilität - besonders bei längeren Anfahrtswegen wirkt das belastend. Die hohe Arbeitsbelastung führte nach meiner Beobachtung bei einigen Kolleg:innen zu Stress.
Karriere/Weiterbildung
Bei Weiterbildungen habe ich erlebt, dass Unterschiede zwischen Mitarbeitenden gemacht werden. Manche erhielten kostenintensive Fortbildungen vollständig bezahlt, während andere Rückzahlungsverpflichtungen eingehen mussten. Eine klare Linie oder transparente Kriterien konnte ich nicht erkennen.
Ich habe zudem wenig Anerkennung für Fachkräfte wahrgenommen. Zugesagte Entwicklungsmöglichkeiten oder Entlastungen wurden aus meiner Sicht nicht eingehalten. Insgesamt entstand bei mir der Eindruck, dass Vertrauen fehlt und Engagement nicht ausreichend honoriert wird.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich im Verhältnis zur hohen Arbeitsbelastung als nicht angemessen. Nach der Probezeit gibt es zwar monatlich einen Gutschein im Wert von 50 € für Tanken oder Einkäufe, allerdings ist dieser an die Bedingung geknüpft, dass man keinen einzigen Krankheitstag im Monat hat. Das habe ich als unflexibel und wenig wertschätzend empfunden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein klares Konzept zu Umwelt- oder Sozialbewusstsein habe ich während meiner Zeit dort nicht wahrgenommen. Es wirkt so, als hätten diese Themen bisher nur eine untergeordnete Rolle gespielt.
Kollegenzusammenhalt
Den Zusammenhalt unter den Kolleg:innen habe ich trotz der schwierigen Arbeitsbedingungen als überwiegend positiv wahrgenommen. Ein paar „Ausnahmen" gibt es ja in allen Unternehmen.
Mitarbeitende unterstützen sich gegenseitig, insbesondere bei hoher Arbeitsbelastung. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass die ständige Fluktuation und der Personalmangel die Teamdynamik beeinträchtigen.
Umgang mit älteren Kollegen
Mir ist kein diskriminierendes Verhalten gegenüber älteren Kolleg:innen bekannt.
Die Altersstruktur wirkt durchmischt, jedoch habe ich weder gezielte Förderung noch besondere Unterstützung für ältere Mitarbeitende wahrgenommen. Die Arbeitsbelastung wird unabhängig vom Alter verteilt, was bei körperlich anstrengenden oder sehr stressigen Tätigkeiten nach meiner Einschätzung problematisch sein kann.
Vorgesetztenverhalten
Es entstand bei mir der Eindruck, dass die Geschäftsleitung nicht immer ausreichend Verständnis für die Belange der Mitarbeitenden zeigen und stärker auf Kontrolle als auf Vertrauen setzen.
Fachliche Qualifikationen wurden meines Erachtens nicht in jedem Fall angemessen berücksichtigt. Feedback wurde selten aktiv eingefordert, was die Zusammenarbeit erschwert.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen wirken verbesserungswürdig: Viele Büroräume erschienen mir veraltet, und moderne technische Ausstattung habe ich vermisst.
Drucker waren teilweise nicht zentral erreichbar - was einfach unnötig Zeit kostete. Die Organisation wirkte insgesamt wenig effizient. Zudem erschwert die hohe Arbeitslast durch Personalmangel ein konzentriertes und sauberes Arbeiten. Ergonomisches oder ruhiges Arbeiten war aus meiner Sicht nur selten möglich.
Die Lage ist landschaftlich schön, allerdings empfand ich die Verkehrsanbindung als sehr ungünstig. Die Zufahrt zum Gelände machte auf mich einen schlechten Eindruck und belastete Fahrzeuge langfristig. Ohne Auto ist die Arbeitsstätte nicht erreichbar und es gibt keinerlei Anbindung mit Bahn oder Bus.
Kommunikation
Die Kommunikation erfolgt überwiegend von oben nach unten. Meiner Erfahrung nach erreichen wichtige Informationen die Teams teilweise verzögert. Feedback wird zwar über anonyme Kanäle wie einem „Kummerkasten" gesammelt, deren Wirkung ist für mich jedoch nicht klar erkennbar: Direkte Gespräche mit der Führungsebene habe ich nur selten nach langen Wartezeiten erlebt und sie wirkten nicht immer auf Augenhöhe.
Gleichberechtigung
Bei Weiterbildungen, internen Entscheidungen und vor allem in der Wertschätzung habe ich deutliche Unterschiede wahrgenommen. Manche Mitarbeitende erhielten teure Fortbildungen vollständig bezahlt, während andere für ähnliche Maßnahmen langfristige Rückzahlungsverträge unterschreiben mussten. Auch zwischen Abteilungen erlebte ich Unterschiede in der Kommunikation, was das Gefühl von Gleichbehandlung beeinträchtigte. Eine klare, faire Linie war für mich nicht erkennbar.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind aus meiner Sicht abwechslungsreich, jedoch überwiegend quantitativ geprägt. Aufgrund des Personalmangels lag der Fokus meiner Erfahrung nach häufig auf schnellen und einfachen Lösungen. Zeit für kreative oder tiefgehende Arbeit blieb dadurch selten, was die eigene Entfaltung einschränken kann.