Finger weg – Mikromanagement, Kontrolle und Selbstinszenierung statt echter Führung
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Struktur, fehlende Führungskompetenz und ein massives Maß an Kontrolle. Wichtige Prozesse existieren nur auf dem Papier, Verantwortung wird systematisch weitergeschoben.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Vertrauen in Mitarbeiter, klare Strukturen statt endloser Meetings, und endlich eine Führung, die Verantwortung teilt statt alles kontrolliert. Weniger Selbstdarstellung, mehr echtes Teamwork wäre ein Anfang.
Arbeitsatmosphäre
Kontrolle statt Vertrauen.
Wer engagiert ist, Verantwortung übernehmen oder Prozesse verbessern möchte, wird schnell abgestempelt.
Das Klima ist kühl, und eine echte Feedbackkultur existiert praktisch nicht.
Selbst wenn Aufgaben pünktlich erledigt oder Unterlagen rechtzeitig eingereicht wurden, erfolgten Reaktionen erst nach mehrmaligem Nachfragen mit der Bitte, sie zu sichten – eigenständiges Handeln war nicht erwünscht.
Für nahezu jede Kleinigkeit wurde ein Meeting einberufen, was den Eindruck verstärkte, dass grundlegendes kaufmännisches Verständnis oder Entscheidungsfähigkeit fehlen.
Während der technische Bereich fachlich solide erscheint, fehlt auf organisatorischer und kommunikativer Ebene jede Substanz.
Image
Die Außendarstellung lebt von Schlagworten und Eigenlob.
In Wahrheit fehlen Struktur, Strategie und echte Führungskompetenz.
Man betont Dynamik und Professionalität, erlebt aber Kontrolle.
Selbstinszenierung ersetzt Substanz.
Work-Life-Balance
Remote-Arbeit war möglich, wurde aber regelmäßig infrage gestellt oder mit zusätzlichen Bedingungen versehen.
Kollegenzusammenhalt
Einzelne Kollegen/-innen freundlich.
Vorgesetztenverhalten
Starkes Mikromanagement prägt den Alltag. Führungsstil ist stark hierarchisch und kontrollierend.
Selbst kleine Entscheidungen müssen mehrfach abgesegnet werden.
Kritische Hinweise oder Verbesserungsvorschläge werden als Angriff verstanden, nicht als Beitrag.
Während Mitarbeiter sich zurückhalten sollen, ist der Ton von oben oft unverhältnismäßig direkt – was für eine spürbare Schieflage im Umgang sorgt.
Bereits vor Arbeitsbeginn fiel ein respektloser Kommunikationsstil auf, und auf entsprechende Hinweise wurde sinngemäß nur entgegnet, dies „stehe nicht zur Debatte“.
Nach der Kündigung noch unprofessioneller. Die Kommunikation lief teilweise über WhatsApp – aus meiner Sicht völlig unangebracht, wenn es um offizielle Dokumente geht.
Trotz Zusage wurde das Arbeitszeugnis bis Ende Oktober nicht erstellt.
Auch die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitsbescheinigung wurde zunächst verweigert, mit der Aussage, (dass die BA auf den Arbeitgeber zugehen wird und nach dieser verlangen wird!) begleitet von einer belehrenden E-Mail.
Verantwortung wird konsequent weitergeschoben, statt sie zu übernehmen.
Kleine Gesten wie ein Gutschein wirkten dabei eher deplatziert als wertschätzend.
Arbeitsbedingungen
Die technische Grundausstattung war grundsätzlich vorhanden, aber nicht zeitgemäß.
Kaltakquise sollte beispielsweise mit einem iPhone durchgeführt werden, was weder ergonomisch noch effizient ist.
Auch der Laptop war technisch nicht auf dem aktuellen Stand, wodurch Arbeitsprozesse teilweise unnötig erschwert wurden.
Insgesamt fehlte es an einer modernen, professionellen Arbeitsumgebung, die Vertriebsanfoderungen gerecht wird.
Kommunikation
Aussagen ändern sich häufig, klare Strukturen fehlen völlig.
Transparenz wird nach außen betont, intern aber nicht gelebt.
Informationen werden widersprüchlich weitergegeben oder gar nicht – oft musste man mehrmals nachhaken, um überhaupt eine Rückmeldung zu bekommen.
Gleichberechtigung
Entscheidungen und Verantwortlichkeiten lagen klar bei denselben Personen, was eine echte Gleichbehandlung erschwerte.
Unterschiedliche Maßstäbe bei Kommunikation und Verhalten – je nach Nähe zur Geschäftsführung – waren deutlich spürbar.
Objektive Bewertung von Leistung fand kaum statt.
Interessante Aufgaben
Ich wurde eingestellt, um den Vertriebsbereich aufzubauen und zu strukturieren.
Dabei fiel auf, dass in Kundenunterlagen teilweise Zertifikate oder Angaben falschen Mitarbeiterprofilen zugeordnet waren – also Namen und Nachweise nicht zusammenpassten.
Solche Unstimmigkeiten wurden über längere Zeit nicht bemerkt.
Durch meine Arbeit mit CRM-Systemen wurde erstmals Transparenz geschaffen – offenbar unerwünscht.
Besonders absurd: Am Ende hieß es, man suche nun „jemanden, der sich den Vertriebsaufbau zutraut“ – genau das war mein Auftrag von Anfang an.
Das verdeutlicht, wie wenig Wert hier auf Kompetenz und Eigeninitiative gelegt wird.