Gut am Arbeitgeber finde ich
- Engagierte und geschätzte Mitarbeitervertretung (vgl. Betriebsrat) mit sehr guter Erreichbarkeit
- Relativ liberaler und toleranter Umgang mit Konfessionszugehörigkeit sowie (offiziell) LGBTQ+ bei katholischer Trägerschaft des Hauses (mit Unterschieden von Bereich zu Bereich!)
- Einige "Urgesteine" in vielen Bereichen des Unternehmens
- Digitale Arbeitszeiterfassung
- Regelmäßig kleine Aufmerksamkeiten für das Personal, z.B. bedruckte Tassen, Eis, selbstgebackene Waffeln oder Erdbeeren aus der Region
- Regelmäßige kostenfreie Events für MA, z.B. Sommerfest, Weihnachtsfeier, Kinderfest
- Eigener "Fanshop" exklusiv für MA (Kleidung und Accesoires wie Rucksäcke, Schlüsselanhänger oder Trinkflaschen)
- "MA werben MA"-Programm
- Essen für Pat. und MA wird in eigener Küche frisch zubereitet, viele Diätassistent*innen
- Bemühen um Social Media-Auftritte
- Vergünstigte Preise in der Kantine für MA
- Eigene Störungsannahme-Hotline für IT
- Eigene Krankenhauskapelle mit Gottesdiensten für Pat. und MA, die auch live für Pat. übertragen werden
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- Oberste Leitungsebene des Hauses in ihrem Elfenbeinturm, Verhalten wirkt zum Teil elitär und unnahbar
- Steile Hierarchien in nahezu allen Bereichen, patriarchalische Strukturen
- Mehr Anstrengung um Außenwahrnehmung des Hauses als um Mitarbeiterbindung / Wohlergehen der Mitarbeitenden
- Unangenehmes Sozialklima im Haus: man wird z.B. nur noch selten von anderen Mitarbeitenden gegrüßt während dies vor wenigen Jahren noch die Norm war
- Katastrophale Parksituation bedingt durch die Innenstadtlage, in ihren Maßnahmen hilflos wirkende Zuständige; mäßig gute Anbindung an den ÖPNV
- Hohe Fluktuation im Pflegebereich
- Kurzsichtige Personalplanung, z.B. wenn der Zeitpunkt schon eine Weile abzusehen ist, zu dem Kolleg*innen in Rente gehen werden. Hier wird nicht ausreichend früh für Nachwuchs gesorgt und Faktoren wie die Einarbeitungszeit beachtet.
- Katastrophal schlechte telefonische Erreichbarkeit der IT-Abteilung
- MA der MVZs werden nicht wirklich als Teil des Unternehmens behandelt und betrachtet
- In meiner Abteilung: minimale Einarbeitungszeit, sehr schnell sehr "kaltes Wasser"
- Unfairer Umgang mit Auszubildenden
- Zynismus und Verbitterung unter den MA, v.a. bei vielen Älteren
- Bei vielen Kolleg*innen Anzeichen von Coolout- oder auch Burnout-Syndrom
- Veraltete Infrastruktur, z.B. Hardware, keine Klimaanlagen, noch immer nichtmodernisierte Stationen
Verbesserungsvorschläge
- Regelmäßig stattfindende Supervision für alle Mitarbeitenden, v.a. diejenigen in der Patientenversorgung
- Rasche Modernisierung und Ausbau der analogen und digitalen (IT-)Infrastruktur!
- Entlastung der Mitarbeitenden durch KI, z.B. bei der Dokumentation oder Dienstplangestaltung
- Mehr Bodenständigkeit und Demut bei Teilen der Krankenhausleitung
- Fokus auf die Bedürfnisse des vorhandenen Personals statt auf das öffentliche Image des Hauses durch Marketingkampagnen
- Verständnis der Abteilungen füreinander stärken, Lagerdenken aktiv entgegenwirken, z.B. durch Großgruppensupervisionen
- Fairere Arbeitszeitvergütung, z.B. Anrechnen von Erscheinen deutlich vor Dienstbeginn als Arbeitszeit und dadurch mehr Wertschätzung für das Engagement
- Mehr Unterstützung für weniger technikaffine MA, z.B. durch regelmäßige freiwillige Schulungen (Anrechnung als Dienstzeit!)
- MA vor ausufernden Überstunden schützen
- Einrichten eines psychologischen Dienstes für MA mit niederschwelligen Unterstützungsangeboten
- Kostenfreie Getränke für MA
- Liebevollere Gestaltung der MA-Räumlichkeiten über die reine Funktionalität hinaus
- Kostenfreie Hygiene-Artikel wie Binden oder Tampons für MA auf Personal-WCs
Arbeitsatmosphäre
In meiner Abteilung jüngst (Wieder)Einführung von MA-Gesprächen, allerdings eher zum Ausüben von Druck (z.B. bei "zu vielen" Krankheitstagen), seit dem Wechsel der Bereichsleitung vor wenigen Monaten wird diese unmittelbar über eine Krankmeldung mit Datum, genauer Uhrzeit und weiteren Details informiert, bei Krankmeldungen ohne Attest ist mit weiterem Druck zu rechnen, soziales Klima im Haus insgesamt angespannter, unangenehm und deutlich schlechter als noch vor ein paar Jahren zu meiner Ausbildungszeit - es wird z.B. nicht mehr gegrüßt, sondern sich gegenseitig ignoriert. Teilweise unverschämtes und unfreundliches Verhalten der Kollegen, z.B. in der ZNA.
Image
Guter Ruf des Hauses, auch über die Region hinaus
Work-Life-Balance
Empfinde ich persönlich durch den Schichtdienst als sehr schlecht. Aus dem Personalmangel resultieren z.B. "Schaukeldienste" mit Spät-Früh-Wechsel eher als Regel als die Ausnahme. In vielen Abteilungen werden oder wurden außerdem Ruf- und Bereitschaftsdienste erzwungen. Direkte Vorgesetzte sind oftmals ehrlich bemüht und versuchen, Dienstplan- und Urlaubswünsche zu berücksichtigen.
Karriere/Weiterbildung
Anschein von Vetternwirtschaft, zum Teil viele Forderungen ohne entsprechende Förderung (v.a. im mittleren Management)
Gehalt/Benefits
AVR Caritas, Betriebsrente (KVZK), 13. Monatsgehalt, VwL, div. Weitere wie Hansefit, Corporate Benefits oder JobRad
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Bei den Gerichten für MA und Pat. wenig klimafreundliche Alternativen, Fleisch und Fisch aus konventioneller Haltung, wenig bis keine Kooperation mit lokalen Erzeugern, keine Photovoltaik-Anlagen oder sonstige Förderung erneuerbarer Energien durch das Unternehmen, E-Ladesäulen sind aber auf dem Gelände vorhanden, kein erkennbarer Einsatz für Klimaschutz.
Kollegenzusammenhalt
In vielen Bereich, die ich während meiner Ausbildung kennengelernt habe und meiner aktuellen Abteilung überwiegend gut. Oftmals Solidarität und gegenseitige Unterstützung, Humor als Bewältigungsstrategie, aber leider auch Fälle von Mobbing, Lästereien und abwertendem Verhalten gegenüber Patient*innen als Spiegel der inter- und intrapersonellen Konflikte! Als Negativbeispiel ist hier insbesondere die Intensivstation zu nennen - hier herrscht sehr hohe Fluktuation. Wie und ob Betroffene seitens des Unternehmens unterstützt werden, kann ich leider nicht beurteilen.
Umgang mit älteren Kollegen
Geschenke zu Jubiläen von MA, Altersteilzeit scheint möglich zu sein, Kolleg*innen arbeiten z.T. auch nach Rentenbeginn weiter in Teilzeit oder im Minijob in ihrer alten Abteilung
Vorgesetztenverhalten
Zu meiner direkt vorgesetzten Person: Sehr solidarisch mit unserem Team, hat viel "an der Front" mitgearbeitet und unterstützt, sich Zeit genommen, sehr empathisch und engagiert gezeigt; Seit dem Wechsel der Bereichsleitung leider zunehmend überfordert wirkend durch stetig wachsende Anforderungen und Vorgaben, hat zuletzt aber mehr Förderung und Fortbildungen für Leitungsaufgaben erhalten. Für sie gilt die schlechte Bewertung ausdrücklich NICHT!
Zu der pflegerischen Bereichsleitung: Nachdem die Zuständigkeit für unsere Abteilung vor ein paar Monaten der Pflegedienstleitung des Haupthauses zugefallen war, hatte die entsprechende Person ein Kennenlerngespräch mit mir vereinbart, was ich zunächst als sehr nett empfand. Im persönlichen Kontakt sehr freundlich und aufmerksam. Besprochene Vertragsumstellung wurde zeitnah umgesetzt, dann erreichte mich aber vor wenigen Tagen unerwartet eine Kündigung innerhalb meiner Probezeit. Diese wurde vorher nicht mit mir kommuniziert, auch meine direkte Vorgesetzte hatte erst einen Tag zuvor auf Nachfrage in der Personalabteilung von meiner Kündigung erfahren. Rechtlich vielleicht sauber, menschlich aber absolut schäbig.
Arbeitsbedingungen
Überwiegend veraltete oder mangelhafte Infrastruktur im technischen Bereich, oft wenig intuitive und frustrierende, veraltet wirkende Software (UI & UX sehr schlecht!), schlechte WLAN-Verbindung, einige Stationen sind noch immer nicht renoviert, während parallel ein millionenteurer Neubau gefördert wird.
Kommunikation
Zwar gibt es quartalsweise eine MA-Zeitung, wirklich wichtige Informationen werden allerdings nur per Gießkannenprinzip an "Ausgewählte" weitergegeben. In der untersten Hierarchieebene kommen relevante Informationen erst spät an.
Gleichberechtigung
Es besteht zwar ein Tarifvertrag, bei der Eingruppierung sollte man jedoch aufmerksam sein und sich ggf. an die MAV wenden. Die Förderung von MA aller Geschlechter wirkt relativ ausgewogen.
Interessante Aufgaben
In meiner Abteilung überwiegend redundante Routinearbeiten, die schnell langweilen sowie viel körperlich belastende Arbeit in Form von schwerem Heben. Kaum effektive Hilfsmittel, um MA körperlich zu entlasten. Pflegefachkräfte müssen Lager- und Hilfsarbeiten durchführen aufgrund des Mangels an entsprechenden Kolleg*innen zur Unterstützung in diesen Bereichen. Hier entstehen Frust und Wut.