Starr, konservativ mit schlechter Führungskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
- flexible Arbeitszeiten mit Gleitzeit
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- starre Strukturen
- fehlender und zunehmende erodierender Zusammenhalt zwischen Kollegen
- schlechte Stimmung
- viel Schein, wenig Sein
Verbesserungsvorschläge
- Führungspositionen nicht nur nach Abschluss und Zeugnis sondern auch nach Führungsqualitäten vergeben
- Job-Sharing ermöglichen
- Home-Office Regelungen flexibler gestalten - mehr Entscheidungsmöglichkeiten z.B. auf Amtsleitungsebene
- Zusammenarbeit fördern durch projektbasiertes, gemeinsames Arbeiten und nicht amtsbasiertes Gegeneinander
- Sozialleistungen vor allem für die unteren Gehaltsgruppen
Arbeitsatmosphäre
Direkt abhängig von den einzelnen Personen, mit denen man zusammenarbeitet. Es gibt Abteilungen, in denen die gesamten Atmosphäre stimmt. Auf Ämterebene sieht es da schon ganz anders aus. Die Atmosphäre zwischen den Ämtern ist oft sehr schlecht, es wird über Kollegen & Kolleginnen anderer Ämter gelästert und ihnen die Expertise abgesprochen. Dabei geht es meistens einfach nur darum, dass unterschiedliche Schwerpunkte, je nach Amt, gesetzt werden. In jeder Firma würden diese unterschiedlichen Interessen gemeinsam gegeneinander abgewogen und zu einer gemeinsamen Kompromissentscheidung geführt. Bei der Stadt geht es leider oft um ein Sich-Durchsetzen und nicht um gute, gemeinsame Lösungen.
Image
langweilig, konservativ, altbacken. Vom Internetauftritt bis zur Ausstattung der Büros (nicht so wichtig) und den Haltungen der oberen und obersten Führungsebene. Gleiches gilt für die Haltungen im Gemeinderat
Work-Life-Balance
Seit Corona 2020 wurde ein Home Office Angebot eingeführt, das ist gut. Leider immer noch sehr starr und unflexibel und, typisch öffentlichr Dienst, äußerst regelbasiert.
Arbeitszeit ist flexibel einteilbar mit Gleitzeit, das ist gut.
Karriere/Weiterbildung
keine Chance. Ausgesprochenes Ziel der Dezernenten ist, dass jeder auf seinem Job bleibt, den er oder sie hat. Weiterbildungen werden zwar sogar in house angeboten, es gibt aber keine Stellen, für die man diese dann nutzen könnte. Teilzeit wegen Familie ist der absolute Karrierekiller, moderne Ansätze wie Job-Sharing oder Führung in Teilzeit wird nicht bzw. nur gegen Wiederstände ermöglicht. Zwischenebenen wie Projektleitung mit mehr Verantwortung und einer entsprechenden (evtl. zeitlich befristeten) Gehaltsanpassung gibt es nicht. Alles ist in den konservativen starren Strukturen gefangen
Gehalt/Benefits
Tarif, damit verlässlich. Die weiteren Sozialleistungen, die es mal gab, werden Stück für Stück zurückgefahren oder sogar ganz eingestellt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf dem Papier gut, in der Umsetzung oft mies. An echte Umwelt-/Klimaschutzmaßnahmen traut man sich nicht ran stattdessen gibt es viele Scheinmaßnahmen. Sozialbewusstsein nur mäßig vorhanden. Führung in Teilzeit, für viele Frauen aber auch Männer relevant, quasi nicht möglich. Die bezuschussten Parkplätze, die es immerhin gibt, kosten für die gut bezahlte Amtsleitung das gleiche wie für die Kollegen und Kolleginnen aus den unteren Gehaltsgruppen
Kollegenzusammenhalt
Kommt sehr auf die einzelnen Kollegen an, mit denen man zusammen arbeitet. Es gibt keinen gemeinsamen code of conduct. Wenn man Glück hat, arbeitet man in einem Umfeld, das zusammenhält. Wenn man Pech hat muss man sich sogar im eigenen Amt und in der eigenen Abteilung gegen die Kollegen und Kolleginnen wehren. Vielen Amtsleitungen sind solche Zusammenhaltsprobleme auch egal, da geht es nur um das (chaotische) Umsetzen von Projekten aber nicht um das Zwischenmenschliche. Mit Wegfall der Kaffeepause verliert sich jedoch auch in ehemals gut zusammenhaltenden Ämtern das kollegiale Miteinander, weil jeder private Austausch, der für ein kollegiales Miteinander zwingend notwendig ist, dadurch gekillt wurde.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung wird nicht belohnt. Beim Ausscheiden von älteren Kolleginnen und Kollegen wird keine Übergangszeit mit einem oder einer Nachfolge ermöglicht. Alles Wissen des bzw. der erfahrenen Kollegin bzw. Kollegen geht damit verloren. Schädlich für alle
Vorgesetztenverhalten
Wie beim Kollegenzusammenhalt hängt es voll und ganz von der einzelnen Führungskraft ab. Es gibt ein paar wenige richtig gute, die meisten müssten jedoch dringend in eine Weiterbildung zu zwischenmenschlichem Verhalten. Wertschätzung kennen die meisten nicht, oder wollen es nicht kennen. Führungsstellen werden jedoch auch ausschließlich nach Zeugnisqualifikation vergeben und nicht nach Führungsqualitäten, daher wundert das nicht.
Kommunikation
Muss besser werden. Man wartet sehr lange auf Rückmeldungen. Entscheidungen, vor allem unpopuläre, werden gerne auf die "unterste Ebene" abgewälzt oder einfach gar nicht getroffen. Es scheint, dass das politische Außenbild wichtiger ist als eine Entscheidung zu treffen und die dann auch zu vertreten.
Interessante Aufgaben
Die meisten Aufgaben sind klassische Routineaufgaben, hin und wieder gibt es jedoch auch echt spannende Projekte. Die Möglichkeit intern auch mal in einen anderen Bereich als den eigenen reinzuschnuppern fehlt leider ganz. Das liegt auch daran, dass nicht in Projektteams sondern nur in den bestehenden starren Ämter- und Abteilungsstrukturen gearbeitet wird. Das macht dann auch interessante Projekte sehr langsam und schwerfällig.