Arbeitsalltag geprägt von Chaos und fehlender Struktur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind die Arbeitsplatzsicherheit, der vergleichsweise geringe Druck im Gegensatz zu anderen Unternehmen, der Urlaub, der Betriebsausflug sowie natürlich die geregelten Feierabendzeiten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe in dieser Bewertung verschiedene Kritikpunkte angesprochen, die jedoch offenbar nicht ernst genommen werden. Als Mitarbeitender fühlt man sich nicht gehört, und es werden keine Maßnahmen ergriffen, um die Probleme anzugehen.
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge für eine positive Entwicklung:
- Aktive Personalentwicklung fördern.
- Konflikte offen ansprechen und lösen, statt sie zu vertuschen.
- Führungskräfte kritisch überprüfen und bei Bedarf austauschen, anstatt die Schuld einseitig bei den Mitarbeitenden zu suchen.
Kommunikation und Zusammenarbeit verbessern:
- Regelmäßige Meetings oder Updates einführen, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden zeitnah über wichtige Informationen und Prozesse informiert sind.
- Klare Aufgabenverteilung, regelmäßige Feedbackgespräche und ein Mentorensystem etablieren, um insbesondere Auszubildenden Orientierung und Unterstützung zu bieten.
Offenheit und Selbstreflexion fördern:
- Die Expertise und Ratschläge der Beamtinnen, Beamten und Angestellten ernst nehmen, denn oft enthalten sie wertvolle Ansätze.
- Eigene Fehler anerkennen und aktiv an Verbesserungen arbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich spürbar verschlechtert – sowohl unter den Kolleginnen und Kollegen als auch innerhalb des Rathauses insgesamt.
Ein wesentlicher Grund dafür ist der hohe Druck, der durch die derzeitige Führung in der Abteilung ausgeübt wird. Viele Mitarbeitende stehen unter enormer Belastung, was sich zunehmend in häufigeren krankheitsbedingten Ausfällen widerspiegelt.
Dadurch steigt die Arbeitslast für die verbleibenden Kolleginnen und Kollegen weiter, was die Motivation erheblich beeinträchtigt. Das Gefühl, mit den Herausforderungen alleine gelassen zu werden, sorgt dafür, dass der tägliche Gang zur Arbeit immer schwerer fällt.
Image
Das positive Image wird vor allem über die Website und Instagram gepflegt.
Nach außen hin wird vermittelt, dass alles reibungslos und bestens funktioniert. Leider konzentriert sich die Arbeit jedoch hauptsächlich auf die Außendarstellung, während interne Probleme und Verbesserungswünsche der Mitarbeitenden wenig Beachtung finden.
Die Anliegen der Beschäftigten werden häufig nicht ernst genommen, da das äußere Erscheinungsbild offenbar höher gewichtet wird als das Wohl der Mitarbeitenden.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist derzeit stark unausgewogen.
Oft hat man das Gefühl, mehr zu arbeiten als zu leben. Durch den anhaltend hohen Krankenstand – bedingt durch Stress und Überlastung – wird die Arbeit auf immer weniger Schultern verteilt. Das führt dazu, dass kaum noch Zeit für das Privatleben bleibt.
Zwar besteht die Möglichkeit, die Arbeitszeit zu reduzieren, allerdings stößt man dabei nicht immer auf Verständnis. Elternzeit und Mutterschutz werden grundsätzlich gewährt, jedoch wirkt es eher geduldet als aktiv unterstützt.
Insgesamt besteht hier großer Verbesserungsbedarf – insbesondere auf Führungsebene, da dort der Ursprung für den hohen Druck und die daraus resultierende Belastung liegt.
Karriere/Weiterbildung
Wertschätzung erhalten vor allem diejenigen, die allem vorbehaltlos zustimmen, unabhängig von der Sinnhaftigkeit. Fachwissen und Erfahrung werden dabei kaum berücksichtig
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung liegt unter dem Durchschnitt, auch wenn sie tarifvertraglich geregelt ist.
Eine Erhöhung der Entgeltstufe ist nur selten möglich, und wenn sie genehmigt wird, kann es bis zu zwei bis fünf Jahre dauern, bis sich dies tatsächlich im Gehalt widerspiegelt.
Besonders in der IT-Abteilung wird häufig gespart – obwohl sie eine zentrale Rolle im Rathaus einnimmt. Der Hackerangriff hat deutlich gezeigt, wie unverzichtbar die IT für den reibungslosen Ablauf der Verwaltung ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist sehr stark.
Man spürt deutlich, dass alle in derselben herausfordernden Situation stecken und nur gemeinsam Lösungen gefunden werden können. Das Bewusstsein, dass man alleine kaum etwas ausrichten kann, fördert die gegenseitige Unterstützung und ein ausgeprägtes Wir-Gefühl.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen werden wertgeschätzt und aktiv in die Arbeitsprozesse eingebunden.
Vorgesetztenverhalten
Das Führungsverhalten lässt deutlich zu wünschen übrig.
Der Vorgesetzte tritt häufig mit einer stark selbstbezogenen Haltung auf und zeigt wenig Offenheit für konstruktive Kritik, Hinweise oder Empfehlungen. Rückmeldungen von Mitarbeitenden werden kaum ernst genommen oder berücksichtigt.
Als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter fühlt man sich in dieser Konstellation oft nicht wahrgenommen und in seiner Rolle nicht wertgeschätzt. Es stellt sich die berechtigte Frage, inwiefern die Führungskraft fachlich und persönlich zur aktuellen Position passt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist in mehreren Bereichen verbesserungswürdig.
Durch Großraumbüros, fehlende Raumtrennungen und schlechte Schalldämmung ist der Lärmpegel teilweise sehr hoch. Besonders die IT-Abteilung ist häufig von einem respektlosen Umgang durch andere Mitarbeitende im Haus betroffen.
Viele Beschäftigte müssen sich Büroräume teilen, da es an ausreichend Arbeitsplätzen mangelt. Desk Sharing wird praktiziert – mit gemischten Erfahrungen bei den Mitarbeitenden.
Positiv hervorzuheben ist die durchgehend besetzte Information sowie die Sicherheitspräsenz am Haupteingang.
Allerdings fehlen in vielen Büros Klimaanlagen, was die Luftqualität insbesondere im Sommer erheblich beeinträchtigt. Auch der Zustand der sanitären Anlagen ist stark renovierungsbedürftig – ein Mangel, der sogar öffentlich thematisiert wurde, bislang jedoch ohne erkennbare Konsequenzen geblieben ist.
Kommunikation
Die Kommunikation bei wichtigen Themen ist selten und oft sehr intransparent.
Mitarbeitende erhalten häufig nur unvollständige Informationen, wodurch Entscheidungen und Hintergründe kaum nachvollziehbar sind. Es entsteht der Eindruck, dass vieles bewusst zurückgehalten wird.
Im Kollegenkreis hingegen funktioniert der Austausch deutlich besser – vor allem, weil ein gemeinsames Verständnis für die schwierige Situation vorhanden ist. Die meisten Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich gegenseitig und arbeiten solidarisch zusammen.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung ist ausbaufähig und entspricht nicht modernen Standards.
Es wird zum Teil noch stark zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitenden unterschieden – sowohl im Verhalten von Vorgesetzten als auch im Kollegenkreis. Mitarbeitende werden häufig auf ihre Berufsbezeichnung oder ihr Geschlecht reduziert, anstatt ihre individuellen Fähigkeiten und Leistungen anzuerkennen.
Männliche Kollegen scheinen in bestimmten Situationen häufiger bevorzugt zu werden, was zu einem Ungleichgewicht im Arbeitsumfeld führt. Hier besteht deutlicher Verbesserungsbedarf, um – wie in vielen anderen öffentlichen Einrichtungen – echte Chancengleichheit und Gleichbehandlung zu gewährleisten.
Interessante Aufgaben
Trotz geringer Personaldecke werden sehr umfangreiche Kenntnisse vorausgesetzt und eingefordert.
Auch neue Mitarbeitende erhalten schnell Einblick in viele interessante Themenbereiche und werden breit eingebunden. Diese Vielfalt kann durchaus bereichernd sein.
Allerdings wird gleichzeitig erwartet, dass man sich sehr schnell in alle Aufgaben vollständig einarbeitet und für sämtliche Bereiche Verantwortung übernimmt. Bleibt dieses hohe Erwartungsniveau unerfüllt, folgt oft deutliche Kritik – statt unterstützender Begleitung.