Katastrophale Zustände im Jugendamt. Das wollte ich nicht mehr mit tragen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenn man sich als Führungskraft für die Rechte der Mitarbeiter einsetzt, möglicherweise sogar den Personalrat hinzuzieht oder schlimmer noch mit arbeitsrechtlichen Fragen an die Gewerkschaft herantritt und dadurch die Entscheidungen der höheren Führungsebenen hinterfragt, gilt man als Nestbeschmutzer und wird zurechtgewiesen.
Verbesserungsvorschläge
Die Personalabteilung sollte sich verschiedene Vorgehensweisen im Jugendamt noch einmal genauer ansehen. Teilweise werden "Dienstanweisungen" an die Mitarbeiter weitergegeben, welche nicht den offiziellen Weg gegangen sind und dadurch definitiv keine offiziellen Dienstanweisungen sein können. Es scheint innerhalb des Amtes viele eigene Süppchen zu geben, die gekocht werden, statt den Verwaltungsweg einzuhalten.
Arbeitsatmosphäre
Die höheren Leitungsebenen richten den Fokus meistens nur auf das, was bei den Mitarbeitern nicht gut läuft. Dass dies häufig nicht an fehlendem Vermögen oder Fachwissen liegt, sondern an den prekären Arbeitsbedingungen wird dabei leider außer Acht gelassen.
Image
Das Jugendamt Bottrop hat leider keinen guten Ruf bezüglich der Arbeitsbedingungen. Dies kann ich leider nur bestätigen.
Work-Life-Balance
Im Jugendamt, speziell im ASD wird von oben erwartet, dass die Mitarbeiter zu jeder Zeit bereit sind, ihr Privatleben hinten an zu stellen.
Karriere/Weiterbildung
Die Mitarbeiter im ASD erhalten standardmäßig alle die Weiterbildung zur insofa. Weitere Fortbildungen sind möglich, vor allem jedoch intern. Externe Fortbildungen sind eher selten.
Kollegenzusammenhalt
Aufgrund der fehlenden Struktur von oben haben die Mitarbeiter sich stark untereinander vernetzt, um sich gegenseitig unterstützen zu können.
Umgang mit älteren Kollegen
Eine Kollegin ist nach über 30 Jahren Dienstzeit in Pension gegangen. Keiner der höheren Führungskräfte hat sich bei der Kollegin für ihre Arbeit bedankt und ihr einen schönen Ruhestand gewünscht.
Vorgesetztenverhalten
Die Entscheidungen der Führungsebenen sind häufig sehr intransparent für die Mitarbeiter. Das "Commitment Führung" scheint gleichbedeutend damit verstanden zu werden, dass Teamleitungen blind die Haltung der anderen Führungsebenen adaptieren, ganz gleich wie schlecht oder falsch diese sind. Verbesserungsvorschläge zur Optimierung der Arbeitsabläufe und -Bedingungen scheinen nicht gewünscht zu sein.
Arbeitsbedingungen
Das Gebäude ist sehr veraltet, im Winter fällt teilweise die Heizung aus.
Die technische Ausstattung mit Laptops und Diensthandys ist gut.
Kommunikation
Die Kommunikation mit den Mitarbeitern lässt sehr zu wünschen übrig. Häufig werden Dinge "unter den Teppich gekehrt", bis den Mitarbeitern auffällt, dass etwas nicht stimmt.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung ist gem. TVÖD. Zusätzlich gibt es je nach Dienstjahren noch eine zusätzliche Zulage durch den Arbeitgeber.
Gleichberechtigung
Ich hatte den Eindruck, dass vieles nach dem "Nasenprinzip" und leider wenig objektiv entschieden wird. Was dem einen Mitarbeiter ermöglicht wird, gilt für den anderen nicht. Zwei Mitarbeiter kommen z.B. regelmäßig zu spät in den Dienst, jedoch wird dies nur mit einem Mitarbeiter thematisiert.
Interessante Aufgaben
Partizipation will man angeblich groß schreiben, wenn es um die Mitbestimmung der Mitarbeiter bei der Ausgestaltung des Arbeitsbereiches geht. In der Praxis habe ich das allerdings wenig erlebt. Es scheint vielmehr, dass man die Arbeit der Mitarbeiter zu jeder Zeit kontrollieren möchte.
