Desolat aber stabil - zu stabil
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sicherer Arbeitsplatz mit derzeit geringem Arbeitsdruck.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meiner Meinung nach verkörpert die Stadtverwaltung alle Klischees und Vorurteile, die man sich in Bezug auf Organisation, Strukturen und Führung vorstellen kann. Selbst Aufgaben, die eigentlich Freude bereiten sollten, werden durch diese omnipräsenten Fehler auf Dauer zur Belastung. Die Fehler führen zu einem zunehmenden Druck auf die unteren Ebenen, und irgendwann wird man dafür zur Rechenschaft gezogen, anstatt dass die Vorgesetzten Verantwortung übernehmen. Diskriminierende und rass istische Äußerungen werden meiner Erfahrung nach weiterhin ignoriert. Stattdessen wird sowohl hier als auch im Arbeitsalltag auf Kritik mit Belehrungen reagiert.
Verbesserungsvorschläge
Die verkrusteten Strukturen aufbrechen und ein gnadenloses Veränderungsmanagement einführen. Darüber hinaus sollte man die Unantastbarkeit von Führungskräften hinterfragen.
Arbeitsatmosphäre
Der Fachbereich scheint auf unteren Ebenen unter Sachbearbeitern von emotional unreifen Personen geprägt zu sein. Konflikte sind an der Tagesordnung. Bei Versuchen diese sachlich zu klären, wird offenbar grundsätzlich persönlich angegriffen. Von Führungskräften wird das meines Erachtens einfach ausgesessen. Also muss man den betreffenden Kollegen aus dem Weg gehen, was die Arbeitsqualität mindert.
Image
Das Image des Fachbereichs ist außerordentlich schlecht, jedoch ist Stadtverwaltung immer noch mit Prestige und Respekt verbunden.
Work-Life-Balance
Man kann offenbar ziemlich flexibel Home-Office machen.
Karriere/Weiterbildung
Karrieremöglichkeiten scheinen rar gesät. Es wird der Eindruck erweckt, dass bestimmte Persönlichkeitstypen bevorzugt gefördert werden, während andere gänzlich übersehen werden. Man ahnt schon Jahre im Voraus, wer mal den Teamleiter, Sachgebietsleiter, Amtsleiter oder Abteilungsleiter beerben wird. Ein Talentmanagement wurde meines Wissens letztes Jahr erst stadtweit gestartet. Selbst dieses weiß bislang nicht, welche Qualifikation die Mitarbeiter im Leben erworben haben und welche Interessen oder Fähigkeiten sie mitbringen. Insbesondere Quereinsteiger mit guten akademischen Abschlüssen oder Aus- und Weiterbildungen haben keine Möglichkeit, ihre Kompetenzen noch woanders einzusetzen, wenn sie einmal auf einer Stelle sitzen. Darüber hinaus ist die Stadt komplett pleite und es gibt aktuell keine Möglichkeit, sich sowohl intern als auch von extern zu bewerben. Eine Weiterentwicklung derzeit absolut ausgeschlossen. Es gibt jedoch zahlreiche Kurse und Schulungen, die man sowohl an der VHS als auch am kommunalen Studieninstitut machen kann. Diese sind jedoch im Vergleich zu Kursen bei externen professionellen Bildungsträgern absolut wertlos auf dem Arbeitsmarkt.
Gehalt/Benefits
Die Benefits werden immer schlechter. Selbst das Deutschlandticket wird nicht mehr unterstützt, weil die Stadt pleite ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es scheint ein eklatantes Fehlen von Umweltbewusstsein zu herrschen. Jeder Mitarbeiter darf beliebig viele Geräte mitbringen und täglich benutzen. Aufgrund der Unreife der Kollegen ist ein gemeinsamer Kühlschrank nicht praktikabel, daher hat jeder seinen eigenen, teilweise aus den Neunzigern stammenden Kühlschrank. Das soziale Bewusstsein dieser Stadtverwaltung möchte ich an dieser Stelle nicht weiter kommentieren.
Kollegenzusammenhalt
Es wirkt, als wären Neid und Missgunst bei den meisten leider an der Tagesordnung.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen haben augenscheinlich absolute Narrenfreiheit.
Vorgesetztenverhalten
Es es ist meines Erachtens keine Führung bemerkbar. Die Vorgesetzten sind einfach nur abwesende und schwer zu erreichende Manager.
Arbeitsbedingungen
Das Gebäude ist im Winter zu kalt und im Sommer viel zu heiß. Es gibt nur wenige Klimaanlagen. Fenster, Türen, Fahrstuhl und viele andere Dinge werden offenbar schlecht gewartet und sind oft defekt.
Kommunikation
Kollegen sind anscheinend schwer erreichbar und halten sich zurück. Absprachen mit Vorgesetzten scheinen manchmal nicht verbindlich oder man erinnert sich plötzlich nicht mehr daran.
Gleichberechtigung
Frauen scheinen relativ wenig benachteiligt zu werden. Jedoch dominieren je nach Fachbereich in den Führungspositionen immer noch Männer.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind ausgesprochen vielfältig und könnten Spaß machen, wenn sie nicht durch die erwähnten Kollegen und kaputten Strukturen verhindert werden würden.
