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Stadt Frankfurt am Mainals Arbeitgeber

Deutschland,  61 Standorte Branche Öffentliche Verwaltung
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Stadt Frankfurt am Main Erfahrungsbericht

  • 22.Okt. 2019
  • Mitarbeiter
  • Mit Arbeitgeber-Kommentar

Und noch immer hinkt der öD der Privatwirtschaft hinterher.

4,23

Arbeitsatmosphäre

Ich fühle mich in meiner Beschäftigungsstelle sehr wohl, von Reinigungskraft bis Leitung herrscht ein überwiegend wertschätzender Umgang.

Vorgesetztenverhalten

Ich kann mir vorstellen, dass es anderenorts anders ist (man wird nie mit jeder Person zurechtkommen), aber ich bin mit meinen Vorgesetzten mehr als zufrieden. Duzen ist zwar nicht drin, aber das ist in meinen Augen auch nicht unbedingt notwendig. Ich bin in meinem Berufsleben hier noch nie von oben herab behandelt worden (die Ausbildungszeit lasse ich bei meiner Bewertung außen vor, insofern nicht abweichend dargestellt).

Kollegenzusammenhalt

In meiner Dienststelle habe ich noch kein Mobbing oder dergleichen erlebt. Betriebsausflüge und Weihnachtsfeiern zeigen mir immer wieder, dass ich wirklich Glück habe mit meinen Kolleg/inn/en.

Interessante Aufgaben

Dieses Bewertungsfeld finde ich schwierig, da es bei jedem Arbeitgeber mehr oder weniger interessante Aufgaben gibt. Ich bin jedenfalls mit meinen Tätigkeitsfeldern sehr zufrieden und gehe weder vor lauter Langeweile noch vor intellektueller Verwahrlosung ein.

Kommunikation

Man bleibt durch diverse innerstädtische Informationsplattformen stets auf dem Laufenden gehalten und nebstdem gibt es zu allen für alle wichtigen Themen Newsletter (aber nicht inflationär, sondern angemessen).

Gleichberechtigung

Die Bezahlung durch gesetzlich vorgegebene Besoldung bzw. tariflich festgesetztes Entgelt ermöglicht es dem öffentlichen Dienst, sich von anderen Sektoren abzuheben, da jede*r gleich bezahlt wird. Auch habe ich nicht den Eindruck, als hätten Frauen weniger Chancen, eine Leitungsposition zu bekleiden.

Umgang mit älteren Kollegen

In meiner Dienststelle wird das Wissen älterer Kolleg/inn/en sehr geschätzt und dementsprechend wird diesen angemessen Respekt entgegengebracht.

Karriere / Weiterbildung

Probezeiten im Beamtenrecht werden so lange ausgereizt, wie es nur geht. Beförderungsmöglichkeiten im Beamtenverhältnis sind derart schlecht, dass bereits damals nach meiner Ausbildung einige Leute wieder gegangen sind, um ein Studium zu absolvieren, mit dem sie auch im privaten Sektor Fuß fassen können und dabei auch nach der Stelle belohnt werden, die sie bekleiden. Die Stellen bei der Stadt Frankfurt sind allesamt super bewertet, das findet man in Hessen sonst nur überaus selten - allerdings bringt einem die Stellenbewertung kaum etwas, wenn man bspw. zum Oberinspektor (A10) ernannt wurde, die Arbeit einer A12 macht und auf die entsprechende Bezahlung noch jahrelang warten muss. Klar, das Gesetz lässt nicht überall Spielraum, aber dennoch ist es hier starrer als bei Bundesbehörden, von denen es in Hessen auch ein paar gibt. Ich muss den Arbeitgeber hingegen dafür loben, dass Fortbildung hier wirklich großgeschrieben wird! Hier sind eigentlich immer entsprechende Mittel vorhanden und es ist für die Stadt sehr bedeutsam, die Bediensteten stetig weiterzubilden, danke!

Gehalt / Sozialleistungen

Mit der Abschaffung der Ballungsraumzulage ist hier etwas Wichtiges verlorengegangen. Wenn man berücksichtigt, dass alle Beamt/inn/en und Beschäftigten in Hessen gleich bezahlt werden, obwohl die Mieten hier teilweise doppelt so teuer sind wie anderswo in diesem Bundesland, ist die Entlohnung wirklich schlecht - sonst würden auch nicht so viele zum Arbeiten hier einpendeln. Dann kommen solche Dinge wie die Beihilfe dazu - ich habe angesichts der teilweise sehr langen Bearbeitungszeit für einen Antrag das Gefühl, dass man diese Stelle personell enorm aufstocken sollte, gerade vor dem Hintergrund steigender Einstellungszahlen, denn sonst warten die Beamt/inn/en ewig darauf, teilweise nicht wenig Geld zurückerstattet zu bekommen, was für die ein oder andere Person durchaus mal bedrohlich werden kann (diese Fälle stellen wahrscheinlich die Minderheit dar, aber es gibt sie, habe ich an Kollegen gesehen).

Arbeitsbedingungen

Im Sommer keine Klimaanlage, Arbeit bei 32 Grad Innentemperatur schlaucht ziemlich. Dienststelle ist auch nicht in der schönsten Ecke Frankfurts untergebracht, sodass viele aggressive Menschen davor umherlaufen. Manche davon wurden, ohne dass wir einen Anlass dazu geliefert haben, in der Vergangenheit sogar handgreiflich. Nichtsdestotrotz geht uns hier ziemlich gut.

Umwelt- / Sozialbewusstsein

Sozialbewusstsein durchaus ausgeprägt, Umweltbewusstsein im Ansatz vorhanden. Leider kommen immer noch sehr viele Kolleg/inn/en mit dem Auto, weil die Verkehrsinfrastruktur des ÖPNV langsam aber sicher an ihre Grenzen stößt und dem Bevölkerungswachstum dieser Stadt inzwischen nicht mal mehr ansatzweise gerecht wird (Bahnverkehr; Busse hingegen sind reichlich vorhanden und die Busspur auf den Straßen finde ich sagenhaft!). Darüber hinaus wird die Digitalisierung hier noch ein Weilchen brauchen. Zwar ist man auf Recyclingpapier umgestiegen, aber es wird trotzdem noch viel per Papier erledigt (mitunter jedoch, weil man einschlägigen rechtlichen Bestimmungen nicht Rechnung tragen kann, weil diese noch veraltet sind).

Work-Life-Balance

Angesichts der Wochenarbeitszeit ginge es noch. Da man sich aber von seinem Gehalt als Alleinstehende*r nicht wirklich eine Wohnung im Rhein-Main-Gebiet leisten kann, kommen gut und gerne noch 15 Stunden Fahrtzeit (wenn alles klappt im ÖPNV!) drauf. Ein Leben hat man dann nicht mehr wirklich. Die werksgeförderten Wohnungen sind ne schöne Idee, aber solche Dinge wie Durchlauferhitzer etc. empfinde ich nicht mehr als zeitgemäß. Hier wird an der falschen Stelle gespart. Ich bin mir sicher, dass weniger Mitarbeiter*innen krankheitsbedingt fehlen würden, hätten sie keinen halben Burn-Out von der ewigen Fahrerei. Die Gleitzeit finde ich super und ich bin sehr dankbar dafür! Auch die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung begrüße ich genauso wie das Wissen, auch mein restliches Arbeitsleben lang planmäßig nur von Montag bis Freitag arbeiten zu müssen, nicht wie die Menschen im Einzelhandel (oder im Zoo/Palmengarten/Museum) am Wochenende. Allerdings besteht in puncto Home Office noch SEHR VIEL Nachholungsbedarf. Das ist noch viel zu starr. Allerorts wird der öffentliche Dienst als familienfreundlicher Arbeitgeber dargestellt, was jedoch hinsichtlich dessen absolut nicht stimmt.

Image

Bürger*innen/Einwohner*innen haben eben die typischen Vorbehalte. Die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung werden häufig als Belastung und einzige Steuergeldverschwendung wahrgenommen. Nebstdem gehört man eben zum „Amtsschimmel“ und wird häufig dafür verantwortlich gemacht, dass hier nicht alles optimal läuft (Wohnungsnot z. B.). Man versucht, die Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern, indem man in Zukunft ein kostenloses JobTicket anbietet - dieses soll dann ausschließlich im RMV gültig sein, wodurch Personen, die nicht mehr in diesem Tarifverbund wohnen, (sollte keine Einzelfallregelung beibehalten werden) mehr bezahlen würden als es jetzt mit Eigenbeteiligung der Fall ist. Dies habe ich bereits angesprochen, aber sonderlich wahrgenommen gefühlt habe ich mich dabei nicht. Jedenfalls wäre dies für mich längerfristig gesehen eher ein Grund zu gehen. Hier ist der private Sektor, häufig mit Zuschlagszahlungen für den Fernverkehr der DB (!!), einfach immer noch um Welten weiter.

Verbesserungsvorschläge

  • ein wirklich landesweites JobTicket, auch mit VRN und NVV
  • den Nachwuchs mehr wertschätzen, indem man ihn nicht jahrelang auf die erste Beförderung warten lässt, wenn das Können vorhanden ist

Pro

Habe ich oben schon ausgeführt. Angenehme Aufgaben, Pensionsansprüche, Gleitzeit, Teilzeitbeschäftigung, gute Stellenbewertung, nettes kollegiales Umfeld, Arbeit von Montag bis Freitag, Wahrscheinlichkeit einer Versetzung ans andere Ende der Welt ist verschwindend gering (-> Planungssicherheit).

Contra

Es wird vieles getan, um sich als Arbeitgeber nach außen hin interessanter zu machen. Dabei passiert aber manchmal auch etwas Unausgegorenes (vgl. JobTicket) - hier sollten die Bestandsmitarbeiter*innen vielleicht mehr einbezogen werden.

Arbeitsatmosphäre
5,00
Vorgesetztenverhalten
5,00
Kollegenzusammenhalt
5,00
Interessante Aufgaben
5,00
Kommunikation
5,00
Gleichberechtigung
5,00
Umgang mit älteren Kollegen
5,00
Karriere / Weiterbildung
3,00
Gehalt / Sozialleistungen
3,00
Arbeitsbedingungen
4,00
Umwelt- / Sozialbewusstsein
4,00
Work-Life-Balance
3,00
Image
3,00

Folgende Benefits wurden mir geboten

flex. Arbeitszeit wird geboten Betr. Altersvorsorge wird geboten Barrierefreiheit wird geboten Gesundheitsmaßnahmen wird geboten gute Verkehrsanbindung wird geboten
  • Firma
    Magistrat der Stadt Frankfurt am Main
  • Stadt
    Frankfurt am Main
  • Jobstatus
    Aktueller Job
  • Position/Hierarchie
    Angestellte/r - Arbeiter/in
  • Unternehmensbereich
    Administration / Verwaltung

Kommentar des Arbeitgebers

Sehr geehrte_r Bewerter_in, wir freuen uns, dass Sie sich die Zeit genommen haben eine so ausführliche und konstruktive Arbeitgeberbewertung zu verfassen. Wir bedanken uns für Ihr Engagement! Einige von Ihnen als verbesserungswürdig angesprochene Punkte stehen kurz vor einer positiven Veränderung, andere sind noch in Bearbeitung. Alles in allem helfen uns Ihre Anmerkungen sehr weiter. Herzlichen Dank! Mit freundlichen Grüßen Oliver Becker Abteilungsleiter Personalwerbung, Ausbildung, Personalwirtschaft eingestellt von:

Team Personalwerbung

Stadt Frankfurt am Main