Stadt Göttingen - Keine Empfehlung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv hervorzuheben sind aus meiner Sicht im Wesentlichen die durch den TVöD abgesicherten Rahmenbedingungen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich kann die bereits geäußerten Kritikpunkte nur bestätigen. Aus meiner Wahrnehmung leiden Beschäftigte unter Mobbing, abwertendem Verhalten gegenüber Frauen sowie teils übergriffigem Verhalten einzelner Kolleginnen und Kollegen, das gezielt auf die Schädigung anderer ausgerichtet ist. Entsprechende Vorfälle werden meiner Erfahrung nach eher verschwiegen als aufgearbeitet. Die Zahl der Personen, die unter diesen Bedingungen psychisch belastet werden, scheint mir zuzunehmen. Hinzu kommt eine in einigen Organisationseinheiten überproportional hohe Arbeitsbelastung. Überlastungsanzeigen lassen sich nach meiner Erfahrung häufig erst nach monatelangem Einsatz der Beschäftigten durchsetzen und werden ihnen im Nachgang teils sogar negativ ausgelegt. Auch eine Bevorzugung männlicher Beschäftigter sowie verbeamteter Kolleginnen und Kollegen ist mir wiederholt aufgefallen, ebenso wie interne Absprachen bei Stellenbesetzungen. In der Summe entsteht dadurch eine Atmosphäre, die von Verunsicherung geprägt ist – erkennbar auch an einer hohen Fluktuation, sowohl innerhalb des Hauses als auch nach extern.
Verbesserungsvorschläge
Ein spürbarer Wandel im Führungsverhalten sowie die ernsthafte Auseinandersetzung mit bestehenden Problemen wären aus meiner Sicht ein wichtiger erster Schritt. Stellenbesetzungsverfahren sollten konsequent effizient und tatsächlich transparent gestaltet werden. Zudem sollte die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden. Insgesamt wäre es wünschenswert, dass nach außen kommunizierte Werte auch im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden, statt lediglich als Außendarstellung zu dienen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschlechtert. Toxische Verhaltensmuster – sowohl seitens einzelner Führungskräfte als auch unter Kolleginnen und Kollegen – lassen sich aus eigener Erfahrung bestätigen. Diese Entwicklung geht mit einer zunehmenden Frustration und einer damit verbundenen Resignation im Team einher. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Mitarbeitende aus Sorge vor negativen Konsequenzen zögern, ihre Meinung offen zu äußern, da eine zu deutliche Positionierung häufig als Risiko wahrgenommen wird.
Image
Das Ansehen des Arbeitgebers verschlechtert sich aus meiner Wahrnehmung von Jahr zu Jahr. Erhaltene Auszeichnungen werden als Aushängeschild genutzt, spiegeln sich im Arbeitsalltag jedoch nur bedingt wider.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance lässt sich in der Praxis nur mit einer mittleren Bewertung einordnen. Zwar werden Gleitzeit und Homeoffice grundsätzlich angeboten, die konkrete Umsetzung erfolgt jedoch uneinheitlich: Jeder Bereich handhabt die Regelungen unterschiedlich, sodass der Eindruck einer einheitlichen, verbindlichen Regelung eher vorgetäuscht als tatsächlich gelebt wird.
Karriere/Weiterbildung
Das Weiterbildungsangebot beschränkt sich im Wesentlichen auf Standardfortbildungen. Die internen Stellenbesetzungsverfahren empfinde ich als deutlich verbesserungswürdig: Obwohl sie offiziell als fair und transparent dargestellt werden, entsteht aus meiner Erfahrung häufig der Eindruck, dass im Vorfeld bereits Absprachen getroffen werden. Beurteilungen scheinen mir dabei teils gezielt sehr positiv oder sehr negativ ausgestellt zu werden, um den Ausgang eines Verfahrens zu beeinflussen – das eigentliche Beurteilungsinstrument verliert dadurch aus meiner Sicht an Aussagekraft und Objektivität. Langjährige, erfahrene Mitarbeitende haben dadurch häufig kaum Chancen auf einen höherwertigen Stellenaufstieg.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung erfolgt nach TVöD, wobei Stellen im Vergleich zu anderen Kommunen bzw. Behörden häufig niedriger bewertet werden. Dies führt zu wachsendem Frust unter den Beschäftigten, die teils über Jahre für eine angemessenere Stellenbewertung eintreten müssen. Zusätzliche Angebote wie Corporate Benefits und Hansefit bestehen zwar, werden jedoch nicht nennenswert bezuschusst; Auszubildende und Studierende erhalten zudem keine vergünstigten Konditionen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nachhaltigkeits- und Sozialengagement werden nach außen beworben, im Arbeitsalltag jedoch aus meiner Sicht nur eingeschränkt tatsächlich umgesetzt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen ist stark abhängig vom jeweiligen Team und daher kaum vorhersehbar. In der Regel lässt sich auch hier ein eher toxisches Miteinander feststellen, geprägt von gegenseitigem Ausspielen und ausgeprägtem Ellenbogenverhalten. Persönliche Befindlichkeiten erschweren zudem regelmäßig den Arbeitsalltag. Lästereien und Mikroaggressionen gehören dabei nicht zur Ausnahme, sondern sind Teil des alltäglichen Umgangs.
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrene, ältere Kolleginnen und Kollegen werden bei Stellenbesetzungen nach meiner Beobachtung teils übergangen, selbst wenn sie über die fachlich bessere Eignung verfügen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten vieler Führungskräfte entspricht aus meiner Erfahrung nicht dem, was in der freien Wirtschaft auf Dauer tragfähig wäre. Über mehrere Organisationseinheiten hinweg musste ich wiederholt feststellen, dass Führungsverhalten von toxischen Mustern und mangelndem Interesse an den ihnen unterstellten Mitarbeitenden geprägt ist. Angebotene Führungskräfteseminare werden nach meinem Eindruck nicht ernst genommen, da viele Führungskräfte von ihrer eigenen Kompetenz überzeugt sind und entsprechende Angebote teils sogar ins Lächerliche gezogen werden. Probleme innerhalb von Teams werden häufig nicht aufgegriffen, sondern ignoriert – in mehreren Fällen wurden aus meiner Wahrnehmung eher die Betroffenen selbst negativ sanktioniert als die eigentliche Ursache adressiert.
Arbeitsbedingungen
Aufgrund von Platzmangel steht einigen Personen kein fest zugewiesener Arbeitsplatz zur Verfügung. Das vielfach beworbene Konzept des Großraumbüros erweist sich in der praktischen Anwendung als problematisch – sowohl hinsichtlich des Lärmpegels als auch im Hinblick auf datenschutzrechtliche Anforderungen. Hinzu kommt anhaltender Baulärm, der die Arbeitsbedingungen zusätzlich beeinträchtigt.
Kommunikation
Die Kommunikationskultur weist bereits auf oberster Ebene deutliche Schwächen auf. Es bestehen nur begrenzte Möglichkeiten, eigene Anliegen strukturiert mit der jeweiligen Führungskraft abzustimmen. Noch ausgeprägter zeigen sich die Defizite in der bereichs- bzw. fachübergreifenden Kommunikation, die den Informationsfluss zwischen den Abteilungen zusätzlich erschwert.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird nach außen kommuniziert, in der praktischen Umsetzung jedoch aus meiner Erfahrung nicht konsequent gelebt. Frauen, die sich kritisch äußern oder Probleme ansprechen, werden nach meiner Wahrnehmung tendenziell schneller als schwierig etikettiert, während männliche Beschäftigte in vergleichbaren Situationen eher wohlwollend behandelt werden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben selbst bieten wenig Gestaltungsspielraum; es fehlt an Flexibilität bei der Aufgabenverteilung und -gestaltung.
