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Herten
Bewertung

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Langfristige Bindung von Mitarbeitenden und Potentialförderung ist der Stadt Herten leider egal

2,2
Empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Herten gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Rathaus liegt in einer sehr schönen Lage direkt am Schlosspark und nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt – das bietet auch in der Pause Raum für kurze Erholung und schöne Spaziergänge. Besonders für radfahrende Kollegen hat man es gut gelöst: Fahrräder können in einem abschließbaren Käfig sicher und nahezu direkt am Rathaus abgestellt werden.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besonders enttäuschend ist der Umgang mit dem Thema Karriere und Weiterbildung. Engagierte Mitarbeitende, die sich fachlich weiterentwickeln möchten, stoßen oft auf Hürden – nicht wegen fehlender Angebote, sondern wegen mangelnder Unterstützung. Weiterbildungen hängen stark vom Team und der Führungskraft ab, werden in manchen Bereichen kaum aktiv gefördert oder sogar ausgebremst.

Auch Stellenbewertungen erfolgen nicht nachvollziehbar und nicht unabhängig – Mitarbeitende müssen ihre eigenen Aufgaben beschreiben, werden aber durch Personen bewertet, die die fachliche Tiefe nicht kennen oder sogar ausgebremst. Entwicklung wird dadurch nicht gefördert, sondern oft entmutigt.
Die Folge: Wer sich engagiert, bekommt eher ein schlechtes Gewissen gemacht als eine Perspektive aufgezeigt.

Verbesserungsvorschläge

Ein erster und dringend notwendiger Schritt wäre ein echter Kulturwandel!! Weg von Kontrolle und Hierarchiedenken, hin zu Vertrauen, Transparenz und echter fachlicher Förderung. Die derzeit stark ausgeprägten Hierarchien bremsen Mitarbeitende aus und verhindern kreative Lösungen, Eigenverantwortung und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Eine Führung „von unten nach oben“ wäre vielleicht zielführender, mit mehr Raum für Mitgestaltung, Sachverstand und Rückkopplung aus der Praxis. Führungskräfte sollten nicht in erster Linie bewerten und blockieren, sondern fördern, beraten und begleiten. Das setzt allerdings voraus, dass Stellenbewertungen unabhängig und nachvollziehbar erfolgen, nicht durch Führungskräfte, die ihre eigene Rolle oder Position sichern wollen.

Zudem sollte die Personalentwicklung neu gedacht werden: Fortbildungen sollten nicht vom Wohlwollen einzelner Vorgesetzter abhängen, sondern systematisch unterstützt und gezielt gefördert werden – insbesondere dann, wenn Mitarbeitende sich freiwillig weiterbilden.

Auch die internen Prozesse (z. B. Intranet, Informationsverteilung, Zugang zu Sozialleistungen) sollten entschlackt, vereinheitlicht und transparenter gestaltet werden, damit die Energie wieder dort ankommt, wo sie hingehört: in die Arbeit für die Menschen in der Stadt !!!

Als zweiten Schritt schlage ich eine offene, für alle verpflichtende Mitarbeitendenbefragung vor – mit besonderem Fokus auf das Verhalten von Führungskräften. Nicht nur Mitarbeitende haben Pflichten, sondern auch der Arbeitgeber. Seid fair, reflektiert euch selbst – und bringt endlich Dinge in Bewegung.

Und nutzt endlich das tatsächliche Potenzial der hier tätigen Mitarbeitenden! Alle Stellen sind erlernbar – niemand operiert hier am offenen Herzen oder fliegt ins Weltall (Stichwort: JOBROTATION). Geht gezielt auf Mitarbeitende zu und zeigt ihnen Entwicklungsmöglichkeiten auf. Das ist kein Zeichen von Stolz, sondern Ausdruck von Sachverstand und zielgerichteter Potenzialförderung.

Arbeitsatmosphäre

Man muss sehr genau aufpassen, was man wo und wie sagt. Eine offene Kommunikationskultur existiert faktisch nicht, stattdessen herrscht in weiten Teilen eine spürbare Neid- und Misstrauenskultur. Persönliche Gespräche oder fachliche Initiativen werden schnell kritisch beäugt oder falsch ausgelegt. Leider ist es notwendig geworden, sich als Mitarbeitender durch eigene, interne Vermerke abzusichern – was allein schon viel über das Klima aussagt.

Image

Von vielen Bekannten, Bürgerinnen und Bürgern sowie Mitarbeitenden anderer Städte, Kommunen oder Kreise höre ich selten Positives über die Stadt Herten. Besonders die Themen mangelnde Flexibilität und ein häufig als unfreundlich wahrgenommenes Verhalten werden immer wieder genannt.
Das ist schade, denn die Stadt bietet objektiv betrachtet durchaus viel Potenzial. Leider wird dieses Potenzial nicht konsequent genutzt, weder in der Außendarstellung noch im täglichen Miteinander.

Work-Life-Balance

Die Stadt Herten bietet grundsätzlich Rahmenbedingungen, die eine ausgewogene Work-Life-Balance ermöglichen , etwa durch Gleitzeitregelungen und die Möglichkeit zum Homeoffice. In meinem Team ist das jedoch leider nicht gelebte Praxis: Die Vorgaben sind sehr starr und deutlich von Misstrauen geprägt. Homeoffice-Zeiten werden ungleich verteilt, aber sind für die Leitungssperson selbstverständlich, für andere mit Einschränkungen oder zusätzlichen Hürden. Die Fairness hängt stark vom jeweiligen Team und der Haltung der Vorgesetzten ab.

Karriere/Weiterbildung

In dieser Kategorie würde ich, wenn es möglich ist, null Sterne vergeben.
Stellenbewertungen erfolgen weder fachlich noch nachvollziehbar. Mitarbeitende sollen ihre eigenen Stellenbeschreibungen verfassen, die dann von Personen bewertet werden, die weder die tatsächlichen Anforderungen noch den Arbeitsalltag kennen.

Ein Beispiel: Ein Kollege, der eine Stellenbewertung beantragte, erhielt von der Personalabteilung die Aussage, dass seine Stelle eigentlich sogar niedriger eingruppiert sein müsste als bisher – noch bevor eine objektive Bewertung vorlag. Das ist nicht nur entmutigend, sondern schlicht respektlos gegenüber dem Engagement der Mitarbeitenden.

Statt Motivation zu fördern, wird engagierten Kräften oft ein schlechtes Gewissen eingeredet. Es zählt weniger die fachliche Leistung, sondern eher, wen man kennt. Führungskräfte nehmen starken Einfluss auf Bewertungen, während neutrale externe Gutachten kaum bis gar nicht berücksichtigt, sogar eher ignoriert oder belächelt werden!

Weiterbildungen werden stark vom jeweiligen Team abhängig gemacht. In meinem Fall werden sie nicht unterstützt – teilweise nehme ich sogar Urlaub, um Schulungen überhaupt besuchen zu können.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt richtet sich nach dem TVöD, grundsätzlich transparent geregelt, aber in der Umsetzung nicht immer gerecht. Gerade externe Bewerberinnen und Bewerber werden bei der Einstellung oft deutlich zu niedrig in den Erfahrungsstufen eingeordnet, meist Stufe 1 oder 2, unabhängig von der tatsächlichen Berufserfahrung. Auch intern könnten Führungskräfte Mitarbeitende gezielt höher einstufen, um Leistung zu honorieren. Rechtlich wäre das sicherlich möglich, wird aber selten genutzt.

Die Sozialleistungen entsprechen formal dem Standard im öffentlichen Dienst, zusätzliche Angebote gibt es, aber mit auffälligen Unterschieden:
So sind Parkplätze etwa für Beschäftigte beim ZBH/HIB oder Lehrkräfte an Schulen kostenlos, Mitarbeitende im Rathaus hingegen müssen für Stellplätze zahlen –> bei gleichzeitig äußerst geringer Flexibilität.
Ein weiteres Beispiel: Schwimmkarten für das Copa Ca Backum sind für Beschäftigte der 100%igen Tochter (Hertener Stadtwerke) vorgesehen, nicht jedoch für die Mitarbeitenden der Stadt Herten selbst.
Viele dieser kleinen Unterschiede sorgen für Unmut – dabei könnte man durch einfache und sozial gerechte Regelungen viel zur Mitarbeiterzufriedenheit beitragen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Als öffentliche Verwaltung ist die Stadt Herten grundsätzlich an gesetzlichen Vorgaben und Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet. Es gibt einzelne Maßnahmen und Programme, die ökologisches oder soziales Bewusstsein widerspiegeln. Im konkreten Arbeitsalltag meines Bereichs spielt das Thema allerdings kaum eine bedeutende Rolle. Ein echtes Umwelt- oder Sozialbewusstsein wird stark vom persönlichen Engagement Einzelner getragen und ist nicht spürbar in der Führung verankert!

Was mir besonders auffällt: Mitarbeitende – egal in welcher Funktion – können natürlich auch mal einen schlechten Tag haben. Das ist menschlich. Aber Höflichkeit, Freundlichkeit und gegenseitiger Respekt sollten nie verloren gehen – weder im Kollegenkreis noch im Umgang mit Bürgerinnen und Bürgern. Eine einfache, freundliche Haltung kann sehr viel bewirken wie zum Beispiel "Guten Tag" oder "Guten Morgen" zu sagen (auch als Führungskraft!!).

Kollegenzusammenhalt

Ich kann hier nur für mein direktes Team sprechen. Dort entsteht klar der Eindruck, dass zwischen Beamten und tariflich Beschäftigten unterschieden wird – sowohl in der Kommunikation als auch im Umgang. Viele Aussagen werden auf die Goldwaage gelegt, wirkliche Offenheit fehlt. Das Miteinander ist von Distanz und Vorsicht geprägt, nicht von Vertrauen. Kleinere Dinge werden überproportional aufgebauscht, es gibt Machtspielchen ohne nennenswerten Nutzen, weder für das Team noch für die Bürger dieser Stadt.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleginnen und Kollegen sind ohne Frage wichtig – sie bringen Erfahrung, Kontinuität und viele wertvolle Einblicke mit. Gleichzeitig gilt aber auch: Die Arbeitswelt verändert sich stetig und schneller als je zuvor. Während manche ältere Kolleginnen/Kollegen offen für neue Entwicklungen und (auch digitale) Veränderungen sind, gibt es auch solche, die sich bewusst zurückziehen oder Neuerungen gar nicht erst ausprobieren möchten. Das sorgt teilweise für Spannungen im Arbeitsalltag und macht Veränderungsprozesse schwieriger, als sie sein müssten.

Vorgesetztenverhalten

Ich kann hier nur für meine direkte Vorgesetztenperson sprechen – und vergebe in diesem Punkt bewusst nur einen von fünf Sternen. Entscheidungen erfolgen häufig ohne nachvollziehbare Kommunikation, Vertrauen wird durch Kontrolle ersetzt. Konstruktive Vorschläge oder Initiativen stoßen auf Zurückhaltung oder werden nicht ernst genommen. Kritik oder Rückfragen – selbst sachlich geäußert – werden eher als Angriff gewertet. Unterschiedliche Maßstäbe im Umgang mit Mitarbeitenden (z. B. bei Homeoffice, Arbeitszeit oder Fortbildungen) tragen zusätzlich zu einem belastenden Arbeitsklima bei. Förderung oder gezielte Weiterentwicklung finden nicht statt: Es entsteht für mich der Eindruck, dass Mitarbeiter eher klein- als starkgehalten werden.

Arbeitsbedingungen

Die technischen Arbeitsmittel und Räumlichkeiten entsprechen grundsätzlich dem Standard des öffentlichen Dienstes. Allerdings sind die Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag stark davon abhängig, in welchem Team man arbeitet – insbesondere, wie dort Führung gelebt wird. In meinem Bereich herrschen starre Vorgaben, ein hoher Grad an Kontrolle und deutlich spürbares Misstrauen, etwa bei Zeiterfassung, Homeoffice oder interner Kommunikation. Der Gestaltungsspielraum ist dadurch stark eingeschränkt, was sich negativ auf die Motivation auswirkt. Während es strukturell Möglichkeiten gäbe, werden diese leider nicht einheitlich oder fair angewendet.

Kommunikation

Die Informationsweitergabe erfolgt überwiegend über Newsletter oder gelegentlich als Begleitschreiben zur Gehaltsabrechnung. Allerdings gibt es eine Vielzahl an teilweise veralteten Dienst- und Arbeitsanweisungen, was die Orientierung erschwert. Das Intranet ist stark überfrachtet und unübersichtlich, sodass wichtige Informationen für den beruflichen Alltag leicht untergehen. Es entsteht der Eindruck, dass Führungskräfte über wesentliche Themen informiert werden – diese Informationen aber kaum strukturiert bei den Mitarbeitenden ankommen.

Gleichberechtigung

Nach außen hin achtet die Stadt formal auf Gleichstellung und Vielfalt, in Ausschreibungen und Leitlinien wird auf Chancengleichheit verwiesen. In der alltäglichen Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Innerhalb der Organisation werden Mitarbeitende unterschiedlich behandelt, je nach Status, Hierarchiestufe oder persönlichem Verhältnis zur Führungskraft.

Interessante Aufgaben

Ja, die gibt es in der Tat – und grundsätzlich macht es auch Freude, diese Aufgaben zu übernehmen und fachlich voranzutreiben! Leider wird genau dieser Gestaltungswille häufig durch Machtspielchen, Kontrolle und Misstrauen ausgebremst. Wenn Mitarbeitende sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten frei entfalten dürfen (können) und dabei Rückhalt von der Führungskraft erhalten, entsteht ein gesundes Fundament, was viel bewirken kann. Zusätzlich erschwert wird dies aber durch die stark hierarchieorientierte Kultur innerhalb der Stadtverwaltung. Hierarchieebenen stehen deutlich im Vordergrund, was offene Zusammenarbeit und eigenverantwortliches Handeln unnötig blockiert.

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Arbeitgeber-Kommentar

Nathalie van den MeulenhofAbteilungsleitung Personal

Vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback und Ihre offenen Worte. Wir schätzen Ihre Ehrlichkeit sehr und nehmen Ihre Hinweise ernst. Es tut uns leid zu hören, dass Sie in einigen Bereichen unzufrieden sind und sich nicht ausreichend unterstützt fühlen. Unser Ziel ist es, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der sich alle Mitarbeitenden wertgeschätzt, gefördert und fair behandelt fühlen.

Ihre Anregungen zu mehr Transparenz, Führungsverhalten und einer Kultur des Vertrauens nehmen wir sehr ernst. Wir sind uns bewusst, dass hier noch Verbesserungsbedarf besteht, und möchten gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden an einer positiven Veränderung arbeiten. Besonders die Themen Weiterbildung, Kommunikation und Teamkultur sind uns wichtig, und wir setzen uns dafür ein, diese Bereiche aktiv zu verbessern.
Wir freuen uns sehr, dass wir seit dem 01.03.2025 eine Stelle für Personalentwicklung und -bindung geschaffen haben, die genau diese Themen anfassen wird.

Wir danken Ihnen für Ihren Einsatz und Ihre konstruktiven Vorschläge. Nur durch den offenen Dialog können wir unsere Organisation weiterentwickeln und für alle Mitarbeitenden ein noch besserer Arbeitgeber werden. Wir hoffen, dass wir in Zukunft gemeinsam an einer positiven Veränderung arbeiten können.
Sollten Sie in einen offenen und vertrauensvollen Austausch treten wollen, freue ich mich mit Ihnen über die o.g. Themen auszutauschen und daran gemeinsam zu arbeiten.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.