Viel Verantwortung im Service – Weiterempfehlung nur bei besserer Personaldecke
Gut am Arbeitgeber finde ich
Soziale Zusatzleistungen wie zusätzliche Rentenleistungen, vermögenswirksame Leistungen, betriebliche Krankenversicherung sowie überdurchschnittliche Urlaubstage.
Grundsätzlich flexible Arbeitszeitmodelle, wenn diese frühzeitig abgestimmt werden.
Sichere Anstellung im öffentlichen Dienst mit tariflicher Absicherung.
Ein grundsätzlich kollegiales Miteinander, auch wenn die Belastung hoch ist.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlecht finde ich die seit Jahren anhaltende personelle Unterbesetzung im Service sowie das Gefühl, dass wiederholte Hinweise aus der Praxis nicht zu nachhaltigen Verbesserungen führen. Die Tätigkeit im Service wird aus meiner Sicht in ihrer Verantwortung und Belastung nicht ausreichend wertgeschätzt. Zudem besteht teilweise eine Diskrepanz zwischen der nach außen kommunizierten Offenheit und der tatsächlichen Auseinandersetzung mit kritischen Themen.
Verbesserungsvorschläge
Es wäre wünschenswert, die aktuelle Situation im Service und Vertrieb ernsthaft zu analysieren und nachhaltige Maßnahmen zur Entlastung zu ergreifen. Die dauerhafte Unterbesetzung sollte nicht als Normalzustand akzeptiert werden.
Aktuell kann ich das Unternehmen wegen der Personalsituation im Service nicht weiterempfehlen. Mit einer besseren Besetzung könnte ich mir jedoch gut vorstellen, wieder einen Daumen hoch zu geben.
Der Service ist das Aushängeschild und die erste Anlaufstelle im Haus. Eine attraktivere Positionierung – sowohl finanziell als auch strukturell – könnte helfen, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu halten.
Zudem sollte geprüft werden, wie der Vertrieb wieder gestärkt und attraktiver gestaltet werden kann. In den vergangenen Jahren wurden Strukturen verschlankt, wodurch Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten teilweise verloren gegangen sind. Eine klare Aufwertung und transparente Entwicklungspfade könnten Motivation und Identifikation erhöhen.
Vor allem wäre es wichtig, Rückmeldungen aus der Praxis nicht nur anzuhören, sondern sichtbar in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Aktuell entsteht teilweise der Eindruck, dass die tatsächlichen Herausforderungen vor Ort nicht ausreichend priorisiert werden.
Mehr Offenheit im Umgang mit Kritik sowie ein ehrlicher Dialog über die Situation würden das Vertrauen im Team stärken.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten Jahren leider deutlich verschlechtert. Der Service ist seit langer Zeit unterbesetzt, viele Kolleginnen und Kollegen fallen immer wieder krankheitsbedingt aus. Dadurch entsteht ein dauerhafter Kreislauf aus Mehrbelastung, Überforderung und weiterer Krankheit – oft werden Kolleginnen und Kollegen selbst krank, weil sie die Ausfälle anderer auffangen müssen.
Es sind kontinuierlich Stellenausschreibungen – auch für Quereinsteiger – veröffentlicht. Einige Quereinsteiger mussten jedoch bereits in der Probezeit gehen, da die Anforderungen im Service nicht zu unterschätzen sind. Das zeigt, wie anspruchsvoll die Tätigkeit tatsächlich ist.
Die dauerhafte Unterbesetzung sorgt verständlicherweise für Unmut im Team. Auch Berater und Auszubildende müssen regelmäßig im Service einspringen, was zusätzlich Spannungen verursacht. So leidet die Stimmung zunehmend.
Image
Nach außen wird viel Wert auf ein positives Image gelegt – auch im Hinblick auf kununu-Bewertungen. Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Abteilungen werden motiviert, gute Bewertungen zu schreiben.
Erscheinen jedoch kritische Bewertungen, wird die Stimmung spürbar angespannter und es wird gebeten, diese zu überdenken. Es wird viel über Offenheit gesprochen, jedoch wenig offen über die tatsächlichen Herausforderungen im Service.
Work-Life-Balance
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten, sofern diese frühzeitig abgesprochen und geplant werden. Mit rechtzeitiger Abstimmung lassen sich Stundenmodelle gut organisieren, was positiv hervorzuheben ist.
Allerdings zeigt sich auch hier der anhaltende Personalmangel. Ausfälle müssen im Team aufgefangen werden, freie Tage stoßen teilweise auf Unverständnis und Urlaube müssen sehr früh – oft bereits im Vorjahr – festgelegt werden, damit die Einsatzplanung funktioniert.
Kurzfristige Urlaubswünsche sind aufgrund der knappen Personaldecke nur schwer umsetzbar. Die Flexibilität ist also grundsätzlich gegeben, stößt in der Praxis jedoch durch die personelle Situation an ihre Grenzen.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich gibt es bei der Sparkasse interne Karrieremöglichkeiten. Besonders in internen Abteilungen bestehen gute Entwicklungschancen.
Im Vertrieb wurden jedoch Strukturen verschlankt, wodurch es hier weniger Aufstiegsmöglichkeiten gibt und die Luft nach oben begrenzter ist.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich ist der Zusammenhalt im Team gut. Es sind keine „schlechten Menschen“, im Gegenteil. Allerdings kippt die Stimmung verständlicherweise, wenn dauerhaft die gleichen Kolleginnen und Kollegen ausfallen und die übrigen die Mehrarbeit auffangen müssen.
Ohne ausreichende Personaldecke wird sich dieser Kreislauf kaum durchbrechen lassen.
Vorgesetztenverhalten
Die direkte Vorgesetzte ist bemüht und engagiert. Ihr kann man persönlich keinen Vorwurf machen, da sie mit den vorhandenen Ressourcen arbeiten muss. Auch sie würde sich die Situation sicherlich anders wünschen.
Kommunikation
Kommunikation wird im Unternehmen grundsätzlich großgeschrieben – zumindest theoretisch, was sich in vielen Schulungen widerspiegelt. In Bezug auf die konkrete Situation im Service fühlt man sich jedoch oft nicht ausreichend gehört.
Probleme wurden mehrfach angesprochen, dennoch entsteht nicht das Gefühl, dass der Service als elementarer Bestandteil des Hauses wahrgenommen wird. Die Auszubildenden werden heute nicht mehr gezielt für eine langfristige Tätigkeit im Service ausgebildet. Entsprechend gering ist die Motivation, nach der Ausbildung im Service zu bleiben.
Dabei haben viele Führungskräfte ihre Laufbahn früher selbst im Service begonnen – geschadet hat es niemandem. Schade, dass dieser Weg heute nicht mehr als wertvoll angesehen wird.
Gehalt/Benefits
Die Bezahlung liegt im unteren Bereich des TVöD. Trotz mehrfacher Rückmeldungen wird die Stelle aus meiner Sicht nicht als besonders anspruchsvoll angesehen – dabei umfasst die Tätigkeit im Service deutlich mehr als reine Ein- und Auszahlungen.
Man ist erste Anlaufstelle im Haus, arbeitet mit unterschiedlichsten Kundengruppen und muss auch mit schwierigen, lauten oder teils aggressiven Situationen professionell umgehen. Die Verantwortung und Belastung werden in der Eingruppierung aus meiner Sicht nicht ausreichend berücksichtigt.
Trotz der niedrigen Einstufung im TVöD gibt es jedoch auch positive Aspekte, die fairerweise erwähnt werden sollten:
zusätzliche Leistungen in die Rentenkasse
32 Urlaubstage
zusätzlich Rosenmontag sowie der 24. und 31. Dezember frei
vermögenswirksame Leistungen in voller Höhe, Weihnachtsgeld,
eine betriebliche Krankenversicherung
Diese Zusatzleistungen sind definitiv ein Pluspunkt und werten das Gesamtpaket auf. Dennoch bleibt die Frage, ob die eigentliche Tätigkeit und Verantwortung im Service angemessen bewertet wird.
Interessante Aufgaben
Der Job im Service ist vielseitig und definitiv nicht langweilig. Man hat täglich mit unterschiedlichen Kundengruppen zu tun und übernimmt weit mehr als reine Ein- und Auszahlungen – von Beratung bis hin zu anspruchsvollen Situationen mit schwierigen Kunden.
Allerdings werden die Anforderungen in den letzten Jahren immer größer. Viel Spaß macht die Tätigkeit besonders dann, wenn ausreichend Personal vorhanden ist, sodass die Aufgaben ohne dauerhaften Zeitdruck und Überlastung erledigt werden können. Unterbesetzung schmälert leider die Freude an der Arbeit.