Der Begriff "toxisches Arbeitsklima" wurde für diese Firma erfunden.
Arbeitsatmosphäre
Einfach nur belastend. Hier wird gerne auf Schön-Wetter gemacht, aber Vorsicht! Die gesamte Führungsebene kennt nur Druck und Einschüchterung. Freie Meinungsäußerung? Nur wenn sie der des Chefs entspricht. Gute Laune? Nur wenn der Chef auch gute Laune hat, ansonsten wird er dafür sorgen, dass auch dein Tag versaut wird!
Image
Mir ist niemand bekannt, der die Firma als Mitarbeiter kennengelernt hat und auch nur im entferntesten positiv über sie berichtet. Leidensgenossen finden sich hingegen viele.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance wird hier groß geschrieben, solange das Pendel im Zweifel immer für die Arbeit ausschlägt.
- Erreichbarkeit nach Feierabend, auch spät am Abend? Wird vorausgesetzt. Hinweise auf Privatleben nicht erwünscht.
- Erreichbarkeit im Urlaub? Wird als selbstverständlich erachtet. Man könne doch wohl mal eben kurz ein paar Stunden sich um Dinge kümmern, die absolut nicht dringlich sind, aber einfach erledigt werden sollen.
- Elternzeit beantragen? Wie kann man nur! Eine Frechheit gegenüber dem Arbeitgeber!
Karriere/Weiterbildung
Hauptsache man funktioniert, aber selbst hohes Engagement und Leistung werden nicht honoriert. Stattdessen werden engagierte Mitarbeiter klein gehalten. Intrigante Persönlichkeiten hingegen, die sich gut verkaufen können und ein gutes Verhältnis zum Chef pflegen, haben hier beste Aufstiegsmöglichkeiten.
Gehalt/Benefits
Gute Leistungen werden hier kaum honoriert. Stattdessen werden regelmäßig Vorwände gefunden, die Gehälter der Mitarbeiter gering zu halten.
Die Führungskräfte hingegen machen sich die Taschen voll. Wenn an einem Tag die vorab zugesicherte Gehaltserhöhung verwehrt wird, kann man davon ausgehen, dass am nächsten Tag wieder ein neuer Dienstwagen vor der Tür des Chefs parkt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ganz einfach: Umwelt-/Sozialbewusstsein interessieren hier niemanden.
Kollegenzusammenhalt
Auch unter den Kollegen wird weniger miteinander, als übereinander geredet. Einziger Lichtblick sind vereinzelte gute Seelen, die dasselbe Schicksal der Zugehörigkeit zu dieser Firma teilen und versuchen, diesen Schwachsinn stoisch zu ertragen.
Umgang mit älteren Kollegen
Zum Thema Umgang ist bereits genug gesagt worden. Die unterirdische Art und Weise des Umgangs macht selbstverständlich auch vor älteren Kollegen nicht halt.
Mitarbeiter mit längerer Betriebszugehörigkeit sucht man hier vergebens, da es niemand lange hier aushält.
Vorgesetztenverhalten
Gute Leistungen werden als selbstverständlich hingenommen, kleinste Fehler werden gesucht und bis ins Letzte ausgeschlachtet, um bloß klarzustellen, wer der Boss ist. Weiteres zur Art und Weise des Umgangs, siehe Kommunikation.
Machtgeilheit, Selbstverliebtheit, Missgunst, man könnte ewig so weitermachen. Außerdem paart sich sehr viel Meinung mit sehr wenig Ahnung.
Zuerst kommt der Chef, und dann kommt ganz lange nichts. Einzelne Mitarbeiter sind hier gar nichts wert.
Arbeitsbedingungen
Es wird vor allem darauf geachtet, dass die Führungskräfte immer auf dem neuesten Stand der Technik sind. Gerne prahl der Chef mit seinen neuesten Gadgets, oder dem neuen Dienstwagen, der gefühlt halbjährlich gewechselt wird. Warum? Weil er es kann!
Kommunikation
Kommuniziert wird sehr viel. Hauptsache, negativ. Dafür hat besonders der Chef einen sehr vollen Methodenkoffer:
- Kollegen hinter deren Rücken schlecht machen
- Kollegen vor versammelter Truppe fertig machen
- Kollegen ins Büro rufen und dort oft grundlos zusammenstauchen, sodass es jeder mitbekommt
Er beherrscht das alles.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird hier etwas anders interpretiert. Die Führungsrollen sind nach dem klassischen Rollenbild an Männer verteilt.
Vereinzelt versuchen weibliche Mitarbeiterinnen, zumindest ihren sozialen Status in der Gruppe dadurch aufwerten, dass sie sich sehr "zutraulich" gegenüber ihrem Chef zeigen. Alles Weitere möge man aus dieser Aussage selbst interpretieren.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsbelastung wird hier ganz klar aufgeteilt. Die Mitarbeiter arbeiten sich kaputt, der Chef und seine Buddies verdienen das große Geld, fahren dicke Autos und können ansonsten hauptsächlich eins: Reden. Und sich mit Dingen beschäftigen, die aber mal gar nichts Produktives zur gemeinsamen Arbeit beitragen.
Belange der Mitarbeiter werden als Befindlichkeiten abgetan. Dabei ist der Chef derjenige, der sich von allen am Meisten mit seinen Befindlichkeiten beschäftigt.