Kaum interessante Aufgaben
Gut am Arbeitgeber finde ich
Positiv an Statworx muss man auf jeden Fall die Flexibilität bezüglich Home Office hervorheben. Home Office lässt sich ohne großen Vorlauf und bürokratischen Akt nehmen.
Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich das angenehme Arbeitsklima. Auch wenn die Art der Arbeit eher nicht zu mir gepasst hat, mit vielen Arbeitskollegen kommt man sehr gut aus.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Mein negativster Punkt geht an das Management dieses Unternehmens. Hier hatte ich oft das Gefühl mangelnder Wertschätzung. Bewertungen von Mitarbeitenden werden in diesem Unternehmen anhand einer Notenskala vergeben. Wie diese Noten zustandekommen kann das Management jedoch nicht vermitteln. Generell lassen sich viele Aspekte einer Mitarbeiterbewertung nicht einfach auf eine simple Notenskala reduzieren. Zudem werden diese Noten anonym vergeben, was nicht zur Bildung von vertrauen zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden beiträgt. Was ich schätze sind direkte Gespräche zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden, aber nicht dieses intransparente Verfahren.
Verbesserungsvorschläge
Grundsätzlich muss man über dieses Unternehmen leider folgendes Fazit ziehen: mit KI-Programmierung, vor allem im Bereich NLP, ist meist gemeint Daten an die APIs von OpenAI zu senden. Mit "NLP-Spezialist" ist meist gemeint, Prompt Engineering zu betreiben und darauf zu hoffen, dass OpenAI das gewünschte Ergebnis zurückgeben wird. Zum Einen mag das für ein Beratungsunternehmen derzeit eine lukrative Geschäftsidee sein, zum anderen fühlt sich dies für Mitarbeitende jedoch eher wie eine Form von Clickwork an. Jedenfalls kämpft man, wenn man wochenlang nur Prompt Engineering betreibt, irgendwann mit Sinnfragen über diese Art von Arbeit.
Der zweite gravierende Punkt ist die Art der Softwareentwicklung, die in diesem Unternehmen betrieben wird und diese Bezeichnung eigentlich nicht verdient hat. Selten habe ich in einem Softwareentwicklungsunternehmen, und ein solches ist Statworx nun einmal, einen derart chaotischen Entwicklungsprozess gesehen. Die Codebasis folgt teilweise keinerlei Software Patterns, Dokumentationen existieren nicht, und getestet wurde auch häufig einfach mit Jupyter Notebooks. Das kann man in einem jungen Startup vielleicht so machen, allerdings nicht in einem Unternehmen dieser Größe.
Bezüglich Fortbildung muss man hier lobenderweise erwähnen, dass es anfangs ein sehr gutes Konzept gab. Freitags bekamen die Mitarbeitenden jeweils einen halben Tag für Fortbildung zur Verfügung gestellt. Dieser wurde jedoch nach einigen Monaten gestrichen. Das ist ein Problem, wenn man sich explizit als ein Unternehmen platziert, dem die Fortbildung der Mitarbeitenden wichtig ist und man hiermit explizit geworben hat. Dieses Benefit dann zu nehmen hat sich nicht positiv auf die Motivation ausgewirkt. Auch hier sollte sich die Unternehmensleitung fragen, ob man nicht zu sehr durch die Brille eines Betriebswirtschaftlers auf das Unternehmen schaut.
Und noch ein Kritikpunkt muss man leider hinzufügen: das Traineeprogramm folgt keinem klaren Konzept und könnte in vielen Fällen wohl einfach eingespart werden. Es ist nicht wirklich klar was durch das Traineeprogramm eigentlich erreicht werden soll. Häufig wurde spontan entschieden, welche Aufgaben wöchentlich bearbeitet werden sollten, und häufig waren dies Aufgaben wie: suche mal was in AWS oder Azure für Services bezüglich Image Classification, etc. angeboten werden und erstelle dann mal eine kleine Powerpointpräsentation darüber. Jedenfalls vermittelte dieses Traineeprogramm vor allem das Gefühl die chronisch unterfordert zu sein. Hier sollte man sich entweder etwas anspruchsvollere Aufgaben ausdenken oder dieses Programm einfach komplett einstampfen.
Vorgesetztenverhalten
Bezüglich des Managements geprägt von wenig Wertschätzung.
Interessante Aufgaben
Nein, viel zu viel simple Bedienung von APIs der großen Anbieter von Sprachmodellen. Viel zu viel der Arbeit fühlte sich leider wie Clickwork an.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist grundsätzlich angemessen, andere Unternehmen zahlen hier jedoch deutlich besser.
Karriere/Weiterbildung
Anfangs existierte ein Konzept zur Fortbildung von Mitarbeitenden, später wurde dieses jedoch vollständig gestrichen.


