Eine Managementhochschule ohne eigenes Management
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Während meiner Zeit bei der S-Next, und offenbar sogar noch ein Jahr nach meinem Ausscheiden, schien die Unterdrückung von Kritik zum Standard zu gehören.
Ob es sich um Google-Bewertungen von Studierenden handelte, die verzweifelt auf Antworten zu ihren Fragen warteten, oder um Plattformen wie diese, auf denen Mitarbeitende ihren Arbeitgeber ehrlich und fair bewerten können, der interne Umgang war stets derselbe: Probleme verbergen, ignorieren oder, wenn möglich, die Kritik entfernen lassen.
Leider traf dies auch auf genau diese Bewertung zu, die das Unternehmen ein Jahr nach meinem Ausscheiden entfernen lassen wollte (Juli 2026)
Arbeitsatmosphäre
Nachfassung – Juli 2026
Mir wurde mitgeteilt, dass Steinbeis versucht hat, meine sowie anderen Bewertungen entfernen zu lassen. Das Unternehmen bzw. die Geschäftsführung geht regelmäßig so mit negativen Bewertungen um (auch zu meiner Zeit) sowohl auf Kununu als auch bei Google Reviews.
Es scheint, als hätte sich im vergangenen Jahr nichts geändert. Die Geschäftsführung stellt sich weder der Realität noch der Verantwortung für ihre eigenen internen Richtlinien, sondern versucht stattdessen, kritische Bewertungen von Mitarbeitenden und Studierenden zensieren zu lassen.
Von einer staatlich anerkannten Management-Hochschule hätte ich deutlich mehr Professionalität erwartet.
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Die Atmosphäre war von Beginn an sehr angespannt. Leider fehlten klare Impulse von der Führung, um ein vertrauensvolles, teamübergreifendes Klima zu fördern. Entscheidungen auf Führungsebene führten eher zu Unsicherheit als zu Orientierung. Der zunehmende Kontrollansatz (z. B. durch die sekundengenaue Zeiterfassung, Abschaffung der Gleitzeit usw.) trägt nicht zu mehr Vertrauen bei.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war ein Schwachpunkt. Strategische Entscheidungen wurden meist ohne Rücksprache getroffen und selten verständlich an die Teams weitergegeben. Offene Dialogformate oder transparente Informationsflüsse wären wünschenswert gewesen, wurden jedoch kaum initiiert.
Kollegenzusammenhalt
Trotz engagierter Kolleg*innen war echte Zusammenarbeit durch fehlende Struktur, hohe Fluktuation und mangelnde Führung oft erschwert. Gerade hier hätte ein aktives Teambuilding oder verbindliche Werte durch die Führungsebene viel bewirken können – blieb jedoch aus.
Work-Life-Balance
Das Arbeitspensum stieg über die Jahre spürbar an, ohne dass die Rahmenbedingungen angepasst wurden. Die Geschäftsführung zeigte in diesem Bereich aus meiner Sicht wenig Verständnis für die langfristige Belastung einzelner Rollen. Zwar gibt es mittlerweile eine 8-Stunden-Regelung, jedoch ohne strukturelle Entlastung – wodurch oft Arbeit einfach liegen bleibt.
Vorgesetztenverhalten
Die Geschäftsführung tritt kontrollierend auf, vermeidet echte Rücksprachen mit Fachabteilungen und gibt wenig Orientierung bei komplexen Herausforderungen. Konstruktives Feedback bleibt selten, genauso wie Wertschätzung. Entscheidungen wirken oft sehr impulsiv motiviert. Kritik wird ungern gehört trotz vermeintlicher Offenheit hierfür – was die Arbeitskultur insgesamt deutlich belastet.
Interessante Aufgaben
Die Themen im internationalen Bildungsbereich sind fachlich bereichernd! Leider wurden zusätzliche Aufgaben, die man freiwillig unterstütze, ohne Rücksprache zur Dauerverantwortung – ohne Priorisierung, Entlastung oder strategische Einbettung durch die Geschäftsführung. Mein Rat: immer HR informieren über zusätzliche Aufgaben, damit diese dokumentiert sind.
Gleichberechtigung
Das Unternehmen ist international aufgestellt und Gleichberechtigung wird grundsätzlich gelebt.
Umgang mit älteren Kollegen
Altersdiversität war in meiner Zeit kaum gegeben – möglicherweise auch, weil erfahrene Mitarbeitende durch strukturelle Unsicherheiten nicht gehalten werden konnten oder gekündigt wurden. Auch während der Elternzeit…
Arbeitsbedingungen
Technik und Ausstattung sind solide. Arbeitsplatzwechsel und Vorgaben erfolgen jedoch oft kurzfristig ohne Einbindung der betroffenen Mitarbeitenden. Arbeitszeitmodelle lassen wenig Flexibilität zu – die Entscheidungen hierzu wurden zentral getroffen, ohne Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt punktuell Angebote wie einen ÖPNV-Zuschuss. Ein übergreifendes Nachhaltigkeits- oder Sozialkonzept fehlt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im marktüblichen Bereich, und der Zuschuss zum Deutschlandticket ist positiv.
Image
Die Außenwirkung der Hochschule leidet spürbar unter Personalfluktuation, interner Unruhe und Führungswechseln – was auch im Umgang mit Studierenden spürbar wird. Ein Blick in die Google Reviews der Hochschule bestätigt dies.
Karriere/Weiterbildung
Entwicklungsperspektiven bleiben aber begrenzt – nicht zuletzt, weil strukturelle Maßnahmen zur Förderung langfristiger Karrieren fehlen. Wer neu einsteigen will, kann hier erste Erfahrungen sammeln – für langfristige Entwicklung sollte man jedoch strukturelle Stabilität und echte Führung erwarten dürfen.