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Ihr Unternehmen?

Gute Kollegen können fehlendes Vertrauen und schlechte Führung nicht dauerhaft auffangen.

2,3
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 bei STERNPARTNER SE & Co. KG in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Der Kollegenzusammenhalt im Team war außergewöhnlich gut. Viele direkte Kollegen und auch einzelne Führungskräfte waren fachlich wie menschlich sehr stark und haben versucht trotz schwieriger Rahmenbedingen einen guten Arbeitsalltag zu ermöglichen.

Ohne viele dieser Menschen wäre meine Entscheidung zu gehen vermutlich deutlich früher gefallen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die Entwicklung nach der Fusion hat mein Bild vom Arbeitgeber innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit vollständig verändert. Besonders belastend waren der zunehmende Leistungs- und Kontrolldruck, wenig transparente Entscheidungen, immer längere Prozesse und das Gefühl, dass Vertrauen zunehmend durch Kennzahlen und Überwachung ersetzt wurde. Bei mir führte das zu einem deutlichen Verlust an Vertrauen.

Bereits kurz nach der Fusion wurden Änderungen umgesetzt, die bei vielen Mitarbeitenden im deutlichen Widerspruch zu den zuvor vermittelten Erwartungen standen. Gleichzeitig entstand zunehmend das Gefühl, dass bestehende Strukturen und Arbeitsweisen nicht danach beurteilt wurden, ob sie funktionieren, sondern danach, ob sie zum neuen Konzernstandard passten.

Vor der Fusion wurde kommuniziert, dass bestehende Arbeitsverträge zunächst unberührt bleiben sollen. Umso irritierender empfand ich, dass bereits kurz danach Änderungen bei Auszahlungsmodalitäten bzw. Arbeitszeiten umgesetzt wurden.

Besonders negativ in Erinnerung geblieben sind mir Veranstaltungen, bei denen ganze Abteilungen des früheren Unternehmens öffentlich für schlechte Ergebnisse verantwortlich gemacht wurden. Wer Mitarbeitende nach einer Fusion zusammenführen möchte, erreicht meiner Meinung nach mit pauschaler Kritik und dem Aufzählen angeblicher Millionenverluste eher das Gegenteil.

Auffällig war außerdem die hohe Zahl an Mitarbeitenden, die das Unternehmen innerhalb kurzer Zeit verlassen haben. Wenn auch langjährige und zuvor zufriedene Beschäftigte kündigen, sollte man sich aus meiner Sicht ernsthaft fragen - weshalb.

Verbesserungsvorschläge

Weniger kontrollieren und wieder mehr Vertrauen schaffen. Entscheidungen nicht nur verkünden, sondern nachvollziehbar erklären und die Menschen einbeziehen, die sie im Alltag umsetzen müssen.

Bei Fusionen sollte nicht nur auf Systeme, Prozesse und Konzernstandards geschaut werden. Es sollte ebenso geprüft werden, welche Strukturen im übernommenen Unternehmen bereits gut funktioniert haben und warum.

Neue Projekte sollten realistisch geplant, Zuständigkeiten klar definiert und vorhandene Belastungen berücksichtigt werden. Wenn Mitarbeiter gleichzeitig Tagesgeschäft, Fusionsnacharbeiten und zusätzliche Projekte stemmen sollen, reicht es nicht, einfach weitere Prozesse oben draufzusetzen.

Vor allem sollte Kritik aus der Belegschaft nicht erst dann ernst genommen werden, wenn die Mitarbeiter bereits kündigen.

Arbeitsatmosphäre

Die Stimmung hat sich nach der Fusion innerhalb kurzer Zeit massiv verschlechtert. Besonders problematisch empfand ich Veranstaltungen die eigentlich der Zusammenführung dienen sollten, bei denen den Mitarbeitenden stattdessen ausführlich vorgehalten wurde, wie schlecht das frühere Unternehmen gewirtschaftet habe. Solche Ansprachen schaffen aus meiner Sicht weder Motivation noch Identifikation.

Kommunikation

Einer der größten Schwachpunkte. Vor und während der Fusion wurden Aussagen getroffen, die bei vielen Mitarbeitenden Erwartungen geschaffen haben, die sich anschließend so nicht wiederfanden. Veränderungen wurden teilweise erst dann greifbar, wenn sie bereits umgesetzt waren. Entscheidungen und deren Hintergründe blieben häufig wenig transparent.

Kollegenzusammenhalt

Mit Abstand die größte Stärke. Im direkten Team gab es viele außergewöhnlich hilfsbereite, fachlich gute und menschlich tolle Kollegen. Gerade dieser Zusammenhalt hat lange vieles aufgefangen und war für mich einer der Hauptgründe überhaupt so lange zu bleiben.

Work-Life-Balance

Je nach Bereich unterschiedlich. Zusätzliche Projekte wurden teilweise parallel zum ohnehin vollen Tagesgeschäft eingeführt, ohne dass die dadurch entstandene Mehrbelastung ausreichend abzufangen. Das führte phasenweise zu erheblichem Stress.

Vorgesetztenverhalten

Direkte Führungskräfte habe ich teilweise sehr positiv erlebt. Schwieriger empfand ich Entscheidungen und den Umgang auf höheren Führungsebenen. Besonders öffentliche Kritik an ganzen Abteilungen bzw. Belegschaften empfand ich als wenig wertschätzend und demotivierend.

Interessante Aufgaben

Die eigentlichen Aufgaben konnten spannend sein. Das Problem war für mich weniger die Arbeit selbst als die starren Strukturen, unter denen sie erledigt werden mussten.

Gleichberechtigung

In diesem Bereich sind mir persönlich keine negativen Unterschiede oder Benachteiligungen aufgefallen - jedoch auch keine besonders positiven Fälle in Erinnerung geblieben.

Umgang mit älteren Kollegen

Die Erfahrung und Loyalität langjähriger Mitarbeitender wurde aus meiner Sicht nicht immer angemessen berücksichtigt. Auch bei internen Entwicklungsmöglichkeiten entstand bei mir mehrfach der Eindruck, dass externe Besetzungen oder bestehende Strukturen bevorzugt wurden, obwohl langjährige Mitarbeitende Interesse gezeigt hatten. Gerade nach vielen Jahren Betriebszugehörigkeit hätte ich mir mehr erkennbare Wertschätzung gewünscht.

Arbeitsbedingungen

Viele Abläufe wurden nach der Fusion träger, langsamer und komplexer. Die zusätzlichen Prozesse wurden seitens des Vorstands unter anderem als "digitaler Kulturschock" beschrieben, an den man sich mit der Zeit gewöhnen werde. Ich empfand diese Einordnung als wenig hilfreich, weil sie die berechtigte Kritik an unnötig komplizierten Abläufen zu schnell relativierte, als sich mit ihnen sinnvoll auseinanderzusetzen. Hingegen konnten sich Anfragen für sinnvoll begründete Anschaffungen über Monate ziehen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kann ich nur eingeschränkt beurteilen. Im Arbeitsalltag ist mir weder ein besonders positives noch ein besonders negatives Umwelt- oder Sozialbewusstsein aufgefallen.

Gehalt/Benefits

Leistungen sind grundsätzlich in Ordnung. Gleichzeitig gab es nach der Fusion Änderungen bei Auszahlungen und Arbeitsbedingungen, die aus Mitarbeitersicht nur schwer mit vorherigen Zusagen in Einklang zu bringen waren.

Image

Meine persönliche Wahrnehmung der Unternehmens hat sich innerhalb weniger Monate deutlich verschlechtert. Besonders auffällig war für mich die hohe Fluktuation in relativ kurzer Zeit. Das sollte aus meiner Sicht als Warnsignal verstanden werden.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildung war grundsätzlich möglich. Durch starke Aufgabenteilung und feste Strukturen wurde der eigene Aufgabenbereich jedoch eher enger statt breiter. Bei Entwicklungsmöglichkeiten entstand bei mir nach der Fusion der Eindruck, dass Mitarbeitende aus den bisherigen Strukturen bessere Chancen und mehr Vertrauen erhielten als Mitarbeitende des übernommenen Unternehmens.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.