Erfahrungen mit unprofessionellem Verhalten im Team
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich habe in der Einrichtung manche Mitarbeitende erlebt, die im respektvollen Umgang sehr herzlich und nett sind. Wir verstehen uns ganz gut. Mit manchen Menschen dort habe ich sehr gerne gearbeitet, weil sie tolle Menschen sind.
Der Mentor (als ich die Gruppe gewechselt hatte, bekam ich einen neuen Mentor) hat mir sowohl bei den schulischen Aufgaben als auch bei der praktischen Arbeit im Bereich geholfen. Seine Inputs und Ideen waren hilfreich. Ich hätte mir gewünscht, dass er mich in kritischen Situationen mit dieser Gruppenkoordinatorin aktiver begleitet hätte (nicht nur passiv). Andererseits bin ich schon extrem dankbar dafür, dass ich oft mit einem Mentor arbeiten konnte und dass er hilfsbereit war. Anhand meiner vorherigen Erfahrungen glaube ich, dass ein solcher Mentor in diesem Bereich schwer zu finden ist.
Die Stelle bzw. die Firma hat meine Tätigkeit als Schüler ernst genommen. Mir wurde Zeit gegeben, und ich wurde unterstützt, wenn ich etwas Wichtiges (z. B. Berichte oder Abschlussprüfungen) vorbereiten musste. Das empfinde ich als sehr wertschätzend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich war erschrocken, als ich als Azubi in der Firma angekommen war. Ganz anders als dort, wo ich zuvor gearbeitet hatte, war in meiner ersten Gruppe das Lästern über andere Mitarbeitende im Alltag ganz normal. Person A hat über Person B geredet und umgekehrt – niemand traute sich jedoch, direkt und professionell mit der betreffenden Person zu sprechen. Als „der neue Schüler“ fragte man sich natürlich, ob sie auch über einen selbst so reden. Einfach gruselig.
Meine vorherige Mentorin hat meinen Bericht mit Sarkasmus korrigiert und wirkte genervt, wenn ich etwas falsch gemacht habe, anstatt professionell und sachlich mit mir, dem Schüler, zu sprechen. (Sie lästerte natürlich auch über mich. Irgendwann hat sie anhand meiner Mimik und Gestik gemerkt, dass ich es nicht mag, wenn sie über andere Menschen lästert oder schlecht redet. Daraufhin sagte sie in einem Gespräch: „Manchmal müssen wir das einfach tun, um alles rauszulassen.“)
Ich habe mich schließlich entschieden, mit der netten Bereichsleitung über die Situation zu sprechen. Ich bin ihm sehr, sehr dankbar. Die Lösung war dann, in einer neuen Gruppe zu arbeiten.
In der neuen Gruppe wirkte die Gruppenkoordinatorin leider ungeduldig. Scheinbar war mein Deutsch (ich habe B2-Niveau und am Ende einen Notendurchschnitt von 1,20 in der HEP-Schule erreicht) für diese eine besondere Gruppenkoordinatorin nicht gut genug. Als ich sie höflich gebeten hatte, das Gesagte zu wiederholen, verdrehte sie die Augen. Ich war einfach sprachlos, weil das total unprofessionell war und ich finde, dass es bereits zum Alltagsrassismus gehört.
Auch Aussagen wie zum Beispiel: „Wenn du das besser weißt, warum machst du das dann nicht selber?“, wenn ich freundlich erklärt habe, wie ich etwas bei einem Klienten mache, haben mich sehr beschäftigt. Ich habe lange reflektiert, ob ich selbst wie ein „Besserwisser“ gewirkt habe. Nach vielen Wiederholungen in meinem Kopf bin ich jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ich es sehr, sehr höflich gesagt habe. Selbst wenn ich es wie ein „Besserwisser” vermittelt hätte, hätte sie als Fachkraft und Gruppenkoordinatorin dies professionell kommunizieren können.
Ich hatte täglich das Gefühl, dass ich von dieser Person manipuliert wurde, damit ich glaube, nicht gut genug zu sein, um diese Arbeit zu machen. Das hat mich über lange Zeit psychisch belastet.
Verbesserungsvorschläge
Vielleicht erst mal Alltagsrassismus erkennen und dagegen kämpfen
Arbeitsatmosphäre
War glücklich, wenn ich mit Mitarbeitenden aus anderen Gruppen zusammen gearbeitet habe. Die Begegnung auf Augenhöhe bekam ich irgendwie nur außer meine Gruppe.
Karrierechancen
Eine Kollegin (seit über 20 Jahren in der Firma) sagte mir einmal: „Hier haben wir eine Ellenbogengesellschaft. Auch wenn du das nicht magst – man muss anderen Menschen schmeicheln, damit man bekommt, was man will.“
Ich mache so etwas nie.
Irgendwann sagte die Bereichsleitung, dass sie nach meinem Ausbildungsabschluss keinen Platz für eine Fachkraft hätten.
Ich vermute, weil ich kein Schleim*r war und bin. :)
Arbeitszeiten
Kein Schichtdienst und jedes Wochenende frei. Genau das Richtige für mich.
Ausbildungsvergütung
Zumindest ein gutes monatliches Gehalt, um das alles auszuhalten.
Die Ausbilder
Meine schulische Tätigkeiten wurden ernst genommen (z.B.: fachliche Vertiefungen in der Schule gelten auch als Fortbildungen für die Arbeit)
Spaßfaktor
Mit Klienten & Klientinnen schon. Aber in meinem Team leider nicht so.
Variation
Keine Chance, mehr im Bereich professionell zu erkunden, weil die Gruppenkoordinatorin sagte: „Du bist NOCH ein Schüler.” (Ein Schüler, der bald auch eine Fachkraft wird - Haha)
Respekt
Leider musste ich hauptsächlich mit einer Gruppenkoordinatorin zusammenarbeiten, die andere Menschen (außer Leitungen und Chefin ;)) sehr respektlos behandelt – und das Team in der Gruppe war leider sehr passiv.

