Hingabe und „Extrameilen“ zu gehen wird nicht wertgeschätzt! Ich würde davon abraten, hier zu starten.
Arbeitsatmosphäre
Eher ein Abarbeiten nach Vorschrift und damit oft viele stressige, angespannte Phasen gegen Ende. Leider hatte es nicht mehr viel mit dem früheren Kreativsein im Marketingteam zu tun.
Die Luft wirkte für mich oft negativ geladen, sodass auch Bürotage ab irgendeinem Punkt keinen mehr sonderlich Spaß gemacht haben. Sehr schade!
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Über den Ströer Konzern macht sich das Unternehmen einen Namen und legt hohen Wert auf Reputationsmanagement, aber wenn Bewertungen ehemaliger Kolleg:innen genauer betrachtet werden, sieht man klarer, wie die Wahrnehmung tatsächlich ist.
Work-Life-Balance
Homeoffice ist 2 Tage die Woche möglich, aber da wurde schon drauf geachtet, zumindest für die Leipziger vor Ort.
In heißen Phasen waren Überstunden im Team Standard, was besonders für die Eltern im Team bedeutete: Schnell noch in die Kita rennen, Kind abholen, heim fahren, und am besten Abends nochmal an den Rechner, um Deadlines einzuhalten oder vom Management gesetzte Teamscalls wahrzunehmen.
Mir fehlte am Ende leider auch der gesunde Abstand zur Arbeit, da jeden Tag etwas passiert ist, was einen nach Feierabend noch beschäftigt hat. Abschalten war zu diesen Zeiten eher weniger.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen sind möglich, wenn es thematisch zur Position passt, was absolut Sinn ergibt.
Ich habe mich hier keine Karriere machen sehen. Kompetenz Expertise und Hingabe wurde nicht wertgeschätzt.
Gehalt/Benefits
Ein Budgettopf für das gesamte Team, weshalb trotz Mehrarbeit oft keine monetäre Wertschätzung dabei rumkam. Trauriger waren hier eher wieder die leeren Versprechen.
Kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Teilweise brannte das Licht eines Büro-Aufstellers übers Wochenende. Ich hatte abgesehen von der Mülltrennung kein Umweltbewusstsein wahrgenommen.
Zusätzlich wurde teamintern oft versucht, das Thema Nachhaltigkeit im Marketing zu platzieren (z.B. bei Werbemitteln auf Qualität statt Quantität achten, digitale Einladungen zu Festen), aber die Führungsebene war anderer Meinung, weshalb zu jedem Mini-Anlass auch Werbemittel parat stehen mussten und Poster, Flyer allgegenwärtig waren.
Kollegenzusammenhalt
In meinem Team war der Zusammenhalt stark, das Verhältnis eng und freundschaftlich. Man konnte über alles reden - oft eben auch über die Dinge, die belasten. Und das waren besonders im letzten Jahr viele Stressoren, die die Atmosphäre zum negativen verändert haben.
Leider entstand ebenfalls durch die Führungswechsel im Marketing eine Kluft zwischen gewissen Personen bzw. Untereinheiten des Marketings.
Umgang mit älteren Kollegen
Wir waren ein recht junges Team.
Vorgesetztenverhalten
Aus meiner Sicht eine sehr negative Entwicklung in den vergangenen 1,5 Jahren. Leere Versprechen, unklare Strukturen, keine Strategie, keine Priorisierung und on top auch noch internes Machtgehabe - das waren meine Wahrnehmungen.
Zwar sind die Führungskräfte menschlich in Ordnung, aber wie mit langjährigen und leistungsstarken Mitarbeitenden umgegangen wurde, war auf höchstem Grad enttäuschend.
Oft wurde seitens des Teams das direkte Gespräch gesucht, und dieses fand auch mehrfach statt, aber ohne langfristige Wirkung. Danach hatte man das Gefühl, man wurde nur mit leeren Floskeln vertröstet.
Das zieht sich dann so lange, bis die MA Kündigung einreichen. Trotzdem scheinbar kein Augenöffner.
Arbeitsbedingungen
Es wurde immer betont, wenn es an Hardware/Software fehle, könne man es anbringen. Oft entschied dann das vorhandene Budget darüber, ob Tools bewerkstelligt wurden.
Die eher zwischenmenschlichen Bedingungen kann man den anderen Teilen der Bewertung entnehmen.
Kommunikation
Mit dem Geschäftsführerwechsel wurden Zielvorstellungen nicht mehr richtig weitergetragen, sondern nur (gefühlte) Adhoc To-Dos. Nach der Veränderung der Führungsebene innerhalb des Marketingteams wurde ebenfalls nicht transparent miteinander kommuniziert. Wohl eher wurden gewisse Infos sogar bewusst vor Unterteams vorenthalten.
Es gab während meiner Tätigkeit dort einige Zeitpunkte, wo das Team einfach auf Knopfdruck und ohne Strategie Aufgaben erledigen musste.
Es gibt Jahres- und Halbjahresgespräche, die sich aber oftmals oberflächlich anfühlen. Man kann Dinge ansprechen, aber dass es zu Veränderung führt, bleibt fraglich.
Gleichberechtigung
Zwar wurde hingehend Herkunft o.Ä. nicht diskriminiert, aber Chancengleichheit war im Sinne von Karriere und Rahmenbedingungen nicht gegeben.
Gehaltsstrukturen und Titel waren unklar gehandhabt. Manche durften mehr im Homeoffice arbeiten als andere, obwohl die Remote Zusammenarbeit gut funktionierte.
Obwohl wir ein frauenlastiges Team waren/sind, kamen ab und an unangebrachte Kommentare bzgl. Kindesbetreuung. Zum Zeil hätten hier die Entscheidungen zu Meinungsäußerungen und den Bedingungen im Team reflektierter getroffen werden können!
Interessante Aufgaben
Anfangs ja, ab und zu organisiert das Marketingteam auch interessante Events - vor allem wenn wir im Team mit und für Menschen gearbeitet haben, hat es Spaß gemacht.
Aber leider auch hier eine negative Entwicklung hin zu mangelnder Strategie, Strukturumstellungen, die mit Marketing so nichts mehr zu tun hatten und zusätzlich dann auch wenig kreativem Freiraum (außer es durfte mal eine Präsi hübsch gemacht werden).


