Geworben wird mit flachen Hierarchien, das Gegenteil ist der Fall
Gut am Arbeitgeber finde ich
Work-Life-Balance, Gehalt und Benefits
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Führungskultur, Verhalten von Vorgesetzten, sehr hierarchisch, veraltete Tools und Arbeitsweisen, wenig Fortschritt in Projekten und Optimierungsinitiativen, wenig Offenheit für Neues und Kolleg:innen von "außen"
Verbesserungsvorschläge
- ein richtiges Onboarding-Programm für neue Mitarbeitende
- eine komplette Überholung der Führungskultur und Abbau von extremen Hierarchien
- Feedback und Verbesserungsvorschläge auch bottom-up einholen und ernst nehmen
- Mitarbeitende wertschätzen, auch abseits des Gehalts
- sich am Markt orientieren bzgl. einer modernen Arbeitsweise, Methodiken, Tools und Entwicklungen
- Projekte gut planen und ausarbeiten und auch mal zu Ende bringen
- mehr Fokus auf Optimierungen und nicht nur darauf, gesetzliche Mindestanforderungen umzusetzen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre unter meinen direkten Kolleg:innen war super. Allerdings wird diese stark durch das Verhalten der Vorgesetzten und mangelndem Fortschritt in Projekten sowie der fehlenden Strategie und Entscheidungen gedämpft.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war wunderbar. 37 Stunden gelten als Vollzeit und man kann seine Arbeitszeit flexibel zwischen 6 und 20 Uhr einteilen. Man kann auch mal Minusstunden machen, wenn es privat notwendig sein sollte. Außerdem bietet die Stromnetz Teilzeitoptionen an. Da sich das Unternehmen gefühlt in einem kollektiven Quiet Quiting-Modus befindet, war es sehr entspannt, sein Privatleben in den beruflichen Alltag einzubinden.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt einige interne und externe Weiterbildungsangebote. Man kann allerdings nur aus einem Katalog wählen. Sonst ist es auch Gang und Gäbe, sich intern umzubewerben.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Sozialleistungen sind top und liegen schon über dem Durchschnitt im Vergleich zur freien Wirtschaft. Leider ruht man sich hierdrauf auch aus.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt in einem direkten Team war sehr stark. In der Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen sah dies leider anders aus. Hier entstand eher ein Gefühl des Gegeneinanders und der Grüppchenbildung. Auch Lästereien hinter dem Rücken habe ich mitbekommen können (auch von Führungspersonen).
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt viele ältere Kolleg:innen, die größtenteils schon seit ihrer Lehre/Studium bei dem Unternehmen arbeiten.
Vorgesetztenverhalten
Hier sehe ich die größte Stellschraube im Unternehmen. So ein Verhalten von Vorgesetzten habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt. Führungskräfte halten sehr viel von sich, allerdings sehr wenig von ihren Mitarbeitenden, was man auch zu spüren bekommt. Die Führungskräfte stilisieren sich sehr hoch und haben ein großes Ansehen von sich selbst. Alles wird getan, um Führungskräfte zufrieden zu stellen, nicht um Projekte voranzubringen. Tatsächliche Führungsaufgaben, wie Entscheidungen zu treffen, strategisch zu arbeiten oder Mitarbeitende weiterzuentwickeln und zu führen, werden nicht wahrgenommen. Ein Onboarding durch die Führungskraft gibt es nicht, sondern man ist komplett auf sich selbst angewiesen. Auch Feedback oder Wertschätzung kann man nicht erwarten. Teilweise ist es auch bekannt, dass einige Führungspersonen ab und an mal Ausraster bekommen, die der nächste Mitarbeitende dann zu spüren bekommt.
Arbeitsbedingungen
3 Tage Home Office und 2 Tage im Büro sind die Regel. Im Büro gibt es das Flex Desk Prinzip, d.h. man bucht sich einen Platz über eine App. Die Ausstattung ist eher durchschnittlich. Man arbeitet eher mit veraltetem Gerät und Tools, bei denen es mittlerweile deutlich bessere und moderne Optionen am Markt gibt.
Kommunikation
Die Kommunikation findet hauptsächlich top-down statt. Es gibt monatlich ein Meeting mit den Geschäftsführern, bei dem einige Neuigkeiten geteilt werden und bei dem auch unanonymisiert Fragen gestellt werden können. Ansonsten ist man darauf angewiesen, dass die Führungsperson Informationen weitergibt, was daher stark variiert. Meine Erfahrung ist, dass Mitarbeitende kaum gehört werden und Feedback oder Verbesserungsvorschläge nicht weitergegeben oder direkt im Keim erstickt werden.
Gleichberechtigung
Es gibt Frauennetzwerke und eine Frauenvertretung innerhalb der Stromnetz, die auch tolle Arbeit machen. Der Frauenanteil ist aber immer noch sehr gering und ab und an bekommt man auch zu spüren, dass die SNB eigentlich noch eine Domäne des alten weißen Mannes ist.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind soweit in Ordnung, aber man muss damit rechnen, dass man für den Mülleimer arbeitet, da Projekte oft nicht zu Ende gebracht oder depriorisiert werden. Zudem wird mit veralteten Methodiken und Tools gearbeitet und man hinkt in der Entwicklung Jahre zurück, wenn man es mit der freien Wirtschaft vergleicht.

