Ihr Unternehmen?

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Studienkreis 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Agonie hinter einer Fassade.

1,5
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Studienkreis GmbH in Bochum gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

, ... wenn er ehrlich und authentisch an der schulischen und persönlichen Entwicklung der Schüler interessiert ist.
, dass er jungen Tutoren die Möglichkeit bietet, Praxis zu erfahren und Routine zu gewinnen.
, dass er sich auch zukünftig einem hochriskanten Geschäftsmodell stellt, das immer weniger Spielraum auf der Einnahme- und der Kostenseite zulässt. Jede Erhöhung des Mindestlohns bei gleichzeitigem Einfrieren der Monatsbeiträge für die Kunden reduziert den knappen Gewinn, der ohnehin an den Mutterkonzern, die Tutor Holding GmbH, abgeführt wird. Diese gehört der mit Risikokapital finanzierten GoStudent GmbH in Wien, die allein von 2022 bis 2024 fast eine halbe Mrd. Euro Verlust ausgewiesen hat. Den Turnaround zu schaffen, ohne davor am Markt zu verschwinden oder erneut spekulativ veräußert zu werden, ist ambitioniert und würdigt einem Respekt für das hohe genommene Risiko ab.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

, dass seine modern und weltoffen anmutende Fassade in ihrer praktischen Ausgestaltung älter ist als alles, was man erwarten durfte.
, dass große Teile es nicht verstehen, Menschen zu führen, sie für sich zu gewinnen und zu motivieren.

Verbesserungsvorschläge

Ein eigenes Konzept im Bildungssektor mit Alleinstellungscharakter entwickeln, selbst verfolgte Strategien nicht ständig über den Haufen werfen und sich nicht auf den Lorbeeren der Vergangenheit ausruhen. Häufige Strategiewechsel kosten Arbeitsplätze, Kapital und Vertrauen.
Leistung muss anerkannt und bezahlt werden. Wer nicht selbst für den POS ausbildet, sondern meist extern ausbilden lässt, sollte nicht in einem Korridor nah am und auf dem Niveau des Mindestlohns agieren. Man betrachte dabei auch andere und historische Bewertungen zum Verdienst im Studienkreis. Niemand mit noch so schlechter abgeschlossener Ausbildung kann Mindestlohn als okay betrachten, sofern die geforderte Leistung stimmt. Die Bezahlung von Mindestlohn für Positionen mit einer starken Verantwortung ist unsozial, zumal das Business von Nachhilfe und Förderung zu einem großen Teil nur durch staatliche Bildungssubventionen im Sinne von Bildung und Teilhabe erfolgreich bestritten werden kann.

Arbeitsatmosphäre

Realität und Anspruch klaffen stark auseinander. Dadurch entsteht eine Atmosphäre des Misstrauens, obwohl der doch sehr gekünstelte äußere Anstrich Modernität und Offenheit suggerieren soll. Die eigene Theorie scheitert daran, dass Vorgesetzte einfache Klima-Standards nicht glaubhaft transportieren und für sich selbst umsetzen.

Image

Das Image ist besser als die Realität. Mehr als 50 Jahre am Markt hinterlassen einen Bekanntheitsgrad über Generationen, der selbst bei praktischen Erfahrungen doch häufig weit zurückliegt und dann selten über Jahre währt. Hier erscheint Image retrospektiv im positiven Licht.
Mitarbeiter schätzen das Unternehmen dann, wenn sie stark von ihm abhängig sind und sich nur darüber definieren.
Kunden- und Mitarbeitersicht auf das Image sind unterschiedlich. Wer lange gesehen hat, wie eine Fassade erhalten und geschönt wurde, kennt den inneren Kern, die Philosophie.
Jeder Mitarbeiter weiß um die Schwächen. Wer profitiert, der erträgt das. Wer leidet, wird zunehmend unzufrieden.
Image ändert sich; es ist in der Wahrnehmung sehr gegensätzlich. Aus Mitarbeitersicht ein Stern. Auch deswegen, weil hier viele scheinbar bestellte und offensichtlich zu gute und unausgeführte Statements in der Bewertung auftauchen.
Wer meint, ein gutes Image zu haben, muss nicht manipulieren.

Work-Life-Balance

Selbst wenn jemand seinen Arbeitsplatz und seine Tätigkeit optimiert hat, leistet dieser durchschnittlich viel mehr, als standardisiert dafür vertraglich bezahlte Arbeitszeit vorgesehen ist. Trotzdem 3 Sterne, weil es Standorte gibt, die Mehrleistungen mit Freizeitausgleich handhaben. Eine grundlegende Gleichbehandlung sollte angestrebt werden.

Karriere/Weiterbildung

Für Menschen, die sich ein Sprungbrett erhoffen, ist der Studienkreis meist eine berufliche Sackgasse. Die nächsthöhere Ebene ist stets mit dem Faktor 15 bis 25 interne Bewerber für eine Stelle versehen. Das kann bis zur Rente dauern, wenn es jemand anstrebt, hierarchisch im Unternehmen aufzusteigen. Durch die hohe Fluktuation im Unternehmen kann es aber auch etwas schneller gehen, sofern man nicht selbst von ihr betroffen ist. Die internen Fortbildungen dienen auch nur den ERP-Systemen und finden andernorts keinen Nutzen.

Gehalt/Benefits

Mindestlohnzahlung bei zu knapp kalkulierter vertraglicher Präsenzarbeitszeit kann nicht mehr als einen Stern hervorbringen. Zumal eine Benchmark bereits bei jedem Schüler-Aushilfsjob als Ungelernte/r offensichtlich ist. Ein Grund für Fluktuation und zunehmend fehlende Grundkompetenzen in den Filialen und andernorts.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Aufgrund der geringen Margen im Bildungssektor ist vieles nur dem Profit untergeordnet. Für ein umweltbewusstes und nachhaltiges Handeln muss erst das Geld erwirtschaftet werden.
Es gibt keine Leuchtturmprojekte und Aufrufe nur das Notwendige zu drucken und Energie zu sparen, dienen immer auch der Kostenreduzierung und sind lange schon in Deutschland selbstverständlich.

Kollegenzusammenhalt

In 95 von 100 Fällen gibt es physisch vor Ort keine Kollegen, denen gegenüber ein Vertrauensverhältnis oder eine persönliche Basis entstehen könnte. In der Zentrale herrscht von außen betrachtet hohe Fluktuation.

Umgang mit älteren Kollegen

Das Unternehmen hat sich jahrelang durch ältere Kollegen (mit den guten alten Tugenden von Loyalität und Leistungsbereitschaft) am Markt etablieren können. Derzeit sucht man in den jungen Jahrgängen nach eben dieser Kontinuität, aber auch nach billigen Arbeitskräften mit profunder Vorbildung.

Vorgesetztenverhalten

Wenig Authentizität und Charisma bei den Vorgesetzten. Vieles wird erst taufrisch gelernt und selbst noch nicht ergründet, bevor es weiter transportiert wird. Die Regel konfrontiert einen mit sehr unsicher auftretenden Vorgesetzten, die häufig zuvor keinen vergleichbaren Bezug zu ihrer Tätigkeit hatten. 100 Schulungen on the job können Lebenserfahrung nicht ersetzen.
Viele gehen bereits während oder am Ende der Probezeit, was natürlich viele Ursachen haben kann. Das Recruiting deutet häufig auf Bewerber, die für eine gewisse Zeit subventioniert über die Arbeitsagenturen kommen.

Arbeitsbedingungen

Kaum ein Standort ist barrierefrei, was sich auch negativ bei älteren Kunden und körperlich beeinträchtigten Jugendlichen niederschlägt, da dies bei über 50 Jahre Marktpräsenz als Filialist zu vermeiden gewesen wäre.
Häufig liegen die Filialen in renovierungsbedürftigen Objekten. Priorität gilt einem niedrigen Mietzins, weniger den zeitgemäßen Arbeits- und Hygienebedingungen. Das Interieur ist nicht minder alt als das, was häufig in den Schulen beklagt wird. Die Sanitäranlagen lassen zu wünschen übrig und sind in der Hauptsache nicht für 50 bis zu 150 und mehr Schüler und Lehrer pro Woche ausgelegt.
Die Technik ist in der Regel ebenfalls längst abgeschrieben und nicht auf dem Stand, wie sie es bei einem Unternehmen speziell zur digitalen Bildungsvermittlung zu erwarten wäre.

Kommunikation

Top-down-Kommunikation in Einbahnstraße. Eine Partizipation der Mitarbeiter wird durchaus angeregt, sie kann jedoch fachlich nicht abgearbeitet werden, weil keine Ressourcen vorhanden sind. Wichtige Themen außerhalb des Kerngeschäfts bleiben häufig unbeantwortet.

Gleichberechtigung

Das prozentuale Zahlenverhältnis Frauen zu Männern ist bei den Standortleitenden ähnlich zu dem in Politik, MINT-Bereichen und Management. Auf Tätigkeitsbasis Standortleitung werden in Teilzeit sowie auf Basis Geringfügiger Beschäftigung aber wenigstens alle mit Basis Mindestlohn und ohne Weihnachts- oder Urlaubsgeld gleich schlecht entlohnt.

Interessante Aufgaben

Einzelne Aufgaben können mit den Menschen, mit denen man zu tun hat, erfreuen; es gibt aber auch das Gegenteil. Der Arbeitgeber hat aber in jedem Fall keinen Einfluss darauf. Wer seine Tätigkeit beherrscht, findet wenig, was abseits dessen interessant wäre.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.