Der Albtraum hinter der Fassade – toxische Kultur & null Wertschätzung. Wer hier glücklich wird, lügt sich selbst an.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt kam pünktlich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die bewusste Trennung der Mitarbeitenden voneinander fördert ein Klima des Misstrauens – nicht der Zusammenarbeit. Und obwohl man sich für modern hält, wirkt vieles wie aus der Zeit gefallen - ein analoger Dinosaurier im digitalen Zeitalter.
Verbesserungsvorschläge
Eine ehrliche, offene Kommunikation – gern bereits im Vorstellungsgespräch – wäre ein guter Anfang.
Führungskräfte sollten in den Bereichen Vertrauen, Mitarbeiterführung und moderner Unternehmenskultur nicht nur theoretisch geschult, sondern auch praktisch begleitet werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Entscheidungsfindung war streng zentralisiert – manche würden sagen: absolutistisch. Selbst simple To-dos mussten über mehrere Hierarchieebenen hinweg abgestimmt werden. Vertrauen war kein tragendes Element – vielmehr schien Kontrolle das bevorzugte Mittel der Führungsetage zu sein.
Image
Die Außenwirkung wurde erkennbar kuratiert – Bewertungen erschienen gefiltert und geschliffen. Vielleicht ein Versuch, die inneren Werte des Unternehmens kreativ zu interpretieren.
Work-Life-Balance
Niemand arbeitet sich hier körperlich zu Tode – höchstens innerlich, wenn man täglich mit der Führungsriege konfrontiert wird. Der mentale Verschleiß ergibt sich eher aus dauerhaftem Frust als aus Überlastung.
Karriere/Weiterbildung
Wer Ja sagt und zu Kreuze kriecht, bekommt auch ein Bienchen. Eigeninitiative und kritisches Denken hingegen wirkten wie ungebetene Gäste. Innovation durfte stattfinden – vorzugsweise außerhalb des Unternehmens.
Gehalt/Benefits
Die Vergütung nach Haustarif inklusive 13. Monatsgehalt war ok. Die Eingruppierung jedoch hatte mitunter den Charme eines Würfelwurfs – gepaart mit der Intransparenz einer Nebelbank.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man lebte Nachhaltigkeit – in Papierform. Ausdrucke wurden sicherheitshalber mehrfach erstellt und gestempelt. Reine Vorsichtsmaßnahme, natürlich. Digitale Prozesse wirkten in dieser Umgebung wie Science-Fiction.
Kollegenzusammenhalt
Die Atmosphäre unter Kolleg:innen war... sagen wir: diplomatisch unterkühlt. Entscheidungen wurden oft im kleinen Kreis oder hinter verschlossenen Türen getroffen – Transparenz war eher ein Konzept für PowerPoint-Folien, wobei das wäre ja viel zu neumodisch, als für den Alltag.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Kolleginnen und Kollegen bringen viel Erfahrung mit – vor allem aus Zeiten, in denen Hierarchie und Gehorsam noch als Tugend galten. Damit passen sie hervorragend zur Führungskultur, die moderne Ansätze eher skeptisch beäugt.
Vorgesetztenverhalten
Die Geschäftsführung liebte Details – vor allem operative. Das große Ganze blieb dabei gern auf der Strecke. Vorschläge wurden offensichtlich zur Kenntnis genommen, vor allem zum Zweck des Ablage-P.
Arbeitsbedingungen
Höhenverstellbare Tische waren vorhanden, was zumindest dem Rücken entgegenkam – dem Geist allerdings weniger. Homeoffice existierte offiziell nicht, bis man urplötzlich unterschreiben musste, dass man die Regelungen zur mobilen Arbeit gelesen habe. Frühstückspause ist Pflicht, also nicht aus Sicht des Arbeitsrechts.
Ein Schelm, wer dabei an Kontrolle denkt.
Kommunikation
Offene Feedbackkultur? Eher ein Stille-Post-Prinzip mit Retro-Charme: Informationen wurden bevorzugt mündlich, gerne hektisch und oft sogar als mehrfach gestempelte Ausdrucke durch interne Postboten weitergegeben – vermutlich aus Sorge, dass Bits und Bytes nicht vertrauenswürdig genug sind.
Gleichberechtigung
Gewisse Alterklassen werden erst gar nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich sind durchaus spannend und abwechslungsreich – zumindest auf dem Papier. In der Praxis wird man jedoch regelmäßig ausgebremst: durch veraltete Prozesse, unnötige Umwege und eine grundsätzliche Skepsis gegenüber modernen Arbeitsweisen. Mit zeitgemäßer Struktur ließe sich vieles in der Hälfte der Zeit erledigen.