Tolles Team, aber schlechte Bedingungen und kein Rückhalt von oben.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Superdry bietet zweimal im Jahr sehr großzügige Gutscheine – insgesamt rund 800 € im Jahr, bei meinem Austritt wurde der Betrag sogar verdoppelt. Es gibt echte Aufstiegsmöglichkeiten, und Manager dürfen ihr Team selbst zusammenstellen, was oft zu einem guten Teamgefühl beiträgt. Besonders positiv ist auch, dass bei Superdry Menschen aller Religionen, Hautfarben und Herkunft willkommen sind – Vielfalt wird hier wirklich gelebt.
Verbesserungsvorschläge
• Gehälter anpassen und Benefits wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld einführen, um Fluktuation zu reduzieren.
• Weniger Belastung für Mitarbeitende – z. B. durch eine Putzfirma, statt alles aufs Team abzuwälzen.
• Größen, Preise und Qualität überdenken – das aktuelle Verhältnis ist schwer vermittelbar.
• Mehr Führungskräfte, bessere Kommunikation von oben – nicht alles kann bei einer Area Managerin hängen bleiben.
• Weniger kurzfristige Umbau-Aktionen und unrealistische Anforderungen vom Gründer – das demotiviert eher, als dass es etwas bringt.
• Regelmäßige Schulungen für Führungskräfte & Personalabteilung (HR), besonders zu Themen wie Führung, Mobbing, Diskriminierung, psychischer Belastung.
• HR-/Personalabteilung modernisieren – aktuell chaotisch, wenig hilfreich.
• Zeiterfassungs-App überarbeiten: Keine Einsicht in Urlaubstage oder Überstunden, hoher Korrekturaufwand für Manager.
Arbeitsatmosphäre
Im Team war der Zusammenhalt gut, aber der Druck von oben war enorm. Ständige Umbauten und wechselnde Vorgaben haben den Alltag bestimmt. Für die Kunden blieb kaum Zeit, da man hauptsächlich mit Merchandising beschäftigt war.
Die Musik im Store war ein Dauerproblem: Sie musste viel zu laut gespielt werden, was oft einfach nur genervt hat. Vor allem da die Musik einfach katastrophal war.
Image
Superdry präsentiert sich nach außen modern und umweltbewusst, doch intern sieht es oft anders aus. Viele Stores wurden geschlossen, Mitarbeiter gekündigt. Der Gründer der Firma ist sehr stur und zieht sein Ding durch, ohne sich um Konsequenzen zu kümmern. Mitarbeitende trauen sich kaum, ihm ehrlich ihre Meinung zu sagen – aus Angst, ihren Job zu verlieren.
Work-Life-Balance
Urlaubstage oder freie Tage zu planen war mit meinem letzten Vorgesetzten kein Problem – wir wurden uns immer gut einig, was definitiv positiv war. Auch der zusätzliche Urlaubstag am Geburtstag war eine nette Geste.
Allerdings gab es keinerlei Benefits oder besondere Extras darüber hinaus. Wobei wir hatten zweimal mir einen Gutschein. Besonders enttäuschend war der Umgang mit Überstunden: Über die Jahre haben viele – mich eingeschlossen – etliche Stunden angesammelt. Diese wurden irgendwann einfach auf null gesetzt. Wer sie sich nicht selbst mitgeschrieben hatte, hatte Pech. Unsere Überstunden wurden im Grunde unterschlagen – und das betraf nicht nur mich, sondern viele im Unternehmen.
Karriere/Weiterbildung
Während meiner fast zehn Jahre gab es nur eine Schulung – Weiterbildung war kaum ein Thema. Gerade bei sensiblen Themen wie Mobbing oder sexueller Belästigung fehlte jegliche Schulung für Führungskräfte.
Karrieremöglichkeiten gab es zwar, aber oft unter fragwürdigen Bedingungen: Man konnte relativ schnell aufsteigen – allerdings für wenig Geld. In manchen Fällen wurden Mitarbeitende aus der Not heraus in Führungspositionen befördert, ohne dass sie dafür wirklich geeignet waren. In unserer Filiale war das glücklicherweise nicht der Fall, aber in anderen Stores gab es definitiv unverdiente Aufstiege.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wurde pünktlich gezahlt, aber Anpassungen waren kaum möglich. Man musste oft regelrecht um 0,50 € mehr betteln und bekam jahrelang keine Gehaltserhöhung. Meistens blieb das Gehalt, das man bei der Einstellung ausgehandelt hatte, einfach konstant – ohne Verbesserung. Die Sozialleistungen waren ebenfalls minimal, und auch die Abfindungen bei der Schließung waren enttäuschend niedrig. Weihnachts und Urlaubsgeld gab es nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Trotz Ansätzen wurden durch ständige Warentransporte unnötige Umweltbelastungen verursacht. Obwohl Nachhaltigkeit nach außen hin betont wurde, war die Praxis oft das Gegenteil. Ständig wurden unnötig große Mengen Werbematerial (POS) in die Läden geschickt, die gar nicht gebraucht wurden. Gleichzeitig fehlte genau das Material, das wir tatsächlich brauchten – was dazu führte, dass wir es selbst ausdrucken mussten. Das war nicht nur umweltschädlich, sondern auch extrem kostspielig und ineffizient.
Kollegenzusammenhalt
Die Stimmung im Team war – bis auf eine Ausnahme – wirklich gut. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und zusammengehalten, auch wenn es stressig wurde. Leider kam von der Führungsebene (ab Area Manager aufwärts) kaum etwas zurück. Außer einem wöchentlichen Meeting hat man wenig gehört oder gesehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang war respektvoll, allerdings war das Team insgesamt eher jung.
Vorgesetztenverhalten
Die Area Managerin war kaum präsent und kümmerte sich nur selten wirklich um das Team oder den Laden. Von der Geschäftsführung kamen oft völlig unrealistische Erwartungen – Rückhalt gab es dabei kaum.
Besonders enttäuschend war die Art, wie mit der Schließung umgegangen wurde: Einer der neuen Chefs kam in den Store, versicherte uns noch lachend, dass es keine Schließung geben würde – obwohl er zu dem Zeitpunkt längst wusste, dass genau das passieren wird. Das war einfach respektlos.
Es war nicht nur unser Team betroffen, sondern viele andere Stores auch – und leider wird das sicher noch weitere treffen.
Arbeitsbedingungen
Mit der Zeit wurde es immer belastender: Die Aufgaben der Reinigungsfirma wurden komplett auf uns übertragen – wir mussten alles selbst machen, vom Toilettenputzen bis zum Boden wischen. In einer großen Filiale mit oft nur 1–2 Personen pro Schicht war das kaum zu schaffen. Trotzdem gab’s Kritik von oben, wenn irgendwo Spinnweben hingen – das war einfach unangebracht.
Technisch war das Backoffice veraltet, und das neue Kassensystem war eine Katastrophe: Es stürzte ständig ab, Zahlungen waren unsicher, und beim E-Mail-Versand von Rechnungen ist das System oft komplett ausgefallen. Kunden beschwerten sich laufend, aber weder Kundenservice noch Area Manager reagierten – über ein Jahr lang. Teilweise wurde sich sogar über uns lustig gemacht. Zumindest vom Kundenservice.
Der Staubsauger war miserabel, Putzmaterial mussten wir selbst besorgen – zwar auf Firmenkosten, aber völlig ungeeignet für die Fläche. Immerhin: Die Geräte für Onlinebestellungen waren modern, und kurz vor der Schließung hätten wir sogar neue Technik bekommen. Es war also nicht alles alt – aber vieles eben nicht praktikabel.
Kommunikation
Im Team war die Kommunikation top – wir haben uns gut abgesprochen, ehrlich miteinander geredet und uns gegenseitig unterstützt.
Von oben hingegen war’s oft ein einziges Chaos. Wichtige Infos kamen entweder viel zu spät oder wurden einfach durchgedrückt, ohne dass man Zeit hatte, sich darauf einzustellen. Besonders frustrierend war es wenn der Gründer der Firma spontan wieder irgendeine verrückte Änderung wollte. Egal ob’s Sinn gemacht hat oder nicht – es musste sofort umgesetzt werden. Im Unternehmen hat man sich irgendwann nur noch darüber lustig gemacht: „Wenn der Gründer der Firma spricht, ist es Gesetz.“ Das hat viele demotiviert, weil man sich nicht ernst genommen gefühlt hat. Wir haben damals auch unsere Vorgesetzte aufgrund seiner spontanen Änderung und Miss Kommunikation anzusprechen und sie meinte, dass sich niemand so wirklich traut ihm die Meinung zu sagen und deswegen alles gemacht wird, damit er zufrieden ist egal was für Konsequenzen das für uns Mitarbeiter hatte.
Gleichberechtigung
Innerhalb des Teams war der Umgang respektvoll und fair. Auf höheren Ebenen fehlte jedoch Transparenz bei Entscheidungen und Beförderungen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren grundsätzlich abwechslungsreich – von Lagerarbeit über Kassieren bis hin zum Verräumen und Umbauen war alles dabei. Langweilig wurde es selten, aber es war eben auch richtig viel auf einmal, vor allem bei zu wenig Personal.
Man musste ständig Möbel verrücken, Lampen selbst einstellen und war oft mehr Handwerkerin als Verkäuferin. Was echt schade war: Die Fläche war nicht barrierefrei – weder für Rollstuhlfahrer noch für Eltern mit Kinderwagen. Obwohl das mehrfach weitergegeben wurde, passierte nichts. Auch hier fehlte leider das echte Interesse von oben.
Wenn Besuch angekündigt war, wurde’s oft absurd. Besonders beim Besuch des Gründer der Firma: Da wurden extra Leute aus England eingeflogen, um den Laden umzubauen – natürlich durfte er davon nichts wissen. Alles musste perfekt wirken, egal wie viel Geld das gekostet hat. Die Musik wurde dabei so laut gedreht, dass man kaum noch klar denken konnte. Diese Show hatte mit dem normalen Arbeitsalltag nichts mehr zu tun.