Ihr Unternehmen?

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Superdry 
Germany 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Hoffnungslos

2,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2019 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei Superdry Germany GmbH in Frankfurt am Main gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorzuheben sind die branchenspezifisch guten Gehälter sowie die hohe Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Wie bereits mehrfach beschrieben, hat das Unternehmen leider viel von seiner Attraktivität als Arbeitgeber verloren. Man fühlt sich nicht mehr sicher und stolz, Teil des Teams zu sein. Früher stand Superdry für Lifestyle und ein positives Arbeitsumfeld, heute wirkt es eher wie eine hoffnungslose Chance auf Besserung, die kaum greifbar ist.

Verbesserungsvorschläge

Es gibt leider sehr viele Punkte, an denen Superdry als Unternehmen deutlich besser werden müsste. Nach erneuter Übernahme durch den Gründer wirkt es aus Sicht der Mitarbeitenden so, als steuere das Unternehmen auf eine Krise zu. Es fehlt an klarer Struktur und einer nachhaltigen Strategie. Wunschdenken und Größenwahn sollten dringend zurückgestellt werden. Stattdessen sollte wieder mehr Fokus auf Kundenzufriedenheit, Professionalität, respektvolles Miteinander und Wertschätzung gelegt werden – sowohl gegenüber Kunden als auch gegenüber den Mitarbeitenden.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre bei Superdry im Main-Taunus-Zentrum ist stark vom jeweiligen Team und den Führungskräften abhängig – mit den richtigen Leuten kann es wirklich angenehm und kollegial sein. Positiv hervorzuheben sind der vorhandene Pausenraum sowie meist saubere Toiletten, was in der Branche leider keine Selbstverständlichkeit ist. Das Miteinander im Team ist meist entspannt und unkompliziert – sofern das Management mitspielt.

Leider wird die Atmosphäre durch die teils völlig unpassende Musikauswahl und die vorgeschriebene Lautstärke massiv gestört. Die Playlist wiederholt sich gefühlt im Stundentakt und hat kaum Bezug zur Kundschaft oder zur Marke. Die Lautstärke entspricht nach Richtlinie eher einem Club als einem Store – für Mitarbeitende auf Dauer eine Zumutung.

Kommunikation

Innerhalb des Stores funktioniert die Kommunikation größtenteils sehr gut. Informationen werden direkt, ehrlich und meist auf Augenhöhe ausgetauscht, was den Arbeitsalltag klar erleichtert. Besonders im direkten Kollegenkreis herrscht eine offene Gesprächskultur.

Ganz anders sieht es leider in der Kommunikation mit höheren Instanzen aus. Area Manager tauchen meist nur auf, wenn es wirklich brennt, und selbst dann wirkt es oft so, als gehe es mehr um Selbstdarstellung als um tatsächliche Problemlösung. Anliegen aus dem Store werden selten nach oben weitergetragen – vermutlich aus Angst, sich selbst zu belasten oder beim eigenen Vorgesetzten schlecht dazustehen. Dadurch entsteht das Gefühl, dass der Store komplett auf sich allein gestellt ist. Solange die Zahlen stimmen, wird von oben nicht hingeschaut – was man sich als Team dann natürlich zunutze macht.

Kollegenzusammenhalt

Wie in jedem Team trifft man auch bei Superdry im Main-Taunus-Zentrum auf Kolleg:innen, mit denen man sich auf Anhieb versteht – und auf solche, bei denen es einfach nicht passt. Dennoch war der grundsätzliche Zusammenhalt im Team meist positiv. Es herrschte eine offene Diskussionskultur, in der unterschiedliche Meinungen Platz hatten. Auch in stressigen Zeiten konnte man sich in der Regel aufeinander verlassen. Insgesamt ein solides Miteinander, das den Arbeitsalltag angenehmer gemacht hat.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance bei Superdry im Main-Taunus-Zentrum war einer der größten Pluspunkte. Die Einteilung der Verfügbarkeiten war flexibel und wurde in der Regel auch berücksichtigt. Dadurch ließ sich der Job gut mit dem Privatleben vereinbaren – sei es für Studium, Familie oder andere Verpflichtungen. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass kurzfristige Änderungen oder Wünsche oft unkompliziert möglich waren.

Vorgesetztenverhalten

Ich habe während meiner Zeit bei Superdry mehrere Storemanager:innen erlebt – mit sehr unterschiedlichen Führungsstilen. Das reichte von völlig unprofessionell über überambitioniert bis hin zu einem zuletzt wirklich angenehmen und entspannten Verhältnis.

Leider waren Themen wie die Bevorzugung bestimmter Geschlechter oder persönliche Interessenskonflikte aufgrund freundschaftlicher Verhältnisse innerhalb des Teams phasenweise präsent. Diese Faktoren haben in der Vergangenheit mitunter das Teamgefüge belastet. Gegen Ende meiner Zeit im Unternehmen war das jedoch kein Thema mehr – die Situation hatte sich deutlich verbessert und das Führungsverhalten wurde fairer und sachlicher.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben im Store waren leider alles andere als spannend oder abwechslungsreich. Kundensupport wurde kaum priorisiert – stattdessen bestand der Alltag hauptsächlich aus Kassieren, Umkleiden aufräumen und dem ständigen Hin- und Herräumen von Ware. Besonders frustrierend war, dass durch ständige Umbaumaßnahmen kaum Raum für kundennahe Arbeit blieb. Dadurch wirkte die Tätigkeit oft sinnlos und monoton.

Zudem führten die langen Öffnungszeiten unter der Woche bis 22:00 Uhr regelmäßig dazu, dass man teilweise zwei Stunden einfach nur herumstand – ohne Kunden, ohne Aufgaben. Denn realistisch betrachtet kauft niemand donnerstags um 21:30 Uhr noch spontan teure Kleidung. Diese Zeit hätte man effizienter gestalten können, wurde aber schlicht abgesessen.

Gleichberechtigung

Grundsätzlich wurde Gleichberechtigung im Store weitestgehend gelebt. Männer und Frauen wurden in den meisten Fällen gleich behandelt, auch was Aufgabenverteilung und Kommunikation anging. Es gab hin und wieder Ausnahmen – etwa in Form von subtiler Bevorzugung oder kleinen Ungleichbehandlungen –, was in einem Team aus vielen Persönlichkeiten wohl nie ganz auszuschließen ist. Insgesamt aber kein gravierendes Problem und im Vergleich zu anderen Unternehmen recht fair.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleg:innen war grundsätzlich gegeben, aber nicht immer selbstverständlich.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen bei Superdry im Main-Taunus-Zentrum waren insgesamt in Ordnung. Es gab eine kleine Küche, Toiletten waren vorhanden und auch die Arbeitszeiten waren akzeptabel und gut planbar. Was jedoch negativ auffiel, war der Zustand der EDV-Ausstattung – viele Geräte funktionierten nur eingeschränkt oder gar nicht, was die Arbeit unnötig erschwerte. Zudem wurden irgendwann keine Reinigungskräfte mehr eingesetzt, was sich natürlich direkt auf die Sauberkeit im Store auswirkte. Trotzdem: Ich habe schon unter deutlich schlechteren Bedingungen gearbeitet.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Leider spielt Umweltbewusstsein bei Superdry im Main-Taunus-Zentrum kaum eine Rolle. Mülltrennung war nicht vorhanden – alles landete im gleichen Mülleimer, egal ob Papier, Plastik oder Restmüll. Klopapier und Büromaterialien wurden teilweise aus Großbritannien importiert, was weder ökologisch noch effizient erscheint. Besonders fragwürdig war auch die Praxis, Ware regelmäßig per LKW zwischen Stores hin- und herzuschicken, nur um das Hauptlager zu entlasten – ein erheblicher logistischer Aufwand mit klar negativen Umweltauswirkungen. Zusätzlich wurde fast alles ausgedruckt, obwohl es längst digitale Alternativen gäbe. Hier besteht definitiv Nachholbedarf.

Gehalt/Benefits

Wer sich engagiert und Leistung zeigt, bekommt bei Superdry auch eine angemessene Anerkennung. Das Gehalt für Minijobber liegt über dem Branchendurchschnitt, was definitiv positiv zu bewerten ist. Allerdings gibt es keine nennenswerten Sozialleistungen – hier könnte das Unternehmen noch deutlich nachbessern, um die Mitarbeitenden besser zu unterstützen.

Image

Früher war das Image von Superdry wirklich gut, und man konnte mit Stolz hinter der Marke stehen. Mittlerweile hat sich das deutlich geändert – inzwischen schämt man sich fast für das Unternehmen. Mitarbeitende müssen den Kund:innen oft Fehlverhalten und schlechte Entscheidungen seitens des Managements erklären oder entschuldigen. Der Stolz ist einer Frustration gewichen, und man ist zuletzt eher froh, wenn an einem Tag mal keine Probleme oder schlechte Nachrichten auftreten.

Karriere/Weiterbildung

Im Einzelhandel sind die Karrieremöglichkeiten leider sehr begrenzt. Weiterbildung wird kaum gefördert oder angeboten, sodass die persönliche und berufliche Entwicklung stark eingeschränkt bleibt. Wer auf der Suche nach langfristigen Perspektiven ist, wird hier nur wenige Chancen finden.

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