Meine persönliche Erfahrung am Standort Essen – viel Druck, wenig Unterstützung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr positiv fand ich das Bewerbungsgespräch und das Onboarding in Nürnberg. Die Einarbeitung war intensiv, aber gut strukturiert, und ich habe dort viel gelernt und tolle Menschen kennengelernt.
Auch die Möglichkeit, Vertrieb von Grund auf zu lernen, empfand ich als wertvoll. Die täglichen Telefonate haben mir geholfen, meine Schlagzahl und Stressresistenz zu steigern.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am Standort Essen habe ich die Unterstützung durch die Führungskraft als sehr gering empfunden. In meinem Fall gab es nur einen einzigen gemeinsamen Termin, und Rückfragen wurden oft mit dem Hinweis beantwortet, dass ich das im Onboarding gelernt hätte. Für mich hat sich das nach zu wenig Begleitung angefühlt.
Die Vertriebsarbeit bestand für mich größtenteils aus sehr hoher Telefonie-Last, ohne dass man genügend Raum für individuelle Entwicklung oder persönliche Anleitung bekam.
Mein subjektiver Eindruck war außerdem, dass man sich durch die regelmäßige Neuverteilung der Kunden kaum einen eigenen Kundenstamm aufbauen konnte. Viele angerufene Bestandskunden reagierten eher zurückhaltend, sobald der Firmenname erwähnt wurde; das hat den Alltag zusätzlich erschwert.
Auch die in Aussicht gestellten Provisionen haben sich für mich persönlich nicht erfüllt, weshalb ich mir mehr Ehrlichkeit bei Erwartungshaltungen wünsche.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht wäre es hilfreich, wenn neue Mitarbeitende am Standort Essen stärker begleitet werden – besonders in den ersten Monaten. Eine regelmäßige fachliche Unterstützung durch die Führungskraft und gemeinsame Kundentermine würden den Einstieg deutlich erleichtern.
Zudem würde ich mir mehr Transparenz hinsichtlich realistisch erreichbarer Provisionen wünschen sowie klarere Informationen darüber, was man im Alltag tatsächlich erwarten kann.
Auch eine stabilere Kundenbetreuung ohne häufige Neuverteilung könnte langfristig für mehr Vertrauen und bessere Beziehungen zu den Kunden sorgen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als angenehm erlebt, weil die Kolleginnen und Kollegen am Standort freundlich und hilfsbereit waren. Trotz des hohen Drucks im Vertrieb gab es im Team meistens einen respektvollen Umgang miteinander.
Image
Das Image des Unternehmens habe ich persönlich als eher schwierig wahrgenommen. Viele der Bestandskunden, die ich angerufen habe, reagierten zurückhaltend, sobald der Firmenname genannt wurde. Für mich hat sich das nicht positiv angefühlt und den Arbeitsalltag zusätzlich erschwert.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war für mich positiv, da die Arbeitszeiten klar geregelt waren und es keine unrealistischen Überstunden-Anforderungen gab. Auch der Feierabend wurde respektiert, was ich als großen Pluspunkt empfunden habe.
Karriere/Weiterbildung
In den sechs Monaten am Standort Essen habe ich – abgesehen vom Onboarding in Nürnberg – keine weitere Weiterbildung oder Entwicklungsmöglichkeit erlebt. Mein persönlicher Eindruck war, dass es kaum strukturierte Programme für fachliche oder persönliche Weiterentwicklung gab.
Zudem hatte ich das Gefühl, dass viele Mitarbeitende vor allem deshalb aufsteigen wollten, um weniger im Tagesgeschäft der intensiven Akquise zu stehen. Für mich wirkte das weniger wie ein echtes Karriereangebot, sondern eher wie eine Möglichkeit, dem operativen Druck zu entkommen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt und die Sozialleistungen empfand ich persönlich als wenig attraktiv, vor allem im Verhältnis zur täglichen Belastung. Die in Aussicht gestellten Provisionen haben sich in meinem Fall nicht erfüllt, weshalb der finanzielle Rahmen für mich eher enttäuschend war.
Kollegenzusammenhalt
Den Kollegenzusammenhalt habe ich als eher gering erlebt. Jeder war stark mit seinen eigenen Zielen und Vorgaben beschäftigt, wodurch wenig Raum für echte Zusammenarbeit entstanden ist. Einige Kolleginnen und Kollegen waren zwar freundlich, aber ein echtes Teamgefühl kam für mich nicht auf.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war aus meiner Sicht neutral. Ich habe weder besonders positive noch besonders negative Erfahrungen gemacht. Insgesamt wirkte es aber so, als würden sie mit den gleichen Anforderungen konfrontiert wie alle anderen, unabhängig von ihrem Alter.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskraft am Standort habe ich persönlich als wenig unterstützend wahrgenommen. In meinem Fall gab es kaum Begleitung, kaum Feedback und nur einen einzigen gemeinsamen Außendiensttermin. Für mich hat sich das nicht wie eine aktive Führung oder Förderung angefühlt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich persönlich als eher anspruchsvoll erlebt. Ein Großteil des Tages bestand aus intensiver Telefonie, und es gab wenig Raum für ergonomische oder abwechslungsreiche Tätigkeiten. Auch die strukturellen Bedingungen wirkten für mich nicht optimal organisiert.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich am Standort Essen als sehr ausbaufähig. Rückmeldungen, Unterstützung oder klare Erwartungen waren für mich nur selten vorhanden. Viele Fragen blieben unbeantwortet oder wurden auf das Onboarding verwiesen, was für meinen Arbeitsalltag nicht wirklich hilfreich war.
Gleichberechtigung
Zum Thema Gleichberechtigung kann ich nur meine persönliche Wahrnehmung schildern: Ich hatte den Eindruck, dass bestimmte Mitarbeitende mehr Beachtung oder Unterstützung erhielten als andere. Für mich fühlte sich die Behandlung nicht immer einheitlich oder ausgewogen an.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren nicht besonders vielseitig, da der Fokus überwiegend auf sehr hoher Telefoniequote lag. Die Tätigkeit bot für mich persönlich wenig Abwechslung, allerdings konnte man im Vertrieb viel über Ausdauer und rhetorische Fähigkeiten lernen.


