Leider eine sehr enttäuschende Erfahrung
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass nicht nur die fachlichen Leistungen, sondern auch der Umgang miteinander und die tatsächliche Arbeitsbelastung stärker berücksichtigt werden. Gute Weiterbildungsmöglichkeiten und ein akzeptables Gehalt können aus meiner Sicht ein dauerhaft schwieriges Arbeitsumfeld nicht vollständig ausgleichen.
Arbeitsatmosphäre
Meine persönliche Erfahrung mit der Arbeitsatmosphäre war leider sehr negativ. Ich hatte häufig das Gefühl, nicht wirklich zum Team zu gehören. Einzelne Mitarbeiter wurden aus meiner Sicht von den Partnern deutlich bevorzugt, während andere schnell außen vor standen.
Auch der zwischenmenschliche Umgang war für mich teilweise sehr schwierig. Es kam vor, dass private Treffen mit einem größeren Teil der Kollegen in Anwesenheit anderer Mitarbeiter geplant wurden, ohne diese einzubeziehen. Auch innerhalb von Gruppen wurde man teilweise nicht angesprochen oder schlicht ignoriert. Einige Kollegen habe ich als ausgesprochen arrogant und distanziert erlebt. Besonders belastend war für mich, dass ich teilweise den Eindruck hatte, dass bestimmte Verhaltensweisen gegenüber Mitarbeitern toleriert wurden, solange sie von den „richtigen“ bzw. besonders angesehenen Personen ausgingen.
Image
Sehr irritierend fand ich außerdem den Umgang mit Bewertungen auf Kununu. Nach meinem Eindruck wurden negative Bewertungen aus den vergangenen Jahren teilweise entfernt. Dadurch waren für mich anschließend auch einige positive Bewertungen schwer nachvollziehbar, da sie sich auf Inhalte bzw. Kommentare zu beziehen schienen, die nicht mehr vorhanden waren.
Während meiner Zeit dort wurde außerdem wiederholt darum gebeten, dass aktuell Beschäftigte positive Bewertungen abgeben. Bei mir entstand dadurch der Eindruck, dass das öffentliche Bild der Kanzlei gezielt beeinflusst werden sollte, anstatt sich mit den angesprochenen Kritikpunkten auseinanderzusetzen.
Work-Life-Balance
Es wird mit Gleitzeit geworben, gleichzeitig besteht eine vergleichsweise lange Kernarbeitszeit. Für mich fühlte sich die tatsächliche Flexibilität daher deutlich eingeschränkter an, als die Bezeichnung „Gleitzeit“ zunächst vermuten lässt.
Zusätzlich wurden auch außerdienstliche Teamveranstaltungen teilweise als Erwartungshaltung wahrgenommen. Wer nicht regelmäßig an Veranstaltungen nach der eigentlichen Arbeitszeit teilnahm, bekam aus meiner Sicht teilweise negatives Feedback. Ich halte es für problematisch, die private Zeit von Mitarbeitern indirekt in die Bewertung ihrer beruflichen Leistung einfließen zu lassen. Nicht jeder möchte seine Freizeit regelmäßig mit Kollegen verbringen – insbesondere dann nicht, wenn das Arbeitsverhältnis ohnehin belastet ist.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungsmöglichkeiten waren grundsätzlich vorhanden. Ich habe während meiner Zeit dort nicht erlebt, dass jemandem eine Weiterbildung grundsätzlich verwehrt wurde.
Kollegenzusammenhalt
Hier habe ich sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Einige Kollegen – insbesondere solche, die selbst nicht zum bevorzugten Kreis gehörten – waren ausgesprochen hilfsbereit und haben mich unterstützt, selbst wenn es eigentlich gar nicht ihre Aufgabe gewesen wäre. Das möchte ich ausdrücklich positiv hervorheben.
Gleichzeitig gab es leider auch Kollegen, von denen ich mich wiederholt ignoriert und ausgegrenzt gefühlt habe. Diese Erfahrungen haben für mich letztlich einen großen Teil des negativen Gesamteindrucks ausgemacht.
Vorgesetztenverhalten
Die aus meiner Sicht vorhandene Bevorzugung einzelner Mitarbeiter durch die Partner hat sich für mich negativ auf das gesamte Arbeitsklima ausgewirkt. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass bestimmte Mitarbeiter aufgrund ihrer Stellung innerhalb der Kanzlei deutlich mehr Freiheiten hatten und sich Verhaltensweisen erlauben konnten, die bei anderen Mitarbeitern vermutlich nicht akzeptiert worden wären.
Gerade im Umgang mit Konflikten und zwischenmenschlichen Problemen hätte ich mir mehr Neutralität und ein konsequenteres Einschreiten gewünscht.
Kommunikation
Die Einarbeitung war aus meiner Sicht völlig unzureichend. Übergaben fanden kaum statt und Aufgaben wurden teilweise einfach zugeteilt, ohne vorher darüber zu sprechen oder den tatsächlichen Arbeitsstand bzw. die vorhandenen Kapazitäten zu berücksichtigen.
Ich hatte zeitweise deutlich mehr Arbeit, als ich bewältigen konnte, und gleichzeitig keinen klaren Ansprechpartner, der für meine Einarbeitung oder Unterstützung zuständig war. Dadurch bin ich irgendwann regelmäßig mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen.
Auch die Erwartung an die Arbeitsleistung habe ich als problematisch empfunden. Es entstand der Eindruck, dass ein erhebliches Maß an Mehrarbeit erforderlich ist, um das normale Arbeitspensum überhaupt bewältigen zu können. Das passte für mich nicht zu einer gesunden und nachhaltigen Arbeitsorganisation.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aus meiner Sicht in Ordnung.