Wenn gute Arbeit an schlechter Führung scheitert
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team, die Aufgaben und die Kunden machen tatsächlich vieles wett. Wer allerdings bereit ist, Selbstverwirklichung und den Wunsch nach sinnstiftender Arbeit gelegentlich hintenanzustellen und nicht allzu viele Fragen zu stellen, kann hier durchaus zufrieden werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Immerhin gibt es inzwischen ein Karrieremodell – auf dem Papier. In der Praxis scheint Weiterentwicklung jedoch weniger an Fähigkeiten zu hängen, sondern eher an Sympathie, Hierarchiedenken und dem berühmten Nasenfaktor. Leistung ist vorhanden – sie ist nur nicht immer ausschlaggebend.
Verbesserungsvorschläge
Ansätze gäbe es durchaus einige: Zuhören wäre ein Anfang. Gemeinsame Lösungen finden statt Top-down-Überraschungen vielleicht auch. Und eventuell könnte man überlegen, die Interessen des Unternehmens gelegentlich über die eigenen zu stellen. Fehler als Lernchance zu begreifen, anstatt sie konsequent weiter zu multiplizieren, wäre ebenfalls ein spannendes Experiment.
Arbeitsatmosphäre
Grundsätzlich gut. Man kommt gerne ins Büro. Es könnte ruhiger sein, aber das ist ein persönliches Empfinden. Die meisten arbeiten gerne zusammen im großen Büro.
Kommunikation
Innerhalb der Stakeholder und im Kollegenkreis überraschend gut bis sehr gut – man hilft sich wo man kann. Von der Geschäftsführung darf man dafür eine erfrischend konsequente Linie erwarten: Desinteresse als Führungsprinzip. Getreu dem Motto: „Interessiert mich nicht, weil mich grundsätzlich wenig interessiert – außer ich selbst.“
Kollegenzusammenhalt
Die kleinen und großen Tragödien des Arbeitsalltags schweißen zusammen. Wenn schon die Prozesse nicht tragen, dann wenigstens die Menschen.
Work-Life-Balance
Könnte vermutlich hervorragend sein – wenn Kommunikation aus Führungsperspektive nicht als optionales Feature betrachtet würde. So entstehen regelmäßig vermeidbare Korrekturschleifen, die Deadlines zuverlässig bis ans Maximum ausreizen. Während das operative Team Wochenenden durcharbeitet, scheint die Führungsebene ihre Work-Life-Balance bereits perfektioniert zu haben – inklusive sonniger Strand-Selfies.
Vorgesetztenverhalten
Nach außen hin stets freundlich, mit einem konstanten oberflächlichen Lächeln – fast schon vorbildlich. Inhaltlich bleibt es allerdings oft bei dieser Fassade. Man ist Teil einer Kette aus Aufgaben und Gehaltsnummern. Es fühlt sich alles andere als authentisch und menschlich an. Wer Kritik äußert wird emotional abgestraft, da verfällt dann sogar die Option auf ein Lächeln.
Interessante Aufgaben
Durch die kreative Auslegung von Kommunikation bleiben Aufgaben dauerhaft spannend. Planbarkeit wird überbewertet – Langeweile kommt hier definitiv nicht auf.
Karriere/Weiterbildung
Kostet Zeit und Geld. Kommuniziert wird, kannst du machen, wenn mal Zeit übrig ist. Man sorgt aber konsequent dafür dass das auf keinen Fall passiert.
