Technisch interessante Arbeit, aber hoher Ergebnisdruck
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Firma hat sich deutlich verändert, seit sie von einem Private-Equity-Investor übernommen wurde.
Früher standen der Kunde und auch das Wohl der Mitarbeiter stärker im Mittelpunkt. Aus meiner Sicht liegt der Fokus heute deutlich stärker auf Profitabilität und Kennzahlen. Der Eindruck entsteht, dass vor allem das Ziel verfolgt wird, die Rendite für die Eigentümer weiter zu steigern.
Es soll möglichst viel EBITDA generiert werden. Hintergrund ist vermutlich die typische Struktur vieler Private-Equity-Modelle, bei denen ein stark fremdfinanzierter Kauf erfolgt. Dividenden spielen eine wichtige Rolle, um diese Finanzierung zu bedienen.
Wenn das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht, bedeutet das nicht unbedingt, dass das Unternehmen schlecht arbeitet. Tatsächlich sind die Resultate oft solide – sie liegen nur unter den sehr ambitionierten Zielen.
Die Budgetplanung wirkt aus meiner Sicht teilweise sehr optimistisch, zumindest in einigen Bereichen.
Wenn diese Ziele nicht erreicht werden, entsteht schnell eine Krisenstimmung, obwohl das Unternehmen wirtschaftlich eigentlich gesund ist. Bereits früh im Jahr entsteht ein hoher Druck, zusätzliche Umsätze zu generieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Kollegen halten in der Regel gut zusammen, was ich persönlich sehr schätze
Das Management wirkt allerdings häufig angespannt und gibt den Ergebnisdruck deutlich weiter. In Meetings kann die Stimmung daher manchmal angespannt sein, und Diskussionen werden teilweise sehr emotional geführt.
Arbeitsweisen, die früher akzeptiert waren, werden plötzlich infrage gestellt. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Umstrukturierungen, wodurch manchmal nicht ganz klar ist, welche Richtung langfristig verfolgt wird.
Work-Life-Balance
Einige Kollegen schreiben E-Mails spät abends oder am Wochenende. Das hängt vermutlich mit dem allgemeinen Leistungsdruck zusammen.
Gleichzeitig muss man fairerweise sagen, dass dies nicht grundsätzlich erwartet wird. Insgesamt ist die Work-Life-Balance vergleichbar mit vielen anderen Unternehmen – weder besonders gut noch besonders schlecht.
Karriere/Weiterbildung
Durch die regelmäßigen Umstrukturierungen ergeben sich gelegentlich neue Verantwortungsbereiche oder Entwicklungsmöglichkeiten.
Allerdings kommt es auch vor, dass zusätzliche Verantwortung übernommen wird, ohne dass sich dies direkt im Gehalt widerspiegelt. Einige Mitarbeiter sehen diese Rollen daher eher als Möglichkeit, Erfahrung für den nächsten Karriereschritt zu sammeln.
Generell wirkt es so, als sei die langfristige Bindung an das Unternehmen schwächer geworden als früher
Gehalt/Benefits
Durch den Kollektivvertrag ist das Gehalt grundsätzlich solide geregelt
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Teams funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Die Kollegen sind hilfsbereit und unterstützen sich gegenseitig, was im Arbeitsalltag sehr positiv ist
Vorgesetztenverhalten
Das hängt stark von der jeweiligen Führungskraft ab. Es gibt sehr gute Vorgesetzte, aber auch andere, bei denen der aktuelle Leistungsdruck deutlich spürbar ist.
Kommunikation
Die interne Kommunikation funktioniert im Großen und Ganzen gut. Innerhalb der Teams ist der Austausch offen und kollegial. Bei größeren strategischen Themen könnte die Transparenz manchmal etwas höher sein
Interessante Aufgaben
Wer sich für Technik begeistert, wird hier inhaltlich auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

