Mehr Schein als Sein
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der offene Ideenaustausch, den Kolleg*innenzusammenhalt und die Kaffeemaschine :-)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das ständige Schnell-Schnell, mit noch nem Streifen weniger Qualität, Hauptsache es hält dem nächsten Audit, der nächsten Auschreibung, dem nächsten Kunden stand.
Verbesserungsvorschläge
Löst den Ressourcenmangel, entweder durch weniger Arbeit oder mehr Mitarbeiter*innen oder besser qualifizierte Mitarbeiter*innen. Investiert in Aus- und Weiterbildung, proaktiv, nicht erst wenn jemand fragt. Gebt euren Mitarbeiter*innen eine Perspektive für die nächsten 3-5 Jahre, die sich nicht alle zwei Wochen ändert.
Arbeitsatmosphäre
Ich finde der ständige Druck, das nächste Projekt am besten Gestern zu schaffen, bei gleichzeitigem Sparzwang, Personalmangel und kurzfristigen Deadlines, erzwingt es, schlechte Qualität zu erbringen. Auch wenn einige die Fahne hochhalten macht sich ein gewisser Fatalismus breit. Der Ausverkauf ganzer Abteilungen unter dem Vorwand der besseren Zusammenarbeit verstärkt die Sorgen um die eigene berufliche Zukunft.
Image
War mal wesentlich besser. Inzwischen viel Mangelverwaltung und Blenderei mit Produkten die so oder noch gar nicht existieren und die Zertifizierungen sind meiner Meinung nach auch eher Feigenblatt und Marketing, denn gelebte Realität. Dadurch fällt es schwer sich nach aussen hin noch wirklich für die Firma zu begeistern.
Work-Life-Balance
Bedingt durch den Personalmangel in einigen Abteilungen und die gleichzeitig hohe Arbeitslast kommt es hier und. da zu "notwendiger" Mehrarbeit. Leider wird bisher immer auf dem Prinzip der Eigeninitiative und Freiwilligkeit geritten, die durch Gruppenzwang oder auch mal Wutausbrüche von Vorgesetzten aber ad absurdum Geführt sind.
Urlaub zu nehmen wird gefördert, auch wenn es ob der Ausstattung einiger Abteilungen und Zuständigkeiten inzwischen dadurch zu Personalengpässen oder auch mal der Nichtverfügbarkeit von Verantwortlichen kommt.
Trotzdem sei angemerkt, das Vertrauensarbeitszeit auch weitestgehend so gelebt wird, das man sich meißt den Tagesablauf frei einteilen kann und auch mal der Zahnarztbesuch oder die KiTa zwischengeschoben werden kann.
Karriere/Weiterbildung
Karriere und Verantwortung ja, aber bild dir nicht ein dafür Weiterbildung zu bekommen. Es sei denn, es nützt direkt dem Arbeitgeber. Persönliche Weiterbildung, wenn dann in der Freizeit mit eigenen Mitteln.
Gehalt/Benefits
Marktüblich bis drunter. Geld kommt pünktlich. Die seit Jahren angekündigte Bonuszahlung hängt leider immer noch in den Mühlen der Bürokratie fest. Benefits dürfen nichts kosten, sind deswegen auch eher unaufregend.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt ne Mülltrennung, auf Bio-Essen wird geachtet. Das wars aber eigentlich auch. Der wirklich relevante Faktor, der Energieverbrauch und Herstellungskosten der Server und Standorte sowie der Endgeräte wird leider bisher nicht beachtet.
Kollegenzusammenhalt
Immer noch gut, auch wenn es durch einige Abgänge, Remote Office und die hohe Personalfluktuation in einigen Abteilungen schwieriger wird, Kontakt zu halten. Auch die hohe Arbeitslast sorgt dafür, dass man sich immer gleich schuldig fühlt, wenn man mal zehn Minutem beim Kaffee verbringt.
Umgang mit älteren Kollegen
Nicht gut, nicht Schlecht. Mir sind keine expliziten Vor- oder Nachteile oder Förderungen für ältere Mitarbeitende bekannt. Bisher scheint das Lebensalter keinen direkten Einfluss auf den Einstellungsprozess zu haben.
Vorgesetztenverhalten
Von ernsthaft Mangelhaft (indirekter Zwang zur Mehrarbeit in unterausgestatteten Abteilungen mit Wutausbrüchen und Schuldzuweisungen bei Fehlern, Nichtverfügbarkeit) bis zu Vorbildlich (vorherigen Abstimmung, transparente Entscheidungen, regelmäßiges Feedback, Verfügbarkeit bei Rückfragen) ist alles dabei. In jüngster Zeit ist eine gewisse Verbesserung zu beobachten.
Arbeitsbedingungen
Die Büros sind groß und gut ausgestattet, die Arbeitsgeräte ausreichend bis gut. Es gibt eine Auswahl für Mitarbeitende ob sie mit einem Mac oder einem Thinkpad mit Linux arbeiten wollen. Diensttelefone sind IPhones.
Lediglich einige der Schallschutzmatten in den Büros könnten mal erneuert werden ;-)
Kommunikation
Innerhalb des Kollegiums top. Auch die Geschäftsführung hat sich deutlich gebessert und geht inzischen mit öffentlichen Q&A Sessions auf die orgen der Mitarbeiter*innen ein. Manchmal fällt durch den o.g. Druck allerdings die abteilungsübergreifende Abstimmung hinten runter, so dass einer nicht weiß wa der andere tut.
Gleichberechtigung
Es gibt Ansätze, die Vielfalt und Gleichberechtigung zu fördern (All-Gender Restrooms, Wortwahl bei der Kommunikation, Teilnahme am Femtenial-Projekt, mit entsprechenden Schulungen)
Leider sind z.B. die Schulungen nicht verpflichtend und eine koordinierte Umsetzung auch weiterer Massnahmen (Förderung von Führungskräften anderer Geschlechter oder von Minderheiten, Awareness Schulungen von Vorgesetzen, etc.) gibt es auch nicht. Dadurch besteht insbesondere in der Managementeben immer noch eine gewisse Bro-Culture, wo man sich bei einigen Aussagen fragt, in welchem Jahrhundert man lebt.
Interessante Aufgaben
Wer neue Tech lernen will ist hier gut aufgehoben. Wer Dinge ordentlich machen will, nicht. Und man muss sich die Zeit natürlich nehmen, denn zugeteilt bekommt man sie nicht.


