Gut am Arbeitgeber finde ich
Was ich gut finde? Ich finde nur gut, dass ich jetzt weiß, wie ich auf gar keinen Fall behandelt werden möchte. Durch diese schreckliche Zeit bei TAC Office kann ich nun ganz viel Wertschätzung meinem neuen, bei weitem besseren Arbeitgeber entgegenbringen und weiß, wie eine gute Ausbildung eigentlich aussehen sollte. Ich würde keinem jungen Menschen empfehlen, sich von dieser Chefin ausbeuten zu lassen und sein Potenzial in einer winzig kleinen Werbeagentur zu investieren, in der nichts wertgeschätzt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Insgesamt war die Ausbildung stark von einem autoritären Führungsstil geprägt, bei dem Azubis keine Wertschätzung erfahren haben. Ich wurde als ‚Greenhorn‘ bezeichnet und vor allen bloßgestellt. Entwicklungsmöglichkeiten gab es nicht – außer einem Udemy-Abo, das kaum nutzbar war. Versprochene Weiterbildungen wurden nicht eingehalten, und selbst grundlegende Dinge wie Zeit für Berichtshefte waren nicht vorgesehen.
Von Beginn an war ich fast ausschließlich mit Kundenaufträgen beschäftigt. Die Chefin nannte das ‚ins kalte Wasser schmeißen‘ – in Wahrheit fühlte es sich aber wie reine Ausbeutung an. Für 650 € brutto im ersten Lehrjahr wurde ich verheizt, ohne echte Begleitung oder Rücksicht darauf, dass man als Azubi erst einmal lernen muss.
Viele Auszubildende verlassen den Betrieb direkt nach der Ausbildung oder brechen sogar vorzeitig ab. Junge Menschen werden hier regelrecht verheizt und verlieren dadurch oftmals komplett die Lust am Beruf. Mir selbst ging es genauso – nach dieser Erfahrung habe ich den Berufszweig gewechselt. In der Berufsschule ist der Betrieb regelrecht berüchtigt und die Chefin extrem unbeliebt. Ein Lehrer teilte mir sogar mit, dass ich bereits der dritte Auszubildende sei, der nach diesen Erlebnissen die Ausbildung dort abgebrochen hat und kein Mediengestalter mehr werden wollte.
Statt Förderung und Lernbegleitung stand das Funktionieren im Vordergrund. Wer eine Ausbildung sucht, in der man unterstützt wird und sich entwickeln kann, ist hier leider fehl am Platz.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre war angespannt und sehr hierarchisch geprägt. Man hatte nie das Gefühl, wirklich willkommen oder gefördert zu sein, sondern eher wie eine billige Arbeitskraft. Ich hatte die ganze Zeit Angst, Fragen zu stellen, weil sie als dämlich oder offensichtlich gewertet werden könnten und ich dadurch angeblich die Zeit der Chefin verschwenden würde. Ebenso hatte ich ständig Angst, Fehler zu machen – was das Lernen praktisch unmöglich gemacht hat.
Karrierechancen
Karriere- und Weiterbildungschancen gab es nicht. Zwar wurden externe Weiterbildungen versprochen, diese wurden jedoch nie eingehalten. Das einzige, was man nutzen durfte, war ein Udemy-Abo – und selbst das nur alle zwei Tage für eine halbe Stunde. Lernzeit für Berichtshefte gab es nicht, diese mussten zuhause erledigt werden.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten von 8–17 Uhr waren offiziell klar geregelt. In der Praxis habe ich mich aber jedes Mal schlecht gefühlt, wenn ich pünktlich gegangen bin. Von mir wurde erwartet, Überstunden zu machen – obwohl ich minderjährig und im ersten Lehrjahr war. Über diese Überstunden wurde nie gesprochen oder ein Ausgleich geschaffen.
Ausbildungsvergütung
Gezahlt wurde lediglich die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung. Im Vergleich zu anderen Betrieben derselben Branche war das deutlich weniger. Für die Menge an Kundenaufträgen, die man schon im ersten Lehrjahr erledigen musste, fühlte es sich nach klarer Ausbeutung an. Zusätzlich gab es nur einen einzigen Urlaubstag mehr als gesetzlich vorgeschrieben – auch das war im Vergleich zu anderen Betrieben deutlich schlechter.
Die Ausbilder
Die Ausbilderin hatte einen sehr autoritären, von oben herab geprägten Führungsstil. Azubis erfuhren kaum Wertschätzung, sondern wurden wie billige Arbeitskräfte behandelt. Ich wurde als ‚Greenhorn‘ bezeichnet und auf Weihnachtsfeiern vor versammelter Mannschaft bloßgestellt. Besonders schwer wogen ihre spöttischen, von oben herab gerichteten Blicke, die mir jegliche Freude nahmen – ich habe diese Mimik noch heute im Kopf. Ständig hatte ich Angst, Fehler zu machen oder durch eine Frage Zeit zu ‚verschwenden‘. So entstand ein Klima voller Druck, Einschüchterung und Angst, das Lernen praktisch unmöglich machte. Ich habe mich oft auf die Toilette zurückgezogen, um dort zu weinen, weil ich mich so ohnmächtig und klein gefühlt habe.
Anstatt Auszubildende anzuleiten, zu begleiten oder ihnen etwas beizubringen, wurden autoritäre Ansagen gemacht. Von Beginn an hieß es „ins kalte Wasser schmeißen“ – in der Praxis bedeutete das, dass ich schon im ersten Lehrjahr fast ausschließlich Kundenaufträge abarbeiten musste, ohne Erklärung, ohne Begleitung, ohne Rücksicht darauf, dass man ja erst lernen sollte. Es ging nie um Ausbildung im eigentlichen Sinn, sondern nur ums Funktionieren.
Spaßfaktor
Der Spaßfaktor war sehr gering. Durch die angespannte Stimmung und den respektlosen Umgang war es schwierig, Freude an der Ausbildung zu empfinden. Ich habe diesen spöttischen, von oben herab gerichteten Blick der Chefin immer noch im Kopf – er hat mir jegliche Freude genommen. Ich musste ständig aufpassen, wie ich mich verhalte oder was ich sage. In dieser Zeit bin ich sehr oft weinend auf die Toilette gegangen.
Aufgaben/Tätigkeiten
Gestaltung, Design
Variation
Es gab keine Möglichkeit, andere Abteilungen kennenzulernen. Die Ausbildung war dadurch sehr einseitig. Auch die Kunden, für die man Aufträge bearbeitete, wiederholten sich ständig – wodurch mit der Zeit keinerlei echte Abwechslung mehr gegeben war.
Respekt
Respekt war so gut wie nicht vorhanden. Azubis wurden wie billige Arbeitskräfte behandelt, ohne Mitspracherecht. Das hierarchische Gefälle war extrem – gegen die Ausbilderin konnte man sich nicht durchsetzen.