Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Meine Erfahrungen bei Tandem BTL haben mich leider nachhaltig geprägt – allerdings auch gezeigt, wie ein Arbeitgeber nicht mit seinen Mitarbeitenden umgehen sollte.
Ich kann selbstverständlich nur für meine persönlichen Erfahrungen sprechen. Für mich war diese Zeit jedoch so belastend, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe. Wer Wert auf einen respektvollen Umgang, Vertrauen und ein positives Arbeitsklima legt, sollte sich meiner Meinung nach vor einer Bewerbung ein möglichst umfassendes Bild vom Unternehmen machen.
Verbesserungsvorschläge
Heute arbeite ich in einem Unternehmen, in dem gegenseitiger Respekt, Vertrauen und Wertschätzung selbstverständlich sind. Ich habe mittlerweile eine verantwortungsvolle Position mit spannenden fachlichen Aufgaben und weiß deshalb umso mehr, wie wichtig eine gesunde Unternehmenskultur ist.
Meine Erfahrungen bei Tandem BTL haben mich leider nachhaltig geprägt – allerdings auch gezeigt, wie ein Arbeitgeber nicht mit seinen Mitarbeitenden umgehen sollte.
Ich kann selbstverständlich nur für meine persönlichen Erfahrungen sprechen. Für mich war diese Zeit jedoch so belastend, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe. Wer Wert auf einen respektvollen Umgang, Vertrauen und ein positives Arbeitsklima legt, sollte sich meiner Meinung nach vor einer Bewerbung ein möglichst umfassendes Bild vom Unternehmen machen.
Arbeitsatmosphäre
Ich habe dort als Werkstudentin gearbeitet und kann rückblickend sagen, dass es die mit Abstand schlimmste berufliche Erfahrung meines Lebens war.
Ich war damals gerade 18 Jahre alt und habe während meiner Zeit dort mehrfach geweint. Es herrschte aus meiner Sicht eine Arbeitsatmosphäre, die von Misstrauen, Mikromanagement und häufigem Lästern geprägt war.
Schon wenige Minuten Verspätung führten dazu, dass ich meinem Vorgesetzten per WhatsApp mitteilen musste, wann ich das Büro betreten hatte. Nachdem ich zwei- oder dreimal jeweils nur wenige Minuten zu spät gekommen war, wurde dies an die Leitung eskaliert und ich musste mich dafür rechtfertigen. Für eine Werkstudentin, die gerade erst ins Berufsleben eingestiegen war, war das extrem belastend.
Besonders negativ in Erinnerung geblieben ist mir der Umgang unter Kolleginnen und Kollegen. Ich habe Situationen erlebt, in denen über Mitarbeitende per E-Mail gelästert wurde. Nachdem eine solche E-Mail versehentlich bei mir gelandet war, wurde ich unter Druck gesetzt, sie löschen bzw. "zurückziehen" zu lassen. Damals wusste ich als junge Studentin nicht, wie ich damit umgehen sollte.
Karriere/Weiterbildung
Besonders enttäuschend war für mich auch die Kommunikation hinsichtlich meiner beruflichen Perspektive. Mir wurde vermittelt, dass eine Weiterbeschäftigung aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich sei. Später stellte sich heraus, dass dennoch jemand anderes fest eingestellt wurde. Dass ich davon nur über Gespräche unter Kolleginnen und Kollegen erfuhr, empfand ich als wenig transparent und respektlos.
Gehalt/Benefits
Gehalt war gut.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe mehrfach erlebt, dass hinter dem Rücken anderer Kolleginnen und Kollegen gesprochen wurde. Das ging so weit, dass ich irgendwann selbst eine deutlich ältere Kollegin auf ihr Verhalten ansprechen musste. Ein respektvoller und professioneller Umgang miteinander sah für mich anders aus.
Aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus habe ich außerdem Aussagen und Situationen erlebt, die ich als rassistisch empfunden habe. Auch andere Mitarbeitende äußerten mir gegenüber, dass sie sich aufgrund entsprechender Erfahrungen zum Verlassen des Unternehmens entschlossen hätten. Das hat mich damals sehr nachdenklich gemacht.
Während der Corona-Zeit arbeitete ich im Homeoffice. Auch dort empfand ich die Kontrolle meiner Arbeit als sehr engmaschig und wenig vertrauensvoll.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein weiterer Punkt, der mich bis heute beschäftigt, ist die aus meiner Sicht fehlende Gleichbehandlung. Ich hatte häufig den Eindruck, dass langjährige Kolleginnen deutlich mehr Freiheiten hatten als ich als junge Werkstudentin. Teilweise nahmen sich Kolleginnen heraus, mir Aufgaben zuzuweisen, die überhaupt nicht zu meinem Tätigkeitsbereich gehörten. So klopfte eine Kollegin beispielsweise an meine Bürotür und forderte mich auf, die Heizung sowie den Stromkasten zu überprüfen. Obwohl ich ihr erklärte, dass dies nicht zu meinen Aufgaben gehörte und ich dafür weder zuständig noch qualifiziert war, hatte ich das Gefühl, mich nicht dagegen wehren zu können. Als damals gerade 18-jährige Werkstudentin befand ich mich in einer Situation, in der ich mich den Anweisungen älterer Kolleginnen und Kollegen kaum widersetzen konnte.
Arbeitsbedingungen
Ein weiterer Punkt war die Urlaubsplanung. Da wir personell sehr knapp besetzt waren, war es kaum möglich, Urlaub flexibel zu nehmen. Für die Hochzeit meiner Cousine musste ich rund 1.800 Kilometer reisen und noch am selben Tag zurückfliegen, weil keine andere Lösung gefunden wurde. Für mich als Werkstudentin war das finanziell und persönlich eine enorme Belastung.
Kommunikation
Auch im Alltag kam es immer wieder zu unangenehmen Situationen. So wurde ich beispielsweise für Dinge verantwortlich gemacht, die ich gar nicht getan hatte – etwa für eine angeblich nicht ordnungsgemäß hinterlassene Toilette, bis eine andere Kollegin zugab, dass sie selbst dafür verantwortlich war. Solche Erlebnisse haben das Arbeitsklima zusätzlich belastet.