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Taprogge 
Gesellschaft 
mbH
Bewertung

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Mehrfachbewertung

Ein Arbeitgeber mit Modernisierungspotenzial

3,5
Empfohlen
Mehrfachbewertung
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Taprogge Gesellschaft mbH in Wetter (Ruhr) gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Gut am Arbeitgeber finde ich

Ein großes Plus sind die sehr herzlichen Kolleginnen und Kollegen, auf die man sich auf dem Weg zur Arbeit schon freuen kann.

Verbesserungspotenziale werden gesehen. Mittlerweile gab es zu den Jahreswechseln bereits zwei Umfragen, an denen die Mitarbeitenden teilnehmen konnten. Die Umfragen wurden dann zunächst auf Führungskräfteebene gemeinsam mit der Geschäftsleitung besprochen, danach wurde die Umfrage auf Abteilungs-/Team-Ebene erneut besprochen. Auch wenn die Ergebnisse erstmal recht positiv waren, müssen die genannten Verbesserungsvorschläge nun auch endlich in Angriff genommen werden.

Ein neuer Punkt den ich hier gerne anbringen würde ist, dass TAPROGGE (entgegen dem Trend) auch viele Berufsanfänger einstellt. Das empfinde ich als sehr positiv. Vor allem in einer Zeit, wo viele Unternehmen eher darauf setzen, Junior-Stellen durch KI zu ersetzen. Man kriegt hier die Möglichkeit sehr vollumfänglich in Themen eingearbeitet zu werden und man wird nie nur für einen kleinen Teil des Gesamtprojekts zuständig sein. So sorgt man hier für die Fachkräfte von Morgen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Bei TAPROGGE gibt es weiterhin recht starre Prozesse. So richtig kann oder will man sich von der "Das haben wir schon immer so gemacht"-Mentalität nicht lösen. Etwas mehr Flexibilität würde dem Unternehmen gut tun.

Ein weiteres Manko ist aus meiner Sicht die teilweise recht hohe Erwartungshaltung an die Mitarbeitenden. Es kann allerdings nicht nur von einer Seite Flexibilität gefordert werden. Da muss man als Arbeitgeber dann auch mal liefern.

Verbesserungsvorschläge

TAPROGGE muss sich weiterentwickeln, weg von den vielen starren Prozessen und in manchen Punkten flexibler werden. Insbesondere die sehr komplizierte Zeitwirtschaft müsste als Thema mal angegangen werden. Die Regelungen, die hier aktuell gelten sind sehr veraltet.
Zur Flexibilität gehört für mich auch das Thema Mobiles Arbeiten. Ein Benefit, der eigentlich kein solcher mehr ist, da es bei vielen Unternehmen seit der COVID19-Pandemie zum Standard gehört. Aktuell gibt es die Regelung, dass 1 Tag pro Woche mobil von zuhause gearbeitet werden kann. Das funktioniert aber auch nur bedingt, wenn nicht alle Termine vor Ort abgehalten werden. In vielen Abteilungen wird selbst der eine Tag nicht gerne gesehen.

Daran anknüpfend: Benefits ausbauen. Und das meint echte Benefits. Vieles was in anderen Unternehmen normal ist, gibt es hier nicht (z.B. Dienstradleasing, betriebliche Altersvorsorge). Natürlich kann man nicht einen Benefit finden, der für alle passt. Aber ein "Blumenstrauß" an Benefits, aus denen dann jeder etwas wählen kann, wäre eine schöne Neuerung und ein toller Invest in die Mitarbeitenden.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre würde ich insgesamt als gut bezeichnen. Ich empfinde die Kolleginnen und Kollegen in allen Bereichen sehr freundlich und herzlich. Mit Sicherheit gibt es hier auch Verbesserungspotenzial, das sehe ich aber eher als abteilungsabhängig an.

Es kann etwas dauern, bis man manchmal so richtig im Unternehmen angekommen ist. Man fühlt sich vom Team dennoch herzlich aufgenommen.

Kommunikation

Die Kommunikation läuft auf Unternehmensebene aus meiner Sicht noch schleppend. Es gab mittlerweile zumindest mal wieder eine Betriebsversammlung. Der Wunsch nach besserer/mehr Kommunikation ist in der Geschäftsleitung angekommen, man tut sich hier aktuell allerdings noch schwer.
Der Betriebsrat versendet immer mal wieder kurze Newsletter. Über weitere Themen informiert das Marketing-Team über unser Intranet.
Die Personalabteilung informiert monatlich über die Neueinstellungen. Die Kommunikation läuft viel über E-Mails. Kolleginnen und Kollegen ohne eigenen E-Mail Zugang werden über Aushänge am schwarzen Brett informiert.

Für meinen direkten Bereich gibt es regelmäßige Meetings, in denen Informationen ausgetauscht werden. Auch in anderen Abteilungen gibt es mittlerweile regelmäßige Termine für sowas.

Im letzten Jahr gab es zudem für alle Führungskräfte ein Kommunikationstraining. Hier wurde der Fokus sowohl auf den Umgangston gelegt, aber auch darauf, wie man z.B. Feedback gibt.

Kollegenzusammenhalt

In meinem Bereich herrscht ein sehr offener, herzlicher Umgang untereinander. In anderen Teams ist das ähnlich, ich kann hier allerdings auch nur über meinen Eindruck sprechen.
In der Umfrage waren die Ergebnisse zum Zusammenhalt aber generell recht positiv.

Work-Life-Balance

Gut ist die 35-Stunden Woche. Eine richtige Gleitzeit gibt es nicht - bei TAPROGGE gibt es eine flexible Arbeitszeit. In der Verwaltung ist ein Start zwischen 06:45 Uhr und 09:00 Uhr möglich. In der Metallproduktion gibt es einen Ein-Schicht Betrieb. Das ist für diesen Bereich sicherlich auch ein Plus.

Mobiles Arbeiten in der Verwaltung ist offiziell 1x pro Woche möglich, wird aber noch nicht so gelebt. In einigen Bereichen ist tägliche Anwesenheit erwünscht.

In meinem Bereich kann Urlaub flexibel genommen werden und im Notfall geht sowas auch sehr kurzfristig. Das bekomme ich so auch von anderen Kolleginnen und Kollegen in meinem Bereich gespiegelt. Mit Begründung kann hier auch mal - ausnahmsweise - mehr aus dem Mobile Office gearbeitet werden.

Vorgesetztenverhalten

In meinem Bereich ist das Vorgesetztenverhalten sehr gut. Man kommuniziert sehr offen und wertschätzend miteinander. Erwartungen und Ziele werden klar kommuniziert und besprochen. Meine Meinung wird für Entscheidungsprozesse ebenfalls berücksichtigt.

In anderen Bereichen sehe ich hier noch Baustellen. Um gemeinsam an den Themen Führungsstil, Kommunikation und Verhalten zu arbeiten, wurden die Führungskräfte zu einem gemeinsamen Führungskräfte-Coaching und Kommunikationstraining geschickt. Jetzt muss das Ganze nur noch Früchte tragen.

Interessante Aufgaben

Ich finde meinen Aufgabenbereich sehr spannend und kann hier sehr frei arbeiten. Es ist schön, so ein Vertrauen zu erhalten.
Das Geschäftsfeld von TAPROGGE ist ebenfalls sehr spannend und bietet viele interessante und umfangreiche Aufgaben.

Umgang mit älteren Kollegen

Bei TAPROGGE gibt es viele Kolleginnen und Kollegen die teils seit 25, 30 oder 40 Jahren im Unternehmen sind. Dementsprechend werden sie auch als Wissensträger gesehen.
Auf das Wissen wird auch gut gebaut und die Expertise wird regelmäßig für verschiedenste Themen herangezogen. Eine Herausforderung wird es allerdings, den Wissenstransfer zwischen "alt und jung" zu fördern.

Arbeitsbedingungen

Hier gibt es aus meiner Sicht aktuell noch mehrere Baustellen:

1. Arbeitsplätze sind teils wenig ergonomisch. Höhenverstellbare Schreibtische werden eher nach Nasenprinzip verteilt.
2. Nicht alle Kolleginnen und Kollegen haben einen Laptop. Das sollte zwar nach und nach geändert werden, dauert allerdings. So hat aber auch nicht jeder die Möglichkeit, aus dem Mobile Office zu arbeiten. Wenn ansonsten etwas an Technik fehlt (z.B. zweiter Bildschirm) kann der Bedarf gemeldet werden.
3. Die Zeitwirtschaft ist für mich mit eine der größten Baustellen bei TAPROGGE. Sehr veraltetes Modell, das so gar nicht mehr tragbar ist. Hier muss sich etwas tun. Zudem müssen Abteilungen zwischen 07:45 und 16:00 Uhr besetzt sein. Das sollte man so anpassen, dass es mit dem spätmöglichsten Start des Tages und dem frühestmöglichen Ende zusammenpasst, also 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr bzw. freitags dann bis 12:00 Uhr. Das wäre gerade für kleine Abteilungen besser.

Was hier positiv ist: Das Gehalt ist dank der Abschlagszahlung immer pünktlich auf dem Konto. Bei Mehrarbeit gibt es die Stunden (auch in der Verwaltung) vergütet.
Für die Arbeitssicherheit werden Sicherheitsschuhe oder -überzieher gestellt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die Anlagen an sich sind CLEANTECH durch und durch und sparen der Welt jährlich Unmengen an CO2 ein.
Ansonsten kann man intern noch an ein paar Prozessen arbeiten: es wird noch sehr papierlastig gearbeitet, was definitiv verbessert werden kann.

Zur oft angebrachten Mülltrennung wurde im Intranet ein Artikel veröffentlicht und es soll eine Serie dazu kommen. Im Artikel wurden die Hintergründe und auch die Sinnhaftigkeit der aktuellen Methode sehr gut dargestellt und man sieht, dass TAPROGGE hier schon deutlich weiter ist, als es den Anschein machte.

Gehalt/Benefits

Schleppende Gehaltsentwicklung seit dem Ausstieg aus dem Arbeitgeberverband in 2003. In den letzten 3 Jahren hab es zwei Anpassungen. Man muss aber auch im Hinterkopf behalten, dass es sich um ein mittelständisches Unternehmen und keinen Großkonzern handelt und Gehälter daher auch anders ausfallen.
Dennoch sollte man die marktüblichen Gehälter im Blick halten - sonst fällt man irgendwann hinten rüber.

Urlaubs- und Weihnachtsgeld werden gezahlt, bei Mehrarbeit gibt es hier auch eine entsprechende Vergütung. Das Gehalt kommt immer pünktlich als Abschlagszahlung zum Ende des Monats. Der Rest wird dann innerhalb der ersten Wochen des Folgemonats bezahlt.

Image

In der Kraftwerksbranche hat TAPROGGE sich durchaus einen Namen gemacht und ist bekannt. Nicht umsonst ist man in unserem Segment Weltmarktführer.

Dem Titel „Hidden Champion“ machen wir aber auch weiterhin alle Ehre – in der Region ist TAPROGGE als Unternehmen und Arbeitgeber wenig bekannt. Im letzten Jahr war ein Teil des Teams aber nicht nur auf Branchen-Messen sondern auch auf Karrieremessen in der Region vertreten. Das wird hoffentlich weiter beibehalten, um uns auch als Arbeitgeber der Region zu vermarkten.

Karriere/Weiterbildung

Das Thema Weiterbildung und Karriere wurde hier aufgenommen, steckt aber noch in den Kinderschuhen. Es wurden extra Abteilungen gegründet, die sich den Thematiken Training und Personalentwicklung annehmen. Bis auf eine strukturiertere Schulungsplanung und ein LMS, das laufend gepflegt wird, hat sich in dem Bereich bisher aber wenig getan.

Wer eine Fachkarriere anstrebt und Experte für bestimmte Bereiche werden will, ist bei TAPROGGE aus meiner Sicht gut aufgehoben. Das kommt daher, dass man hier vollumfänglich für Projekte zuständig ist und auch lange hier bleiben kann, wenn man das möchte. Wer die Karriereleiter aufsteigen will und unbedingt eine Führungskarriere anstrebt, wird hier langfristig nicht glücklich. Es werden durch Renteneintritte innerhalb der nächsten Jahre bestimmt noch Positionen frei, allerdings ist über Stellvertretungen bereits die Nachfolge gesichert.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.