"Erzkonservatives Unternehmen, für das der Zug abgefahren ist" oder alternativ "Das Ende der Fahnenstage"
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kantine
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
siehe hierzu jeweils unten angesprochene Punkte mit schlechter Bewertung / Mitarbeiter-Events: kollektives Würstchen-Vertilgen mit propagandistisch-realitätsferner Selbstdarstellung und -beweihräucherung
Verbesserungsvorschläge
Entweder neue Produkte mit absolutem Willen und äußerster Hartnäckigkeit ethablieren oder zumachen. Im ersten Falle neue Arbeitsweisen, Methoden und Werkzeuge einführen, im letzteren weiter so machen.
Arbeitsatmosphäre
Hier gibt es völlig veralterte Arbeitsweisen, eine total überforderte EDV und Gebäude, die wie alte, wenn auch befensterte, Hochbunker wirken.
Am schlimmsten sind allerdings die alten Silberrücken, die nur auf sich selbst fokussiert sind und sehenden Auges alles gegen die Wand fahren. Bloß nichts Neues, bloß kein neues Produkt, bloß keine Veränderungen, dies ist hier für die größten Nullen an den wesentlichen Stellen die eigentliche Strategie. Alles andere würde ja Mühe und Arbeit erfordern und ggf. das Risiko des Scheiterns mit sich bringen. Also besser, wenn man es gar nicht erst versucht.
Mal ganz ehrlich, wie soll man sich hier als einfacher Angestellter bzw. Mitarbeiter noch motivieren?
Image
Früher hatte diese Firma einen richtig guten, in Fach- und Kundenkreisen bekannten Namen, heute interessiert sie kaum noch jemanden, wenn man mal von dem beständig kleiner werdenden, ominöser wirkenden Kundenkreis absieht. Daher gelingt es auch immer schlechter neue Mitarbeiter zu finden. Die vermeintlich idyllische Lage (peripher wäre definitiv treffender) trägt noch dazu bei.
Work-Life-Balance
Urlaub gibt es, wenn nötig, zeitnahe (Dank dem direkten Vorgesetzen).
Die einen Kollegen arbeiten sich allerdings teilweise einen Wolf und bilden bei der Auftragsbearbeitung temporär eine Eimerkette, während von Mitarbeitern anderer Abteilungen zeitgleich (mitunter schon mehrheitlich) eine Raucherkette gebildet wird. Dabei steht offenkundig auch genügend Zeit zur Verfügung, sich gegenseitig ausgiebig zu erzählen wie schwer sie es doch jeweils haben. Letztere werden hier als der Stern der Firma angesehen, erstere eher als nützliches Beiwerk.
Karriere/Weiterbildung
Ein jüngerer Kollege hat hier einmal eine Weiterbildungsveranstalltung durchgeführt, die diesen Ausdruck tatsächlich verdient hatte (sehr gut gemacht). Allerdings war das die Ausnahme.
In der Regel werden einige Mitarbeiter zu Weiterbildungen für neue Kollegen genötigt, kommen schlecht vorbereitet und wenig motiviert zu diesen und vermitteln am Ende vor allem den Eindruck von Desinteresse und Lustlosigkeit.
Bezüglich der Aufstiegschancen sieht es hier eher schlecht aus.
Maximal ist ein Aufstieg zum Abteilungsleiter möglich, ggf. einer zum stellv. Abteilungsleiter. Dann darf man bei den Hasadeuren und Ahnungslosen in der Hierarchie über einem bei diesen auf dem Schoß sitzen. Wer es mag. Aber Vorsicht, mitunter werden selbst Kollegen bei der naheliegenden Beförderung zum Abteilungsleiter hingehalten, während die Abteilung somit eigentlich formell führungslos ist. Dann darf derjenige, der es verdient hätte Abteilungsleiter zu sein, als stellv. Abteilungsleiter für weniger Geld diese Aufgabe übernehmen und sich dabei bewähren, bis ihm die Motivation für diese Tätigkeit auf Grund dieses Vorführens eigentlich schon vergangen ist.
Gehalt/Benefits
Eine Kantine gibt es, mit bemühten und auch netten externen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Je nach Tagesmenü ein Lichtblick in der Mittagspause. Der Raum in dem die Kantine untergebracht ist wirkt allerdings wie aus den 70ern direkt in die heutige Zeit überführt. Hier könnte bereits eine neue, hellere Farbgebung viel verbessern.
Das Gehaltsniveau ist relativ hoch.
Der Firmeninhaber vermittelt einen seriösen und ernsthaften Charakter, ist um einen vernünftigen Umgang mit den Mitarbeitern und Angestellten bemüht und versucht der Firma ein Bestehen in der Zukunft zu sichern. Schade nur, dass zu viele hyperegozentrische, kleingeistige Altlasten, die unter ihm das Sagen haben, diesen positiven Eindruck, den er von der Firma vermittelt, komplett ins Gegenteil verkehren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man wäre so gerne ein GreenTech-Unternehmen, ist aber keines.
Heutzutage liefert man nur noch Produkte, an altbackene Kraftwerke, die diese nicht ganz so umweltbelastend aussehen lassen wie sie es eigentlich sind. Dies auch nur, weil für die Kunden Brennstoff(kosten) und Ausgaben bei den Anlagenrevisionen zu sparen sind. Umweltschutz ist hierbei nebensächlich.
Kollegenzusammenhalt
Manche Kollegen sind o.k., die meisten sind aber Oppertunisten, die sich für nichts zu schade sind und die mangelde Fähigkeiten durch Schleimerei zu kompensieren versuchen. Am schlimmsten sind die Karrieristen, die sich auf die eigene Schulter klopfen, obwohl alles immer mehr den Bach runter geht.
Umgang mit älteren Kollegen
Größtenteils ordentlicher Umgang mit älteren Kollegen. Mittlerweile gibt es aber weniger von diesen (entweder pensioniert, rechtzeitig abgesprungen, gegangen worden oder gar nicht erst eingestellt).
Vorgesetztenverhalten
Kommt auf den direkten Vorgesetzten an.
Einige sind noch fair. Das nützt aber auch nichts mehr, wenn der ganze Fisch vom Kopf her stinkt.
Arbeitsbedingungen
Höhenverstellbare Tische, abgenutzte, völlig verschmutzte Stühle.
Veralterte, geradezu historische Arbeitsweisen. Firmeneigene PC-Programme, die nicht richtig funktionieren und denen man nicht mehr vertrauen kann.
Bürokratieabbau ist hier allerdings kein Thema, da man es sich im Laufe der Jahrzehnte selbst so schwer wie möglich gemacht hat, so dass das was der Staat verlangt dagegen lächerlich wirkt.
Kommunikation
Nur das Nötigste, wenn überhaupt (das Vorenthalten wichtiger Infos ist hier nicht ungewöhnlich und wird mitunter bewusst angewandt um manche unliebsam gewordene Kollegen / Kolleginnen schlecht darstehen zu lassen). Mitarbeiter erfahren schon gar nichts von einer evtl. vorhandenen Firmenstrategie.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung gibt es. Frauen, die was drauf haben, schaffen es nach oben. Frauen die nichts drauf haben, mitunter neuerdings aber auch. Letztere dürfen sich dann zu den geistig und charakterlich gleichartigen Männern gesellen und die Firma demontieren.
Interessante Aufgaben
Wenn man Aufgaben bekommt, die andere auf höherer Hierarchiestufe als lästig oder gar unnötig ansehen, man überall so gut wie möglich ausgebremst wird und keine Vorbereitungen zur Fertigung neuer Produkte getroffen werden, vergeht es einem.
