Für motivierte Fachkräfte nicht empfehlenswert!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen in Bayern waren durchweg freundlich und angenehm, das war eine der wenigen positiven Erfahrungen. Abgesehen davon kann ich leider kaum etwas Positives über das Arbeitsumfeld sagen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es entstand der Eindruck, dass es weniger um Zusammenarbeit oder Weiterentwicklung ging, sondern vorrangig ums reibungslose Funktionieren, wie gut man sich anpassen und einfügen konnte… koste es, was es wolle.
Erzählt wurde auch, dass gezielt bei der Bundeswehr angeworben wird. Das fügte sich leider gut in das Gesamtbild einer Kultur ein, in der Befehl und Gehorsam offenbar mehr zählen als eigenständiges Denken und respektvoller Umgang.
Verbesserungsvorschläge
Ich denke, eine Führungskraft mit mehr sozialer Kompetenz und professioneller Konfliktkultur würde dem Betrieb langfristig guttun.
Image
Die Firma lebt von einem guten Ruf, den sie irgendwann einmal hatte. Die Realität sieht heute anders aus. Selbst Kollegen äußerten sich intern abfällig über das Unternehmen. Auch außerhalb wird die Firma inzwischen eher belächelt als bewundert.
Work-Life-Balance
Anfangs wurde betont, dass Montageeinsätze nur in Ausnahmefällen vorkommen. In der Realität war ich wochenlang am anderen Ende von Deutschland eingesetzt. Heimfahrten von 8-11 Stunden pro Strecke, die nicht vergütet wurden, obwohl man quasi kein Wochenende mehr hatte. Auf Rückfragen folgten pauschale Belehrungen statt echter Lösungen. Eine verlässliche Balance war so nicht möglich.
Karriere/Weiterbildung
Anfangs wurde mir eine Weiterbildung in Aussicht gestellt, konkretisiert oder umgesetzt wurde sie nie. Auf Nachfrage wurde ich immer wieder vertröstet. Statt Perspektiven zu schaffen, hatte ich zunehmend den Eindruck, bewusst klein gehalten zu werden. Entwicklungsmöglichkeiten? Vielleicht woanders.
Kollegenzusammenhalt
Hinter dem Rücken wurde sehr viel, nahezu ständig gelästert… über Chef und Kollegen. Es herrschte Misstrauen und Einzelgängertum. Einige Kollegen rieten mir früh, mich besser woanders zu bewerben, ein echtes Miteinander? Fehlanzeige!
Umgang mit älteren Kollegen
Ein älterer Kollege, der mittlerweile vermutlich im Ruhestand ist, schien im Team eher geduldet als geschätzt. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass Altersgruppen gemischt eingestellt werden, der respektvolle Umgang miteinander war jedoch nicht in allen Fällen gegeben.
Vorgesetztenverhalten
Kommunikation wirkte oft ausweichend, unpersönlich und teilweise wie aus Textbausteinen. Auf konkrete Rückmeldungen oder Hinweise wurde kaum eingegangen. Statt Konflikte zu klären, wurden Probleme ausgesessen oder psychologisiert. Entscheidungen wirkten willkürlich, echte Führung habe ich nicht erlebt.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren für mich vor allem psychisch stark belastend durch ein Arbeitsumfeld, in dem Unsicherheit, fehlende Unterstützung und Ausgrenzung spürbar waren.
Besonders belastend war ein Vorfall, bei dem es zu einem körperlich übergriffigen Verhalten eines Kollegen kam. Obwohl ich den Vorfall meldete und klar äußerte, dass ich mich in seiner Nähe unwohl fühle, wurde dieser Kollege später erneut mit mir zusammen eingesetzt. Das Gefühl, in dieser Situation nicht geschützt zu werden, hatte nachhaltige Auswirkungen auf mein Sicherheits- und Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
Die Maschinen waren grundsätzlich funktionstüchtig, aber darüber hinaus war die Ausstattung sehr spartanisch. Werkzeuge mussten zum Teil über längere Zeit mühsam zusammengesucht werden. Selbst einfache Verbrauchsmaterialien wie Fettkartuschen oder Markierspray wurden unter Verschluss gehalten und nur nach ausdrücklicher Begründung herausgegeben
Kommunikation
Wichtige Informationen zu bevorstehenden Einsätzen erhielt ich oft erst nach mehrfacher Nachfrage und selbst dann wurden sie kurzfristig wieder geändert. Eine klare, verlässliche und transparente Kommunikation habe ich in diesem Unternehmen leider nicht erlebt.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war zunächst in Ordnung, bis ich erfuhr, dass ungelernte Kollegen in gleicher Position mit weniger Engagement mehr verdienten. Es entstand der Eindruck, dass Leistung und Qualifikation kaum Einfluss auf die Bezahlung hatten.
Gleichberechtigung
Als Frau auf der Baustelle hatte ich leider nicht den Eindruck, gleichwertig behandelt zu werden. Es gab wiederholt abfällige Bemerkungen über Frauen im Handwerk, teilweise sogar mit dem Hinweis, ich solle lieber „Sekretärin vom Chef spielen“ oder „Kaffee“ kochen.
Interessante Aufgaben
Obwohl ich als gelernte Maschinistin eingestellt wurde, beschränkten sich meine Aufgaben überwiegend auf monotone Helfertätigkeiten. Fachliche Einsätze blieben selten und schienen bewusst vermieden zu werden. Der Eindruck, gezielt unterfordert und klein gehalten zu werden, verfestigte sich mit der Zeit. Wer motiviert ist und seine Qualifikation einbringen möchte, wird hier vom Gefühl eher ausgebremst als gefördert.