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Tchibo 
GmbH
Bewertung

Group Controlling Non Food Praktikum

1,1
Nicht empfohlen
Ex-Praktikant/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Finanzen / Controlling bei Tchibo Zentrale in Hamburg gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Praktikanten in meinem damaligen Team. Die Erwartungen, der Arbeitsumfang und teilweise auch die übertragene Verantwortung empfand ich als deutlich zu hoch für ein zeitlich begrenztes Praktikum. Es entstand bei mir der Eindruck, dass Praktikanten nicht in erster Linie als Lernende eingesetzt wurden, sondern teilweise Aufgaben übernahmen, für die aus meiner Sicht eigentlich mehr festangestellte Kapazitäten notwendig gewesen wären. Auch der Umgangston und das Verhalten einzelner Personen wirkten auf mich teilweise wenig professionell. Bereits zu Beginn meines Praktikums wurde ich von früheren Praktikanten auf mögliche Schwierigkeiten im Team hingewiesen. Auch von Praktikanten vor mir wurden mir konkrete negative Erfahrungen geschildert, die sie im Umgang mit diesem Team während ihres Praktikums gemacht hatten. Einige dieser geschilderten Situationen sowie eigene Erlebnisse empfand ich als so unangemessen, dass ich es im Nachhinein bereue, nicht das Gespräch mit einer zuständigen HR-Anlaufstelle gesucht zu haben. Aus meiner persönlichen Sicht handelte es sich dabei nicht lediglich um normale Schwierigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten im Arbeitsalltag. Mein Eindruck war außerdem, dass der Umgang des Teams mit Praktikanten auch in anderen Abteilungen bekannt war. Insgesamt hätte ich mir deutlich realistischere Erwartungen, eine bessere Betreuung und einen professionelleren Umgang mit Praktikanten gewünscht.

Verbesserungsvorschläge

Der Umgang mit Praktikanten sollte aus meiner Sicht grundlegend überprüft werden. Ein Praktikum sollte in erster Linie dem Lernen und der beruflichen Orientierung dienen. Die Erwartungen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten sollten daher realistisch an die begrenzte Praktikumsdauer und den jeweiligen Erfahrungsstand angepasst werden. Praktikanten sollten nicht das Gefühl haben, dauerhaft Aufgaben und Verantwortung übernehmen zu müssen, für die eigentlich zusätzliche festangestellte Kapazitäten erforderlich wären. Ebenso wichtig wäre ein einheitlicher und professioneller Umgangston sowie eine Unternehmenskultur, in der Fragen, Fehler und konstruktive Kritik tatsächlich willkommen sind und nicht nur theoretisch. Gerade bei wiederkehrenden negativen Erfahrungen von Praktikanten sollte außerdem genauer hingeschaut und eine neutrale HR-Anlaufstelle für Feedback und Beschwerden geschaffen bzw. stärker kommuniziert werden. Ein regelmäßiges, vertrauliches Feedbackgespräch während und am Ende des Praktikums könnte dabei helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und die Qualität der Praktika nachhaltig zu verbessern.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als eher unangenehm empfunden. Zwar wurde häufig gesagt, dass man Fehler machen und jederzeit Fragen stellen solle, in der Praxis reagierte man darauf jedoch teilweise genervt. Teilweise empfand ich die Atmosphäre auch als unprofessionell, da sich stark in private Entscheidungen, beispielsweise die weitere Praktikumswahl oder den zukünftigen Studienplatz, eingemischt wurde. Außerdem hatte ich teilweise das Gefühl, übermäßig kontrolliert zu werden, was zusätzlich zu einer angespannten Atmosphäre beigetragen hat. Insgesamt hatte ich morgens häufig ein ungutes Gefühl, zur Arbeit zu gehen. Besonders schade fand ich außerdem, dass bis zum Ende meines Praktikums nie nach meiner Meinung, meinem Feedback oder meiner Kritik gefragt wurde.

Kommunikation

Aus meiner Sicht wurden teilweise Kenntnisse vorausgesetzt, die mir zuvor nicht erklärt oder vermittelt worden waren. Wenn sich dann herausstellte, dass ich etwas nicht wusste, wurde dies teilweise mit deutlicher Kritik kommentiert oder sich auch im Ton vergriffen. Im Austausch mit anderen Praktikanten, die bereits deutlich länger in der Abteilung tätig waren, stellte sich heraus, dass auch ihnen diese Informationen zu Beginn nicht bekannt gewesen waren. Dadurch hatte ich den Eindruck, dass Erwartungen nicht immer klar kommuniziert wurden und gleichzeitig wenig Verständnis dafür bestand, wenn Praktikanten aufgrund einer fehlenden oder unzureichenden Einarbeitung bestimmte Dinge noch nicht wissen konnten.

Kollegenzusammenhalt

Unter den Praktikanten im Team habe ich den Zusammenhalt als sehr gut empfunden. Man hat sich gegenseitig unterstützt und konnte sich untereinander austauschen. Gleichzeitig wurde ich bereits zu Beginn meines Praktikums von vorherigen Praktikanten auf bestimmte Schwierigkeiten in der Abteilung hingewiesen. Zwischen Festangestellten und Praktikanten habe ich den Zusammenhalt dagegen als deutlich weniger ausgeprägt wahrgenommen.

Vorgesetztenverhalten

Wenn man vorsichtig Kritik oder Bedenken bezüglich des Verhaltens eines anderen festangestellten Teammitglieds angesprochen hat, hatte ich den Eindruck, dass die Vorgesetzten und Festangestellten sich eher gegenseitig in Schutz genommen haben. Die geschilderten Sorgen wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend ernst genommen oder offen aufgearbeitet. Dadurch entstand für mich das Gefühl, dass Kritik von Praktikanten weniger Gewicht hatte und eine offene Klärung innerhalb des Teams schwierig war.

Gleichberechtigung

Aus meiner Sicht wurden einzelne Praktikanten unterschiedlich behandelt. Manche erhielten von Beginn an mehr Vertrauen und Freiheiten und wurden stärker anerkannt als andere. Darüber hinaus gab es vereinzelt Situationen und Fragen im Umgang mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Herkunft, die ich als unangemessen oder irritierend empfunden habe.

Arbeitsbedingungen

Bei Tchibo ist es durchaus üblich, dass sich Mitarbeitende und Praktikanten am Nachmittag auch abteilungsübergreifend für eine gemeinsame Kaffeepause treffen. Als ich dies ebenfalls in Anspruch nahm, wurde meine Pause jedoch deutlich kritischer hinterfragt und thematisiert als ich es bei anderen wahrgenommen hatte. Auch die Planung und Organisation empfand ich als verbesserungswürdig. Die Festangestellten in meinem Team schienen sich teilweise nicht ausreichend darüber abzusprechen, welche und wie viele Aufgaben beziehungsweise Zuständigkeiten ich übernehmen sollte. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass von Praktikanten teilweise Aufgaben, Verantwortung und Erwartungen auf dem Niveau von Festangestellten erwartet wurden, ohne dass die Rahmenbedingungen eines Praktikums ausreichend berücksichtigt wurden. Gleichzeitig wurde erwartet, sich innerhalb weniger Monate Wissen anzueignen, das andere Mitarbeitende über Jahre aufgebaut hatten. Dadurch hatte ich zeitweise das Gefühl, eher als günstige Arbeitskraft ausgebeutet zu werden.

Gehalt/Benefits

Ich hatte durchgehend das Gefühl, Leistungen erbringen zu müssen, die eher dem Niveau einer festangestellten Person entsprachen, während die Vergütung natürlich die eines Praktikums blieb. Insgesamt empfand ich das Verhältnis zwischen Arbeitsaufwand und Bezahlung daher als nicht angemessen.

Karriere/Weiterbildung

Für Praktikanten kaum Perspektiven für eine weitere Entwicklung oder eine mögliche Übernahme. In der Abteilung entstand der Eindruck, dass Praktikanten eher fortlaufend neu gesucht und eingesetzt werden, sodass bereits zu Beginn eines Praktikums nach der nächsten Person gesucht wurde und Praktikanten massenabgefertigt wurden. Dadurch wirkte es weniger so, als würde man langfristig in die Entwicklung und Bindung von Nachwuchskräften investieren. Konkrete Übernahme- oder Weiterentwicklungsmöglichkeiten waren für mich nicht erkennbar. Gerade gegen Ende des Praktikums, als bereits ein neuer Praktikant eingearbeitet wurde, hatte ich zunehmend das Gefühl, lediglich eine kurzfristige Arbeitskraft zu sein.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.