Glänzende Fassade, schwache Führung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nähe zur Hochschule, Räumlichkeiten, Kaffeemaschine, Intensität der Außendarstellung (inhaltlich sollte man aber mehr auf dem Boden bleiben)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das Unternehmen ist geprägt von einer stark selbstbezogenen und gleichzeitig unsicheren Geschäftsführung, die ihre Außendarstellung über inhaltliche Substanz stellt. Werte und Kultur wirken angeschlagen und spiegeln sich in wenig vertrauensvoller Zusammenarbeit wider. Immer wieder führen Übersprungshandlungen zu wirtschaftlich fragwürdigen Schritten. Entscheidungen erfolgen oft intransparent, begleitet von abwertenden Kommentaren über Mitarbeiter und Partner in deren Abwesenheit. Eigenständigkeit und Ressourcen, um strategisch relevante Themen voranzubringen, werden kaum eingeräumt, Einflüsse und Korrekturen der Mitarbeiter werden kaum zugelassen. Dadurch bleibt das Potenzial der Organisation ungenutzt. Nach außen wirkt das Unternehmen größer und moderner als es ist, intern stützt es sich vor allem auf unerfahrene, günstige und devote Berufseinsteiger. Erfahrene Fachkräfte wie auch Kunden, die eine vertrauensvollen Firma für digitale Projekte suchen, sind woanders besser beraten.
Verbesserungsvorschläge
Mehr auf die Mitarbeiter hören (dh. nicht alle Wünsche erfüllen). Sie nicht nur als Ressource für den Jahresprofit zu sehen, sondern sie auch weiterzuentwickeln. Der Markt verändert sich für Digitalagenturen stark. Da reichen einzelne Aktionen nicht aus. Das mag medienwirksam sein, aber hat keine Relevanz für die Skills und das Leistungsspektrum. In Vorträgen und Marketing wird zu viel behauptet was man alles kann und worin man angeblich Experte ist, aber man investiert so gut wie nichts in die Mitarbeiter, hat keine klare Roadmap wie man sich bei den neuen Themen gut aufstellt, noch eine Vision. Am Ende ist es eine kleine Internetagentur, spezialisiert auf Typo3 mit ein paar Randthemen. Wenn man nicht schnell versteht, dass da eine starke interne Transformation erfolgen muss, wird man nur sehen wie man langsam kleiner wird.
Arbeitsatmosphäre
An sich gut, aber es wird auch ständig Druck gemacht, mit Angst und Drohszenarien gearbeitet, damit man mehr leistet.
Kommunikation
Untereinander direkt und gut, sobald in der großen Runde kommuniziert wurde oder mit Vorgesetzten wirkte es nicht glaubhaft, teils manipulierend.
Kollegenzusammenhalt
Nette Kollegen mit denen Spaß haben kann, beim Mittagessen, bei der Kaffeemaschine, bei Events.
Work-Life-Balance
Man geht pünktlich heim.
Vorgesetztenverhalten
Schwierig. Solange die Zahlen stimmen ist alles gut, möchte man was haben oder spricht etwas an, dann wird es unangenehm.
Interessante Aufgaben
Hängt ganz vom Projekt und Kunden ab. Die meisten Projekte sind belanglos.
Gleichberechtigung
Alles gut.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt kaum ältere Kollegen - die Agentur ist sehr jung. Viele Absolventen - ist aber auch klar: Berufseinsteiger sind günstiger.
Arbeitsbedingungen
Überall 2 Monitore, teils höhenverstellbare Tische, außergewöhnliche Räume.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Steht hier nicht an erster Stelle.
Gehalt/Benefits
geringe Gehälter, obwohl teilweise hohe Stundensätze für Kunden abgerechnet werden.
Image
Da tut die Firma sehr viel. Nach dem Motto: Fake it 'till U make it.
Karriere/Weiterbildung
Es ist sehr flach, und aufsteigen kaum möglich. Zeit und Budget für Weiterbildungen muss hart diskutiert werden. Hängt aber auch vom Teamlead ab.

