Angekommen in der wirtschaftlichen Realität
Gut am Arbeitgeber finde ich
Bei schlechten Firmen sagt man "Der Fisch stinkt vom Kopf zuerst"...
Hier ist es umgekehrt. Wenn man sich Zeit nimmt und sich mit den Geschäfstführern unterhält - ja das ist möglich, siehe oben - erkennt man Menschen, die sich ehrlich um die Mitarbeiter sorgen und einfach gute IT Projekte machen wollen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den jetzigen Veränderungsprozess spät angefangen. Dadurch ist es für manche KollegInnen schwieriger sich anzupassen. Aber besser spät als ...
Verbesserungsvorschläge
Feste Zusage der 10% selbstimmte Weiterbildungszeit. Klappt zur Zeit meist, aber wenn viele Projekte da sind, zu selten.
Arbeitsatmosphäre
tecRacer, gerade der AWS Bereich, ist in einer Zeit wirtschaftlichen Wachstums groß geworden. "Damals" kannte sich noch keiner in den Firmen mit AWS aus und so konnten wir relativ frei Projekte machen und es war eine Aufbruchs-Stimmung des "unendlichen" Wachstums da.
Jetzt hat sich der Mark gedreht und tecRacer hat entschieden Investoren dazuzunehmen, um sich an den sehr viel stärkeren Wettbewerb und die schlechtere Wirtschaftslage anzupassen.
Bei der Bewertung dieses Schrittes gibt es zwei Meinungen: Die eine Meinung ist "warum kann es nicht so sein wie früher" - aus dieser Haltung entspringen meiner Meinung auch einige der letzten "alles doof" Kununu Bewertungen.
Die immer größer werdende Meinungsgruppe ist: "Blöd aber überlebensnotwendig, dass wir als Firma erwachsener werden"
Die Stärke in der Atmosphäre ergibt sich aus dem Zusammenspiel des Anteils der 10+ Jahre dabei entspannten erfahrenen KollegInnen und der "jungen Wilden". Dabei konnte man sich immer gegenseitig offen und respektvoll die Meinung sagen. Dabei ist meist auch Platz für Humor, was mit persönlich auch sehr wichtig ist.
Eine der wenigen Abmahnungen überhaupt gab es mal für Mobbing.
Kommunikation
"Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann"
Vor Corona war es einfacher "mal am Schreibtisch vorbeizugehen". Gerade jetzt für die Migrationsphase um (steile These) Europas 1st AWS Partner zu werden, ist die Geschäftsführung um häufige Kommunikation bemüht.
Neben wöchentlichen Informationsmeetings gibt es immer die Möglichkeit Fragen zu stellen, die in Extra Q&A Sessions beantwortet werden.
Auch hier lese ich Kununu Bewertungen "Früher hat man alle einbezogen, jetzt entscheidet die GF einfach nur". Ich denke, dass beide Aussagen nicht ganz stimmen. Bei 150 Leuten ist die Idee einer Demokratie naiv.
Was es früher in einem Firmenteil gab, jetzt nicht mehr, aber im anderen Firmenteil immer noch, sind OpenSpace Veranstaltungen beim jährlichen Meeting. Es gibt aber viele Maßnahmen, um die Belegschaft in Entscheidungen einzubeziehen. Trust Council als Sounding Board. Immer Möglichkeit zu kommentieren und gehört zu werden, auch direkt von der Geschäftsführung. Wenn man die Möglichkeit nicht nutzt und sich hinterher beschwert, naja.
Promotoren, als Multiplikatoren und Rückmelder für Organisationsänderungen.
Kollegenzusammenhalt
Bei den KollegInnen, mit denen ich zusammenarbeite sehr gut. Einspringen, helfen, nachfragen.
Work-Life-Balance
Der durch die Marklage steigende Druck verführt zu Mehrarbeit. Inzwischen (das war früher "in der guten alten Zeit" nicht so), wird aber Zeitausgleich nicht nur gewünscht sondern auch eingefordert, damit mal langfristig fit bleibt.
Vorgesetztenverhalten
Alle tun ihr Bestes und sind - soweit es geht - offen und ehrlich.
Durch die Anpassung an die Marktlage gab es vereinzelt irritierende E.Mail Kommunikationen. Das wurde später aufgelöst, in Zukunft sollte man "größere" Meldungen erst im Weekly erläutern und dann per Mail.
Interessante Aufgaben
Cloud Computing, verteilte Systeme (langsam mehr werdend) GenAI sind Aufgaben, die LLL (life long learning) voraussetzen. Wer das mag, ist hier gut aufgehoben.
Gleichberechtigung
Wir haben LQBT quer durch alle Hierarchiestufen. Wir haben sehr junge und sehr alte Mitarbeiter. Leider zu viele Männer, also Frauen, bewerbt Euch!
Umgang mit älteren Kollegen
Wir haben sehr junge und sehr alte Mitarbeiter.
Arbeitsbedingungen
Nach Jahren ist die Diskussion nach Covid "zurück uns Büro" zu Ende.
Es werden sinnvolle Vor-Ort Termine mit konzentrierter Remote Arbeit (wer will) kombiniert.
Top Laptops.
Durch die Einschränkungen durch das Wachstum (ISO....) sind die Arbeitsbedingungen weniger frei als früher.
Will sagen: Der Virenscanner nervt, aber ist leider notwendig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zu wenig Mülltrennung. Aber Bahn first bei Reisen.
Gehalt/Sozialleistungen
Für die Größe und Art der Firma angemessen. Ja, in Banken und Versicherungen kann man evt mehr verdienen, aber dafür zahlt man auch einen Preis.
Image
Image leicht angeknackst, wenn man manchen Leuten (insbesondere Ex-Mitarbeitern) zuhört.
Kundenfeedback nach wie vor gut bis sehr gut.
Karriere/Weiterbildung
Fachliche Karriere und Weiterbildung sehr normal. Leider wird die Weiterbildung jetzt etwas reguliert, um KPI zu haben.
Generell muss man aber sich auf die neuen Technologien weiterbilden.
Die Ausbildung (also auch für fertige Entwickler etc) ist markgerecht und tief,
Hierarchische Karriere zu Glück nicht zu viel. Das geht ja nur, wenn es viele Hierarchistufen gibt, die gibt es zum Glück nicht.

