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Bewertung

Guter Arbeitgeber, aber (leider) eher Zwischenstation als langfristige Karriere

3,6
Empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich IT bei Telefónica o2 Germany GmbH & Co. OHG in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Normalerweise bietet Telefónica viele Vorteile eines großen Konzerns: einen vergleichsweise sicheren Arbeitsplatz, interessante und technisch anspruchsvolle Aufgaben sowie in vielen IT-Bereichen einen hohen Homeoffice-Anteil.

Besonders positiv finde ich die fachliche Qualität vieler Kollegen. Teilweise arbeitet man mit Menschen zusammen, die extrem tiefes Wissen in ihren Themengebieten haben und von denen man fachlich sehr viel lernen kann. Gerade dieser Austausch und das vorhandene Know-how im Unternehmen sind aus meiner Sicht ein großer Pluspunkt.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Mir fehlt seit Jahren eine klare berufliche Perspektive. Gehaltserhöhungen fallen aus meiner Sicht eher gering aus und gleichzeitig gibt es kaum transparente Entwicklungspfade oder neue Rollen, auf die man gezielt hinarbeiten kann.

Auch beim Thema Weiterbildung sehe ich Verbesserungspotenzial. Externe Zertifizierungen oder anerkannte Weiterbildungen werden nur selten ermöglicht, stattdessen wird häufig auf Coursera verwiesen. Coursera kann eine gute Ergänzung sein, ersetzt für mich aber keine gezielte fachliche Entwicklung mit klaren Zielen, anerkannten Zertifizierungen und einer Perspektive auf den nächsten Karriereschritt.

Dadurch entsteht teilweise das Gefühl, dass man sich fachlich zwar weiterentwickeln kann, diese Entwicklung aber weder in einer neuen Rolle noch in der Vergütung ausreichend sichtbar wird.

Meine direkte Führungskraft habe ich dagegen durchweg positiv erlebt. Auf den höheren Führungsebenen fehlt mir jedoch häufig Transparenz und eine klare Kommunikation. Entscheidungen und Veränderungen werden teilweise nur unzureichend erklärt oder sehr spät kommuniziert.

Zusätzlich entsteht stellenweise der Eindruck, dass neue Technologien oder Produkte sehr schnell strategisch gepusht werden, sobald sie auf Managementebene Aufmerksamkeit bekommen. Dabei wird aus meiner Sicht nicht immer ausreichend geprüft, ob die jeweilige Lösung für den konkreten Anwendungsfall, die bestehende Architektur oder die tatsächlichen Anforderungen der Teams überhaupt sinnvoll ist.

Dadurch können technische Entscheidungen eher von aktuellen Trends oder Managementpräferenzen als von einer sauberen fachlichen und technischen Bewertung geprägt wirken. Hier würde ich mir mehr Einbindung der operativen Teams, mehr technische Tiefe in der Entscheidungsfindung und weniger Top-down-Vorgaben wünschen.

Verbesserungsvorschläge

Der Wert bestehender Mitarbeiter sollte stärker in den Fokus rücken. Weiterbildungsmöglichkeiten wie Coursera sind grundsätzlich positiv, ersetzen aus meiner Sicht aber keine klare und langfristige Personalentwicklung.

Es braucht transparentere Perspektiven für Mitarbeiter: Welche fachlichen und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten gibt es? Welche Rollen und nächsten Karriereschritte sind realistisch erreichbar? Welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt werden? Und wie entwickeln sich Verantwortung, Leistung und Erfahrung auch in der Vergütung weiter?

Gerade bei langfristig beschäftigten und erfahrenen Mitarbeitern sollten Entwicklungsmöglichkeiten und Gehaltsentwicklung nachvollziehbarer und planbarer sein. Ohne eine solche Perspektive besteht das Risiko, dass Mitarbeiter für ihre weitere Entwicklung irgendwann das Unternehmen wechseln müssen.

Klare Karrierepfade, regelmäßige Entwicklungsgespräche und eine transparente Verbindung zwischen Leistung, Verantwortung und Vergütung könnten die langfristige Mitarbeiterbindung deutlich verbessern.

Auch beim Thema Office-Präsenz sehe ich Verbesserungspotenzial. Wenn Mitarbeiter wieder stärker dazu bewegt werden sollen, ins Büro zu kommen, sollten die Rahmenbedingungen möglichst unkompliziert gestaltet sein. Am Standort Nürnberg müssen die Parkgebühren beispielsweise zunächst selbst ausgelegt und anschließend über die Reisekostenabrechnung zurückgefordert werden. Dafür muss jedes einzelne Parkticket manuell eingereicht werden.

Gerade wenn eine höhere Office-Präsenz ausdrücklich gewünscht ist, wäre eine direkte Parklösung oder ein deutlich vereinfachter Abrechnungsprozess sinnvoller. Solche kleinen administrativen Hürden wirken sonst unnötig entgegen dem eigentlichen Ziel, Mitarbeiter häufiger ins Büro zu bringen.


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