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TenneT 
Deutschland
Bewertung

Zwischen sehr gutem Image und sehr wiedersprüchlichen Führungserfahrungen

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei TenneT TSO in Bayreuth gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Das Unternehmen hat gute Rahmenbedingungen – aber deren Wirkung hängt aktuell zu stark vom jeweiligen Führungsstil ab.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

• schwache Führung und ungenügende team-abhängige Belastungsanalysen
• fehlende HR-Prozesse
• schlechte Kommunikation, Unternehmenskultur und -werte werden nicht in jedem Team so gelebt wie nach außen präsentiert
• Führung bleibt über Jahre unverändert, obwohl Mitarbeiter häufiger wechseln

Verbesserungsvorschläge

• Strukturierte Wiedereinstiegs- und Reintegrationgespräche in/nach Elternzeit (Merkblätter und ein Gespräch davor reichen nicht aus)
• Verbindlichere, einheitliche Home-Office-Regelung - die plötzliche Büropflicht bringt viele junge Familien in Bedrängnis
• Klare Trennung zwischen fachlicher Führung und Personalführung (Vier-Augen-Prinzip)
• Analyse von Fluktuation auf Team- statt Unternehmensebene
• Anonymisierte Auswertung von Erkenntnissen aus Betriebsarzt- und Betriebsratsgesprächen
• Eine regelmäßige Überprüfung von Führungsrollen (z.B. durch Rotation oder zeitliche Begrenzung in den Teams) könnte helfen, Verfestigungen und einseitige Abhängigkeiten zu vermeiden

Arbeitsatmosphäre

• Home-Office-Regelungen sehr interpretationsfähig
• Großraumbüro trotz konzentrativer Tätigkeiten - ruhiges Arbeiten dadurch stark erschwert
• Genauso unangenehm sind das lange Anstehen und die Lautstärke in der Kantine, entspannte Gespräche zu führen ist hier kaum möglich. Die Verpflegungsviefalt und die Qualität der Gerichte sind aber sehr gut

Kommunikation

• Konflikte selten offen moderiert, Fehler werden persönlich genommen
• Erwartungen ändern sich ohne klare Abstimmung

Kollegenzusammenhalt

Schwierig bei dem ständigen Personalwechsel. Fraglich bleibt, ob People (HR) die Fluktuation und Zustände in einzelnen Teams wirklich nicht bemerkt oder gar nicht melden darf..

Work-Life-Balance

Häufige Personalwechsel in einzelnen Bereichen - Ursachen werden aus meiner Sicht zu selten strukturell hinterfragt. Freiwillige Umfragen ersetzen keine echte Belastungsanalyse.

Vorgesetztenverhalten

• stark personenabhängig. In meinem Fall eher kontrollierend als unterstützend, mit wenig Raum für offene Fehlerkultur
• Feedback eher situativ statt strukturiert
• Kritik wird von der FK als persönliches Problem eingeordnet

Gleichberechtigung

• Wiedereinstieg/Reintegration nach Babypause kaum strukturiert begleitet
• Anforderungen während Elternzeit wenig abgestimmt
• Remote-Optionen von Mitarbeiter zu Mitarbeiter unterschiedlich geregelt, abhängig vom Wohlwollen der FK
• kaum bzw. keine reinen Remote-Stellen ausgeschrieben – schwierig für Mitarbeitende mit Care-Verantwortung
Schade, dass hier Vereinbarkeit noch nicht so wirklich gefördert wird, wie es inzwischen viele andere moderne Unternehmen machen. Es könnte heutzutage schon über ein Angebot von Belegplätzen in Kitas hinausgehen

Arbeitsbedingungen

Trotz überwiegend digitaler Tätigkeiten wurde Präsenz teilweise sehr strikt eingefordert. Gleichzeitig wird die Einrichtung des Home-Office finanziell unterstützt, während die tatsächliche Nutzung im Arbeitsalltag stark vom jeweiligen Führungsverständnis abhängt.
Dadurch können insbesondere Mitarbeitende mit familiären Verpflichtungen oder in besonderen Lebenssituationen vor organisatorische Herausforderungen gestellt werden, bei denen mehr einheitliche und transparente Regelungen hilfreich wären.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Nach außen wirkt das Unternehmen sehr werteorientiert. Im Arbeitsalltag hängt die Umsetzung jedoch stark vom jeweiligen Team ab. Themen wie psychische Belastung oder nachhaltige Arbeitsorganisation werden unterschiedlich ernst genommen.
In meinem Eindruck wurden reguläre Arbeitszeiten, krankheitsbedingte Ausfälle oder familiäre Belastungen nicht als selbstverständlicher Teil des Arbeitslebens akzeptiert. Es entstand dadurch das Gefühl, sich hierfür rechtfertigen zu müssen.

Gehalt/Sozialleistungen

Tariflich solide und zuverlässig. Zusatzleistungen sind vorhanden, aber nicht immer passend zur tatsächlichen Lebenssituation (z. B. Vereinbarkeit Familie/Arbeitsorganisation).

Image

Sehr gutes externes Image und spannender gesellschaftlicher Auftrag. Die tatsächliche Mitarbeitererfahrung kann je nach FK (Führungskraft) deutlich davon abweichen.

Karriere/Weiterbildung

• Weiterbildungsmöglichkeiten existieren, sind aber stark abhängig von der direkten FK
• Interne Wechsel oder Neuorientierung werden organisatorisch und u.a. durch fehlendes internes Recruitingangebot eher erschwert. Es fehlen interne Wechsel- oder Orientierungsprozesse bei Team-Mismatch


Interessante Aufgaben

Umgang mit älteren Kollegen

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Arbeitgeber-Kommentar

Flávio Martins, Employer Branding Manager
Flávio MartinsEmployer Branding Manager

Hey Ex-Kollegin/Ex-Kollege,

Danke für Deine ausführliche und reflektierte Rückmeldung. Es freut mich, dass Du die Rahmenbedingungen, unseren gesellschaftlichen Auftrag und das externe Image positiv hervorhebst. Gleichzeitig wird deutlich, dass Deine persönlichen Führungserfahrungen davon stark abgewichen sind – das nehmen wir ernst.

Gerade beim Thema Führung ist uns bewusst, dass Wahrnehmungen teamabhängig unterschiedlich sein können. Wir legen großen Wert darauf, Führungskräfte regelmäßig weiterzuentwickeln und somit vor allem Entscheidungen, die die Mitarbeitenden betreffen, stets in enger Abstimmung mit den zuständigen HR-Partnern zu treffen. HR versteht sich dabei ausdrücklich als vermittelnde Instanz – insbesondere in Konflikt- oder Belastungssituationen. Sollten hier andere Eindrücke entstanden sein, bedauern wir das sehr.

Auch Deine Hinweise zu Home-Office-Regelungen, Wiedereinstieg nach Elternzeit und Vereinbarkeit greifen zentrale Themen auf, mit denen wir uns kontinuierlich beschäftigen. Unsere Betriebsvereinbarungen setzen bewusst einen Rahmen, der Flexibilität ermöglichen soll. Gleichzeitig ist uns klar, dass eine zu große Auslegungsspanne als Ungleichbehandlung wahrgenommen werden kann. Transparenz und klare Erwartungshaltungen sind hier entscheidend – ebenso wie frühzeitige Gespräche über individuelle Lebenssituationen.

Zum Thema Fluktuation und Belastungsanalysen: Wir werten entsprechende Kennzahlen regelmäßig aus – sowohl unternehmensweit als auch differenziert nach Bereichen. Darüber hinaus führen wir Mitarbeiterbefragungen sowie Gefährdungsbeurteilungen durch, um strukturelle Belastungen sichtbar zu machen. Dennoch ersetzen Instrumente keine offene Gesprächskultur im Alltag.

Beim Thema Karriere und interne Entwicklung gilt: Weiterbildungsmöglichkeiten und Entwicklungsschritte werden nicht isoliert durch die Führungskraft definiert, sondern gemeinsam mit HR strukturiert begleitet. Mit der Einführung neuer Performance- und Entwicklungsmanagement-Tools schaffen wir aktuell zusätzliche Transparenz und Verbindlichkeit – auch mit dem Ziel, interne Perspektiven und Wechselmöglichkeiten klarer sichtbar und planbarer zu machen.

Deine Bewertung macht deutlich, wie stark individuelle Führungserfahrungen die Gesamtwahrnehmung prägen können. Deshalb ermutigen wir ausdrücklich dazu, Unzufriedenheit, Überlastung oder Team-Mismatch frühzeitig anzusprechen – im Dialog mit der Führungskraft oder mit Unterstützung von HR. Unser Anspruch ist es, Brücken zu bauen und Lösungen zu ermöglichen, nicht Situationen zu bewerten oder einseitig zu vertreten.

Vielen Dank für Deine Offenheit und für Deinen Einsatz während Deiner Zeit bei TenneT. Für Deinen weiteren Weg wünsche ich Dir alles Gute.

Freundliche Grüße
Flávio

Dieser Kommentar bezieht sich auf eine frühere Version der Bewertung.