Keine Empfehlung als Arbeitgeber – Mehr Schein als Sein
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Homeoffice-Regelung, wenn auch beschränkt. Allerdings hat Testo bei einem Standort im nirgendwo auch kaum eine andere Wahl.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Für mich persönlich hat sich das Sicherheitsgefühl im Unternehmen stark verändert. Eine Kollegin, die nach meinem Kenntnisstand über 17 Jahre im Unternehmen war, wurde gekündigt. Ihre Aufgaben wurden einem anderen Team zugeteilt. Auch meine eigene Stelle wurde gestrichen, obwohl ich einen unbefristeten Vertrag hatte. Das hat in mir das Gefühl ausgelöst, dass selbst langfristige Mitarbeit kein verlässlicher Schutz mehr ist.
Einen Betriebsrat gibt es natürlich auch keinen und soweit ich es mitbekommen habe, sind frühere Initiativen in diese Richtung gescheitert. Gerade in solchen Situationen wäre ein Betriebsrat alleine aus Fairness angebracht. Für mich ist es kaum nachvollziehbar, dass bei Kündigungsgesprächen keine Personalvertretung anwesend ist.
Karriere/Weiterbildung
Bei Testo wird angepriesen, dass sie einen internen Stellenwechsel befürworten. Leider kann ich dies nicht bestätigen. Ich habe mich auf eine andere Stelle im Unternehmen beworben, da ich auf meiner alten Position keinen Fortschritt mehr spürte und unterfordert war. Doch anstatt die Stelle mit mir als internem Mitarbeiter zu besetzen, wurde lieber jemand externes eingestellt, obwohl ich auf die damalige Stellenbeschreibung gut gepasst hätte. Wertschätzung interner Mitarbeiter sieht anders aus.
Eine vernünftige Einarbeitung gab es bei mir im Übrigen auch keine.
Kollegenzusammenhalt
Auf meiner Etage war das Arbeitsumfeld größtenteils toxisch. Unter den MitarbeiterInnen herrscht ein regelrechter Konkurrenzkampf. Lästereien, Sticheleien, Aufhetzerei, all das habe ich selbst mitbekommen. Wenn man der Führungskraft dies mitteilt, wird nichts unternommen. Ein Zusammenhalt innerhalb von Teams gibt es entweder gar nicht erst oder es wird sich als Einheit zusammen geschlossen und gegen andere Teams oder vereinzelt Mitarbeiter aus anderen Teams geschossen.
Außerdem gibt es viele MitarbeiterInnen, die keine Motivation/Arbeitsmoral haben. Ich musste ihnen hinterher rennen, ihre Deadlines einzuhalten. Oder ich gab eine Aufgabe an sie weiter (weil es nunmal zu ihren Aufgaben gehört), dann wurden Ausreden an den Haaren herbeigezogen, diese Aufgaben nicht erledigen zu müssen.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe den offenen Austausch gesucht, im Nachhinein wurde es gegen mich verwendet. Vertrauen, Verständnis und Empathie? Fehlanzeige.
Ich hatte drei verschiedene Führungskräfte innerhalb von nicht mal zwei Jahren (bei ein und derselben Stelle) und kann sagen, dass mindestens zwei von ihnen keine große Lust hatten, bei Testo zu arbeiten. Sie waren nicht zu erreichen, weder über Teams noch physisch im Büro, E-Mails wurden ignoriert. Probezeitendgespräch fiel einfach unter den Tisch.
Interessante Aufgaben
Ich habe an diversen Workshops teilnehmen müssen, bei denen zwar “Pain-Points" und deren mögliche Bekämpfung erörtert wurden, aber danach hörte ich nie wieder was darüber und alles lief genauso bescheiden weiter wie vorher.
Hatte man eine Idee, wie beispielsweise ein Prozess verbessert/verändert werden kann, wird dies in der Regel von der FK abgelehnt. Nach dem Motto, so wie es gemacht wird, ist es gut und soll auch nicht geändert werden. Wer was bewegen will, ist hier fehl am Platz.


