Mein Tipp: Schaut euch nicht nur die Benefits, sondern auch die Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze an.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Dass man bei Problemen mit Kunden von der Chefetage geschützt und unterstützt wurde.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es wird einfach hingenommen, dass ein Drehtür-Effekt im Personal besteht. Hochausgebildete Mitarbeiter verlassen während der Probezeit oder wenige Jahre nach Anstellung das Unternehmen und es wirkt so, als wäre es dem C-Level egal. Man traut sich auch nicht wirklich echtes Feedback zu geben, weil ständig dann erst Einwände oder Rechtfertigungen kommen, wo es einem selbst dann einfach irgendwann egal wird.
Verbesserungsvorschläge
- Erwachsene und professionelle Kommunikation
- Wertschätzender Umgang auch mit jenen Personen, die euren Betrieb verlassen wollen
Arbeitsatmosphäre
Sehr schlecht. Bin immer mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen.
Image
Natürlich besser, als intern. Liegt aber auch daran, dass die GL in der Region sehr verwurzelt sind.
Work-Life-Balance
Schlecht. Ich habe manchmal sogar 11 - 12 Stunden am Tag gearbeitet, teilweise sogar an Feiertagen im Homeoffice. HR hat mich nie darauf angesprochen - und wenn, dann nur, weil ich mich beschwert habe.
Karriere/Weiterbildung
Es gab 1x im Monat einen offenen Freitag, wo man eigentlich sich weiterbilden könnte. Allerdings hatte ich oft nichts von diesem Angebot, weil ich die Kundenprojekte bearbeiten musste. Wenn ich mich weiterbilden wollte, dann nur privat an Wochenenden oder Urlaubstagen ... wenn ich nicht auch da gearbeitet hatte.
Gehalt/Benefits
Mau ... von den Benefits hab ich nichts mitbekommen. Es gab mal einen sehr kurzen Hinweis vom HR, dass man eine betriebliche Rente bekommen könnte oder die ansparen könnte. Aber eigentlich sollten wir nur so einen Zettel unterschreiben, dass wir darüber informiert worden sind. Nicht, was das ist, wie wir das beantragen oder ob es für uns Sinn macht. Dann noch Thema "Erfolgsbeteiligung": Ich habe keine bekommen, obwohl ich schon länger als 1 Jahr dort gearbeitet habe. Grund war, dass ich vor der Auszahlung gekündigt habe. Es wurde auch nicht offen kommuniziert, dass die Leute, die gekündigt haben, nichts bekommen werden. Es wurde einfach rückratlos weggeschwiegen. Sehr schade, dass meine vorherige Arbeit überhaupt nicht gewertschätzt wurde.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gab Mitarbeiterrunden, die spezielle Cleaning-Events veranstaltet haben. Aber ganz ehrlich: Wenn ich fast jeden Tag Überstunden mache, werde ich bestimmt nicht auch noch für irgendeine Aufräumaktion meine Freizeit opfern. Dazu finde ich, dass Umwelt- und Sozialbewusstsein schon im Kleinen direkt im Unternehmen selbst gelebt werden sollte. Nicht in Form von irgendwelchen Spendenaktionen für Uganda oder irgendwelche Putzaktionen auf Lasten der Mitarbeiter. Was generell lächerlich ist ... die eigenen Mitarbeiter psychisch ans Limit bringen, aber social washing mit Spendenaktionen betreiben.
Kollegenzusammenhalt
Alle sitzen im selben Boot. Sie haben geholfen, auch wenn sie dafür ihre eigenen Grenzen/Freizeit aufopfern mussten. Nicht schön, aber sehr häufig vorgekommen.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich habs auch mal erlebt, dass der Ton auch gegen ältere Kollegen lauter und rauer geworden ist. Da wird kein Unterschied gemacht.
Vorgesetztenverhalten
Schlecht. Häufiges Micromanagement & schlechte Projektkoordination, weil "Macher" von mehreren PMs gleichzeitig gebraucht wurden und komischerweise immer zu viele Projekte auf Prio 1 gesetzt werden. Dazu kommt noch, dass jeder Vorgesetzte eigene Vorstellungen von den Ergebnissen hat und standardisierte Vorlagen für die jeweiligen Aufgaben nicht immer richtig sind. War immer wieder überrascht, dass manche PMs eigene Aufschlüsselungen zusammengestellt haben und sie damit besser wegkamen, als mit den Muster-Dokumenten aus dem Vorlagen-Pool (die ich ja nutzen sollte). Ich hatte oft das Gefühl, dass Entscheidungen und Feedback willkürlich waren.
Arbeitsbedingungen
Man darf keine persönlichen Gegenstände auf den Tischen stehen lassen. Generell sah mein Arbeitsplatz mega trist aus. Ich verstehe ja, dass der Fokus auf der Arbeit liegen sollte, aber mein Arbeitsplatz war nicht einladend genug, dass ich mich gefreut hätte, jeden Tag ins Büro zu kommen.
Kommunikation
Unter Kollegen war gut, mit Chefetage sehr anstrengend
Interessante Aufgaben
Viele Projekte von namhaften Kunden, was ich klasse fand. Allerdings wird da auch viel People Pleased. Wenn Kunde sehr moderne Arbeitsweisen und von Worklifebalance erzählt, wurde das vom C-Level oft bestätigt, als würde es auch so in deren Agentur ähnlich gelebt werden. Was aber halt nicht stimmt. Richtig unangenehm, wenn man bei diesen Gesprächen dabei war ...
