Arbeitgeberbewertung nach fast drei Jahren im Vertrieb – leider ein Absturz in Slow Motion
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das professionelle und strukturierte Onboarding in den ersten Wochen sowie der moderne, agile Einsatz digitaler Tools. Auch der Zusammenhalt auf kollegialer Ebene in den Startphasen war positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die erdrückende operative Realität aus unrealistischen Verkaufszielen, unvorbereiteten Terminen, überforderten Führungskräften und dem ständigen Druck. Das Aufbürden technischer Machbarkeitsprüfungen ohne Vorwissen, die hohe Fluktuation langjähriger Kollegen und das gegenseitige Bekämpfen der Abteilungen machen ein nachhaltiges Arbeiten unmöglich.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Fokus auf echte Führung und Struktur statt auf reinen Druck und Management-Ping-Pong. Die Terminqualifizierung muss technisch fundiert sein, um massenhafte Leerfahrten und Fehleinschätzungen im Außendienst zu verhindern. Zudem sollten interne Prozesse so optimiert werden, dass die Mitarbeiter entlastet statt verheizt werden
Arbeitsatmosphäre
Ein ständiger, erdrückender Druck prägt den Alltag. Statt eines Miteinanders herrscht ein nervöses ‚Wir gegen die‘ zwischen den Abteilungen. Wer hier arbeitet, brennt über kurz oder lang aus
Image
Die glänzende Fassade hält der Realität nicht stand. Die massive Fluktuation und der Weggang langjähriger Mitarbeiter sprechen eine deutliche Sprache über den Zustand der Firma
Work-Life-Balance
Massive Überstunden, ständiger Stress und völlig realitätsfremde Erwartungen zerstören jegliche Balance. Die private Freizeit bleibt auf der Strecke.
Karriere/Weiterbildung
Keinerlei echte Perspektiven. Interne Seminare und Zielsysteme wirken wie wirkungsloses ‚Gerede‘ ohne realen Nutzen für die berufliche Entwicklung
Gehalt/Benefits
Ziele sind unrealistisch hoch angesetzt, weshalb Bonuszahlungen kaum erreichbar sind. Versprochene Events oder Benefits fallen regelmäßig ersatzlos aus
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen wird die Energiewende gefeiert, intern wird massiver Raubbau an den eigenen Mitarbeitern betrieben. Das Wohl der Belegschaft steht weit hinter reinen Investoreninteressen
Kollegenzusammenhalt
Auf unterster Ebene hält man zwar zusammen, um das Chaos zu bewältigen, aber strukturell arbeiten die Abteilungen (Vertrieb, Handwerker, Qualifizierung, Management) offen gegeneinander
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang unter den Kollegen war im Team stets respektvoll, allerdings zeigt das gesamte System vor allem bei älteren oder erfahreneren Kräften durch den enormen Druck und die mangelhaften Prozesse eine hohe Fluktuation.
Vorgesetztenverhalten
Führung findet im operativen Alltag praktisch nicht statt. Teamleiter wirken wie überforderte ‚Schattenwesen‘ ohne echte Autorität, fachliche Kompetenz oder den Willen zur echten Unterstützung
Arbeitsbedingungen
Katastrophale Bedingungen im Außendienst: Völlig ungeeignete Termine, mangelhafte Vorqualifizierung und ständige Leerfahrten machen effizientes Arbeiten unmöglich.
Kommunikation
Nach außen hin modern, intern intransparent und chaotisch. Ziele werden ständig geändert, verschoben oder nebulös kommuniziert. Management-Ping-Pong statt klarer Richtlinien.
Gleichberechtigung
Hierbei gab es im Alltag weder positive noch negative Auffälligkeiten; der Fokus des Managements lag ohnehin primär auf der reinen Zielerfüllung statt auf struktureller Diversität.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabe an sich hätte Potenzial, wird aber durch chaotische Prozesse, mangelhafte Vorbereitung und das Aufbürden fachfremder technischer Risiken komplett entwertet