Früher: "Ehrlich. Mut. Helfen" - spürbar gelebt! Heute: "Scheinheilig. Selbstgerecht. Unberechenbar."
Gut am Arbeitgeber finde ich
Erfolge werden gebührend gefeiert, auch wird Lob (meistens) gegeben.
Die zusätzliche Krankenversicherung ist top, auch sonst werden Aufwände ordentlich kompensiert. Arbeitsschutz wird groß geschrieben.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führungsebene kann keine Fehler eingestehen.
Man klopft sich angesichts schöner Präsentationen gegenseitig in der GL auf die Schulter, während es auf der Arbeitsebene nur noch brodelt.
Dort wird diktiert und dirigiert bis zum Äußersten. Mikrocontrolling statt Vertrauen.
Auf erfahrene und hochqualifizierte Mitarbeiter wird nicht gehört, da muss man sich für jedes Thema erst einmal einen (oder einen ganzen Trupp) externe(n) Berater holen, die (angesichts des Honorars breit grinsend) der GF erzählen, was sie ohnehin schon wissen müsste. Die Empfehlungen der Berater sind dann später auch die Basis für unbequeme Entscheidungen, man braucht ja einen Sündenbock.
Geld verbrennen par excellence...
Verbesserungsvorschläge
Mehr internes Know-How nutzen, schließlich bezahlt ihr doch dafür.
Viel öfter und regelmäßig Auge und Ohr an die Basis halten und nicht nur auf die vielfach gefilterten und geschönten Darstellungen der Führungskräfte hören.
Kritik wirklich ernst nehmen und annehmen statt davor zu flüchten!
Seid froh, dass Ihr noch Mitarbeiter habt, die über den Tellerrand schauen und für andere mitdenken und helfen, und somit den Kahn über Wasser halten. Wenn man jedoch darauf hinsteuert, nur noch gehorsam im Takt paddelnde, mit Scheuklappen ausgestattete Mitarbeiter zu haben, braucht man sich über ausbleibende Erfolge und Schiffbruch nicht mehr wundern.
Arbeitsatmosphäre
Zwischen lähmender Angst und verständnislosem Kopfschütteln ist aktuell alles drin...
Wer aufmuckt, könnte der nächste sein, der die Tür von außen zumacht.
Image
Früher Erstklassig und weitreichend bekannt und beliebt.
Davon ist heute kaum noch etwas übrig, auch wenn Facebook-Videos es wöchentlich anders suggerieren mögen.
Da hilft auch das Auskehren des ach so christlichen Weltbildes auf Dauer nicht.
Wenn der überaus aktive Betriebsrat mit am Tisch sitzt, wird Verständnis vorgegaukelt. Ohne ihn kommt dann das wahre Gesicht zum Vorschein.
Work-Life-Balance
Abhängig von Vorgesetztem und Abteilung, aber insgesamt gut.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung findet nur noch in dem Maße statt, wie es dem immer weiter reduziertem Handlungsspielraum dienlich ist. Software wird entweder ein halbes Jahr vor Aktivierung geschult oder im Alltagsstress mit sog. Multiplikatoren. Ergebnis: Entweder hat man die Hälfte vergessen oder man lernt nur die Hälfte "on-the-run", beides ineffizient.
Das vor 3 Jahren geschaffene Laufbahnkonzept wird so zurecht gebogen und verargumentiert, wie es den jeweiligen disziplinarischen Vorgesetzten in den Kram passt. Ein zusätzliches Instrument, um die ohnehin nicht nachvollziehbaren Gehaltsvorgaben noch intransparenter zu machen.
Gehalt/Benefits
Sozialleistungen in Ordnung, aber auch nicht mehr sonderlich aus der Masse herausstechend. Gehalt absolut Intransparent und mittlerweile nicht mehr wettbewerbsfähig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Erscheint oft eher als Marketing-Mittel als dass sich da wirklich jemand drum schert. Aber solange noch gespendet wird, ist das Gewissen beruhigt.
Kollegenzusammenhalt
Bestens, leider ist das aber anscheinend nicht mehr in allen Abteilungen gewollt. Es wird offensichtlich überall ein Keil reingetrieben, wo es bislang noch übergreifend Hand in Hand lief. Konkurrierende Vorgaben fördern interne Abgrenzung und Scheuklappen-Mentalität. Dabei wollte man eigentlich ein "Silo"-Denken abschaffen.
Umgang mit älteren Kollegen
War bislang gut, aber nun werden die Alten und Erfahrenen hinaus getrieben oder in Frührente geschickt...
Vorgesetztenverhalten
Es gibt nur noch wenige Vorgesetzte, die wirklich als Vorbild führen und nachvollziehbare Entscheidungen treffen.
Die meisten sind nur noch der verlängerte Arm zum Druck aufbauen, Bewertungen zu drücken und noch mehr als ohnehin zu demotivieren.
Den eigenen Kittel sauber zu halten ist mancher Führungskraft das Wichtigste.
Arbeitsbedingungen
Bis auf die zuvor genannte Atmosphäre gibt es an den Bedingungen eigentlich nichts auszusetzen. Alles ist sicher und modern ausgestattet.
Aber:
Nichts hat lange Bestand, ständig wird mit massiven internen Ressourcen die Organisation auf links gedreht oder Software ersetzt bzw. "optimiert". Die noch halbwegs durchblickenden und willigen MA kriechen auf dem Zahnfleisch, richtig verstehen und bedienen kann kaum noch jemand etwas. Deshalb wird dann immer wieder auf die bekannten Alternativen ausgewichen und das Potential des Neuen nie wirklich ausgeschöpft. Aber Hauptsache, man mischt überall ganz vorne mit und kann sich ins rechte Licht drehen...
Kommunikation
Wenn´s um Gehälter geht, sind die Aussichten in der Innendarstellung düster, wenn´s um Pushen der sich überschlagenden internen Projekte geht, sind sie klar und sonnig.
Der Flurfunk eilt jeder offiziellen Kommunikation voraus.
Gleichberechtigung
Weibliche Führungskräfte sind selten. Die bislang gesammelten Erfahrungen leider nicht wirklich positiv. Wer das richtige Gebetsbuch hat, ist grundsätzlich schon mal besser gestellt als die anderen.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich interessant, da technisch sehr anspruchsvoll!
Überschattet von Vorgaben, die das Mitdenken abschalten.

