Nur noch ein Schatten seiner selbst
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt selbst ist echt solide und qualitativ richtig gut.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Willkür hier ist echt heftig. Es wird gelogen, Leute werden gegeneinander ausgespielt, und am Ende versucht jeder nur irgendwie durchzukommen. Wenn etwas offiziell als „falsch“ oder „übertrieben“ dargestellt wird, kann man meistens davon ausgehen, dass es eher stimmt oder sogar noch schlimmer ist.
Verbesserungsvorschläge
Man sollte endlich anfangen, auf die Leute zu hören, die man extra ins Unternehmen holt. Es bringt absolut nichts, neue Mitarbeitende einzustellen und sie dann rauszuwerfen, sobald sie nicht genau das sagen, was die oberste Etage hören will. Das habe ich in meiner Zeit viel zu oft mitbekommen, und kein Wunder, dass man sich dadurch ständig im Kreis dreht.
Hier wird einfach kaum jemandem wirklich vertraut, und so kann man langfristig halt auch keinen echten Erfolg erwarten.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hängt extrem davon ab, in welchem Team man landet. Sobald man das Gebäude betritt, merkt man allerdings schnell, dass die Grundstimmung insgesamt ziemlich mies ist. Viele wirken unzufrieden, frustriert und teilweise echt verunsichert. Es gibt ein paar Teams, in denen es besser läuft und die Stimmung entspannter ist, aber das sind eher Ausnahmen.
Image
Also das Unternehmen ist gefühlt nur noch ein Schatten seiner selbst. Was mal wirklich ikonisch war ist heute schon fast irgendwie belanglos geworden. Es wird krampfhaft versucht am alten Erfolg anzuknüpfen, aber das funktioniert vorne und hinten nicht. Viele Leute aus der Umgebung mit denen man spricht hören nur schlechtes über die Arbeitsverhältnisse in Lauf. In den Stores ist es glaube ich nochmal ein bisschen anders.
Work-Life-Balance
Die Home-Office-Regelungen waren eine Zeit lang ziemlich flexibel, wurden jetzt aber fast komplett zurückgefahren, angeblich um das Business zu pushen. Man kann zwar noch von zu Hause arbeiten, aber nur donnerstags und freitags. Ist okay, aber könnte deutlich flexibler sein. Man merkt einfach, dass der Eigentümer Home Office überhaupt nicht gut findet und es am liebsten ganz streichen würde.
Bei meinem Chef sieht man extrem, dass er praktisch ständig erreichbar sein muss, egal wo. Finde ich schon heftig. Für normale Mitarbeiter ist es etwas entspannter, aber je nach Vorgesetztem wird der Druck trotzdem direkt weitergegeben. Im Büro gibt es immerhin ein echt gutes Gym, was definitiv ein guter Ausgleich ist.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Nachhaltigkeit passiert schon ein bisschen was, aber es ist in der Branche generell schwierig, weil praktisch alles einzeln in Plastik verpackt ist. Da kommt man nicht wirklich weit.
Sozialbewusstsein ist dagegen kaum vorhanden. Klar, das Unternehmen macht bei Aktionen wie dem RTL-Spendenmarathon mit, aber für die eigenen Leute passiert fast nichts. Die Fluktuation spricht da schon für sich. Es kommt immer wieder vor, dass Mitarbeitende ganz plötzlich gehen müssen, ohne dass es für Außenstehende irgendwelche nachvollziehbaren Gründe gibt. Kann natürlich sein, dass intern mehr dahintersteckt, aber wenn es so häufig passiert, sollte man sich schon fragen, ob im Recruiting irgendwas schief läuft oder ob das rein nach Nase geht.
Karriere/Weiterbildung
Wenn man einen guten Dragt zu den richtigen Leuten hat, dann kann man durchaus was erreichen. Ansonsten eher weniger.
Kollegenzusammenhalt
In meinem eigenen Team war der Zusammenhalt echt okay. Aber es gibt auch Bereiche, in denen die Leute gar nicht miteinander klarkommen. Da wird dann teilweise komplett nach Sympathie entschieden, je nachdem, wen der Vorgesetzte gerade mag. Die Unterschiede zwischen den Teams sind auf jeden Fall ziemlich heftig.
Vorgesetztenverhalten
Das Thema Führung ist hier echt schwierig. Die ganze Struktur ist so gebaut, dass die Führungskräfte jederzeit für die Geschäftsführung verfügbar sein müssen. Dadurch bleibt für die eigenen Teams oft kaum Raum. Mit meinem eigenen Chef kam ich immer gut klar, aber wenn man sich mit anderen Kollegen unterhält, hört man echt krasse Geschichten.
Weiterbildung für Führungskräfte gibt es praktisch gar nicht. Jeder macht einfach das, was er persönlich für richtig hält. Ob jemand geeignet ist oder nicht, fällt dann im Alltag auf. Aber wirklich kümmern tut sich niemand darum.
Arbeitsbedingungen
Das Headquarter an sich ist echt ein schönes Gebäude, aber man merkt mittlerweile, dass es älter wird. Vor allem die Technik ist ziemlich outdated und das macht das Arbeiten teilweise echt unproduktiv.
Die Kantine ist auf jeden Fall gut.
Kommunikation
Wie gut die Kommunikation läuft, hängt komplett vom Bereich und vom jeweiligen Chef ab. Wirklich feste Strukturen oder klare Kanäle gibt es eigentlich nicht. Meistens läuft alles über E-Mails oder Teams-Nachrichten, und vieles muss man sich selbst zusammensuchen. Oft erfährt man Infos eher zufällig, und wenn man mal etwas nachfragt, bekommt man nicht immer eine Antwort. Viele halten ihre Infos lieber für sich, als wäre das irgendein Vorteil.
Die angeblich regelmäßigen Townhalls habe ich in meinen Jahren kein einziges Mal gesehen. Und wenn es dann doch mal eine größere Runde bei zum Beispiel einer Betreibsversammlung gab, war das selten wirklich motivierend, wenn man sich vom Eigentümer als faul bezeichnen lassen muss.
Gehalt/Benefits
Geht natürlich immer mehr, aber ich kam klar.
Interessante Aufgaben
Jeder macht halt so vor sich hin und viele ducken sich runter, damit sie ja nciht auffallen. Ob positiv oder negativ ist in dem Fall egal.