Rundum enttäuschende Erfahrung – keine Empfehlung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Benefits
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alles andere
Verbesserungsvorschläge
Meine Bewertung spiegelt alles wieder, sodass die Realität deutlich aufgezeigt wird
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre leidet massiv unter dem Zustand der technischen Infrastruktur. Es wird überwiegend mit stark veralteten Anlagen gearbeitet, bei denen der Modernisierungsbedarf offensichtlich ist. Investitionen in zeitgemäße Technik waren aus meiner Sicht nicht erkennbar.
Defekte gehören eher zum Alltag als zur Ausnahme. Reparaturen erfolgen – wenn überhaupt – oft nur oberflächlich oder provisorisch, sodass Probleme kurze Zeit später erneut auftreten. Nachhaltige Lösungen scheinen keine Priorität zu haben. Das führt zu Frustration,Arbeitsunfällen und permanentem Improvisationsdruck im Arbeitsalltag.
Auch bei den Betriebsmitteln zeigt sich ein ähnliches Bild: Werkzeuge fehlen teilweise komplett oder sind in einem stark abgenutzten Zustand. Neuanschaffungen finden nach meinem Eindruck kaum statt. Statt effizient arbeiten zu können, ist man regelmäßig damit beschäftigt, sich irgendwie zu behelfen.
Insgesamt entsteht dadurch ein Arbeitsumfeld, das wenig professionell wirkt und den Eindruck vermittelt, dass notwendige Investitionen in Infrastruktur und Ausstattung systematisch zurückgestellt werden – zulasten der Mitarbeitenden und eines reibungslosen Betriebs.
Image
Man will den Mitarbeitenden eintrichtern das die Firma THOR einen vergleichbaren Status mit dem nordischen Gott der Marvel Saga gleichzieht
Work-Life-Balance
Von einer ausgewogenen Work-Life-Balance kann aus meiner Sicht keine Rede sein. Das 6-Tage-Vollkonti-Modell führt dazu, dass faktisch kaum echte Erholungszeit bleibt. Nach der Nachtschicht geht ein freier Tag bereits allein durch notwendiges Ausschlafen und Regeneration verloren. Dadurch reduziert sich die ohnehin knappe Freizeit nochmals erheblich.
Die Arbeit selbst empfinde ich sowohl körperlich als auch – noch stärker – psychisch als sehr belastend. Die Kombination aus Schichtsystem, hoher Verantwortung, technischen Problemen und dauerhaftem Improvisationsdruck zehrt spürbar an den Kräften. Eine nachhaltige Erholung zwischen den Schichtblöcken war für mich kaum möglich.
Langfristig entsteht dadurch der Eindruck, dass man kontinuierlich über die eigenen Belastungsgrenzen hinaus arbeitet. Für mich fühlte es sich nicht wie ein ausgewogenes Arbeitsverhältnis an, sondern wie ein permanentes „Durchhalten“. Wer Wert auf planbare Freizeit, Erholung und psychische Entlastung legt, wird hier aus meiner Erfahrung große Schwierigkeiten haben.
Karriere/Weiterbildung
Versprochen wird viel, umgesetzt wird nichts. Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten existieren nach meiner Erfahrung praktisch gar nicht.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt aus meiner Sicht über dem Durchschnitt im Vergleich zu großen Unternehmen wie BASF. Gleichzeitig bietet das Unternehmen ein überzeugendes Sozialpaket: Alters- und Sterbevorsorge sind gut organisiert, und Mitarbeitende erhalten kostenlose Verpflegung – auch wenn die Qualität des Essens nicht immer zufriedenstellend ist.Allerdings fällt auf, dass neue Mitarbeitende gezielt niedriger eingestuft und vergleichsweise „billig“ eingestellt werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein im Unternehmen erscheint aus meiner Sicht stark unzureichend. Die Abfall- und Containerwirtschaft ist teilweise extrem nachlässig organisiert. Chemikalienbenetzte Container werden häufig außerhalb gelagert, viele davon stark verrostet. Durch Regen besteht nach meiner Wahrnehmung ein ernsthaftes Risiko, dass Chemikalien in das Grundwasser gelangen.Zudem habe ich in mehreren Gebäuden Pulvereintrag beobachtet. Aufgrund dauerhaft geöffneter Fenster gelangen laut meiner Erfahrung auch dabei potenziell gesundheitsschädliche oder erbgutschädigende Stoffe in die Umgebungsluft. Solche Zustände vermitteln den Eindruck, dass Sicherheits- und Umweltrichtlinien nur unzureichend umgesetzt werden und weder Mitarbeitende noch Umwelt ausreichend geschützt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt innerhalb der direkten Teams ist grundsätzlich das, was den Arbeitsalltag überhaupt noch tragbar macht. Viele Mitarbeitende unterstützen sich gegenseitig, helfen unkompliziert aus und halten im operativen Bereich zusammen. Ohne diesen internen Zusammenhalt wäre die tägliche Arbeit deutlich schwieriger zu bewältigen.
Gleichzeitig habe ich die Stimmung insgesamt als überwiegend negativ wahrgenommen. In Gesprächen mit zahlreichen Kolleginnen und Kollegen wurde häufig Unzufriedenheit geäußert – sei es über Arbeitsbedingungen, Organisation oder den Umgang seitens der Führung. Der Eindruck entstand für mich, dass viele ihre Arbeit eher aus Pflichtgefühl als aus Motivation ausüben.
Die Motivation wirkte in meinem Umfeld häufig gering, und es entstand das Gefühl, dass sich viele eher „durch den Tag arbeiten“, anstatt mit echter Perspektive oder Zufriedenheit ihrer Tätigkeit nachzugehen. Der Zusammenhalt untereinander scheint weniger aus Begeisterung für das Unternehmen zu entstehen, sondern vielmehr aus einer gemeinsamen Bewältigung schwieriger Rahmenbedingungen.
Insgesamt basiert der Kollegenzusammenhalt aus meiner Sicht stark auf gegenseitiger Unterstützung.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren oder langjährigen Mitarbeitenden ist aus meiner Sicht problematisch. Langjährige Beschäftigte werden offenbar nicht geschätzt, wenn es um Abwesenheiten oder krankheitsbedingte Ausfälle geht. Ein besonders negatives Beispiel aus meiner Erfahrung ist ein Mitarbeiter mit über 25 Jahren Betriebszugehörigkeit, der aufgrund von Krankheitstagen gekündigt wurde. Solche Entscheidungen vermitteln ein Gefühl von Gleichgültigkeit gegenüber Loyalität und Erfahrung.
Für mich entsteht dadurch der Eindruck, dass persönliche Leistung, Erfahrung und langjährige Treue kaum berücksichtigt werden. Statt Wertschätzung oder Unterstützung zu zeigen, werden Mitarbeitende bei Problemen schnell als Belastung wahrgenommen. Das wirkt demotivierend – nicht nur für ältere Kollegen, sondern für das gesamte Team, das die Konsequenzen solcher Entscheidungen direkt miterlebt.
Insgesamt vermittelt das Unternehmen für mich den Eindruck, dass Mitarbeitende austauschbar sind und langfristige Bindung oder Fürsorge gegenüber langjährigen Beschäftigten keine Rolle spielt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich als praktisch nicht existent erlebt. Aus meiner Sicht fehlt es vollständig an aktiver Führung, Orientierung und Verantwortungsübernahme im Tagesgeschäft. Viele Entscheidungen oder Probleme werden weitgehend sich selbst überlassen.
Besonders auffällig war für mich die Präsenz im Betrieb: Der Meister saß regelmäßig in seinem Büro, lag im Stuhl und nutzte sein Handy, während der Betrieb lief. Eine echte Steuerung oder Unterstützung vor Ort war praktisch nicht spürbar. Auch der Produktionsleiter war nach meiner Wahrnehmung kaum im Betrieb zu sehen, sodass die Mitarbeitenden oft ohne jegliche Rückmeldung oder Hilfestellung arbeiten mussten.
Hinzu kommt, dass viele Meisterstellen mit Personen besetzt sind, die nach meinem Eindruck nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Das wirkt sich zusätzlich auf die Qualität der Führung aus und trägt zu Unsicherheit und Frustration im Team bei.
Wer welche Leistung erbringt, welche Probleme bestehen und wie belastend der Alltag ist, schien für die Vorgesetzten kaum relevant zu sein. Unterstützung, Vorbildfunktion oder echtes Interesse an den Mitarbeitenden waren nicht vorhanden
Arbeitsbedingungen
Wie oben bereits erwähnt sind die Bedingungen schlecht. Alte Anlagen die heruntergwirtschaftet werden, kaputte Betriebsmittel die zu zahlreichen Arbeitsunfällen führen und nicht aushaltbare Abläufe in den Produktionsverfahren.
Kommunikation
Die Kommunikation mit der Führungsebene habe ich als äußerst frustrierend erlebt. Anliegen, Hinweise oder Verbesserungsvorschläge werden aus meiner Erfahrung kaum ernsthaft aufgenommen. Selbst wenn Gespräche stattfinden, entsteht häufig der Eindruck, dass Inhalte entweder nicht weiterverfolgt oder schlicht wieder vergessen werden.
Konstruktive Vorschläge aus der Belegschaft führen nach meinem Eindruck selten zu greifbaren Veränderungen. Statt konkreter Lösungen erhält man häufig wenig durchdachte oder praxisferne Antworten, die das eigentliche Problem nicht lösen. Das hinterlässt das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden.
Ein offener, lösungsorientierter Austausch auf Augenhöhe war für mich nicht erkennbar. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass Kritik zwar angehört, aber nicht wirklich gewünscht ist. Das wirkt sich nachhaltig demotivierend aus.
Positiv hervorheben kann ich lediglich die Kommunikation innerhalb der eigenen Schicht. Dort funktioniert der Austausch in der Regel gut und kollegial. Über die Schichtgrenzen hinaus – insbesondere Richtung Führungsebene – bricht diese Qualität jedoch aus meiner Sicht deutlich ab.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung war kein Thema
Interessante Aufgaben
Von interessanten oder abwechslungsreichen Aufgaben kann aus meiner Erfahrung keine Rede sein. Die Arbeit besteht überwiegend aus sehr einfachen, routinemäßigen Tätigkeiten, die strikt nach Checkliste erledigt werden. Selbst grundlegende Arbeitsschritte wirken so standardisiert, dass sie theoretisch von praktisch jedem erledigt werden könnten. Anspruch oder kreatives Mitdenken werden kaum gefordert.
Hinzu kommt, dass die Checklisten selbst oft veraltet oder unvollständig sind. In vielen Situationen ist Improvisation notwendig, weil niemand die Unterlagen überprüft oder aktualisiert. Dies führt nicht nur zu Unsicherheit im Arbeitsablauf, sondern vermittelt auch den Eindruck, dass Qualität und kontinuierliche Verbesserung hier keine Priorität haben.
Insgesamt empfinde ich die Arbeit als repetitiv, wenig motivierend und kaum entwicklungsfördernd. Wer Wert auf abwechslungsreiche Aufgaben, echte Verantwortung oder die Möglichkeit hat, eigene Ideen einzubringen, wird hier aus meiner Sicht enttäuscht sein.