Kunden dürfen außergewöhnliches erwarten - Mitarbeiter nur, dass es zeitnah nicht besser wird
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich hatte das Glück die passenden Kollegen zu finden und zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Für mich ist THOR ein Arbeitsplatz geworden den ich jeden Tag motiviert aufsuche, allen Widrigkeiten zum Trotz.
- Generelle Benefits (Bezahlung, Altersvorsorge, Pflegeversicherung)
- Gute Erreichbarkeit (ÖPNV , Parkhaus mit ausreichen Stellplätzen)
- Sommerfest / Glühweinumtrunk zum socialising
- dass man nicht in der Kantine essen muss.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation muss dringend verbessert werden. Man hat als Mitarbeiter nicht das Gefühl, ein aktiver Teil der Firma zu sein. Gerade in der Produktion ist es absolut unverständlich, dass in Bereichen Personal gekündigt und freie Planstellen gestrichen werden, während gleichzeitig neue Produktionsgebäude gebaut werden, für die kein Personal da ist. Man rühmt sich damit, medienwirksam einen Spatenstich zu zelebrieren, der zeigen soll , dass der Standort Deutschland Zukunft hat, fährt aber gleichzeitig das Produktionspersonal auf Verschleiß. Ein Zeichen für die Zukunft wäre es genügend Personal zu haben, um überhaupt die bestehenden Kapazitäten voll auslasten zu können. Überschüssiges Personal könnte mit Inbetriebnahme neuer Gebäude so direkt wechseln, wäre mit den internen Vorgängen vertraut und müsste nicht erst im laufenden Produktionsbetrieb angelernt werden. Gerade im Anbetracht des demografischen Wandels und der ambitionierten Ziele der Firma sollte man damit schon längst begonnen haben. In diesem Zusammenhang müsste auch aktiver gesucht werden. Die kostenlose Kantine auf LinkedIn durch die Decke zu loben zählt da nicht dazu.
Verbesserungsvorschläge
- Kommunikation verbessern: Man muss Entscheidungen der Leitung nachvollziehen können.
- Arbeitszeitregelung aktiv kontrollieren: Der Firma entsteht erheblicher Schaden durch die noch immer extremen Pausenzeiten mancher Abteilungen
- Verbesserungsvorschläge ernst nehmen. Es gibt offene Verbesserungsvorschläge im System die bereits seit Monaten unbearbeitet herumliegen, welche innerhalb von wenigen Stunden getestet und entsprechend umgesetzt werden könnten. Hier wird Zeit, Geld und Potential verschwendet. Außerdem sendet das ein schlechtes Signal an die Ersteller, die teilweise ihre private Zeit opfern um Ideen auszutüfteln, die dann nicht beachtet werden. Thema Wertschätzung.
- Sicherheit vermitteln: Seit Jahren sinkt die Zahl der Produktionsmitarbeiter, Investitionen werden verschoben, fragwürdige Entscheidungen getroffen. Als langjähriger Mitarbeiter gibt einem das nicht das Gefühl zukunftssicher zu sein.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist generell gut, die Stimmung auf Schicht ist ausbaufähig. Die Firma ist föderalistisch aufgeteilt und so macht jeder Produktionsbereich sein eigenes Ding. So variiert auch das zu stemmende Produktionsaufkommen in jedem Bereich. Arbeitet man in einem strammer getakteten Gebäude drückt es mächtig auf die Stimmung, wenn andere Bereiche ständig nur vom Raucherplatz zum Aufenthaltsraum pendeln. Erhalten diese Gebäude Unterstützung ? Selten. Wenn es einmal der Fall ist das ausgeliehene Personal meist eh der Kaffeesatz und das ausleihende Gebäude ist froh sie los zu sein. Gemeinsame Regeln gibt es zwar, jedoch halten sich nicht alle daran. Die neu eingeführte Arbeitszeitenregelung wird von vielen Bereichen aktiv ignoriert. Hier fehlen die Kontrollen durch die Vorgesetzten gänzlich. Über die Jahre haben fast alle Produktionsbereiche Personal verloren (gekündigt, gegangen) und Ersatz gibt es kaum. Über Jahrzehnte existierende Stellen werden gestrichen und nicht wieder besetzt. Die Folge ist, dass weniger Personal die gleiche Arbeit erledigen darf. Förderlich für den Krankenstand ? Sicher nicht.
Kommunikation
Hat sich im Vergleich zu früheren Jahren stark verbessert, ist aber noch immer nur mittelmäßig. Erst seit kurzem wird im Rahmen von Townhall Meetings etwas über die Ausrichtung und Pläne der Firma für die Zukunft berichtet. Ansonsten rennt man allen Informationen hinterher. Was macht ein bestimmtes Ersatzteil ? Wann kommen die Rohstoffe ? Gerade was Umbauten, Projekte oder Verbesserungsvorschläge angeht dauert alles viel zu lange. Entscheidungen werden mittlerweile nur noch von England aus getroffen und lassen sich hier mangels entsprechender Erklärungen schlichtweg nicht nachvollziehen und sorgen für massives Unverständnis seitens Produktion.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der eigenen Schicht definitiv 5 Sterne. Zwischen den Schichten eher nur 2 Sterne. Wie in allen Firmen / Bereichen gibt es immer Quertreiber, denen es beispielsweise Spaß macht bei kleinsten Unschönheiten eloquent formulierte Beschwerde-Emails an die Vorgesetzten zu schreiben, deren Verfassung länger dauert als das Problem zu beseitigen. Nicht selten wird nach Fehlern gesucht und diese nur zu gerne weiterkommuniziert. Durch die schrumpfenden Schichten steigt die Belastung der einzelnen Mitarbeiter. Erschwerend kommt hinzu, dass neue (junge) Mitarbeiter oftmals eine extrem abweichende Arbeitseinstellung / Leistungsbereitschaft haben. Hier leidet die Firma darunter, dass die BASF alles abgreift was irgendwie taugt.
Work-Life-Balance
Dies betrifft ausschließlich den Produktionsbereich. Durch die Schichtarbeit leiden soziale Kontakte und die Gesundheit. Homeoffice ist keine Option. Dabei bleibt der Life-Anteil beim tariflich geregelten Urlaub und der eventuell zusätzlich genommenen Zukunftsfreistellung von 5 Tagen. Eventuell länger gearbeitete Zeit , z.B. für Übergaben wird zusätzlich mit Überzeit vergütet, welche dann entsprechend ebenfalls genommen werden kann. Positiv ist, dass auf eventuelle private Termine, beispielsweise bei Handwerkern oder bei nötiger Beaufsichtigung fürs Kind auch die Schicht gewechselt werden kann. Kurzfristiger Urlaub ist auf Grund der Produktionsplanung in den Gebäuden und dem knapp bemessenen Personal nur in Ausnahmefällen möglich.
Vorgesetztenverhalten
Auch hier wieder nur auf meinen Bereich bezogen. Meine Vorgesetzten sind stets professionell, die Stimmung ist grundsätzlich sehr gut. Nur die Kommunikation ist noch ausbaufähig. Gerade kurzfristig aufgekommene Aufgaben oder Anweisungen werden leider noch zu oft mündlich gegeben und können so untergehen. Da ich selbst eine Führungsposition inne habe kann ich sagen, dass vieles von dem Druck der von oben kommt bereits von uns abgefangen wird. Die Vorgesetzten sind stets erreichbar und haben ein offenes Ohr für eventuelle Anfragen.
Interessante Aufgaben
Bezogen auf meine Position kann ich mich nicht beklagen. Ich habe ein breites Aufgabengebiet und bestimme meinen Arbeitsalltag größtenteils selbst. Es gibt feste Inhalte die erledigt werden müssen , darüber hinaus kann ich mich eigenständig einbringen. Bezogen auf die Produktion an sich ist die Arbeit eher monoton. Es gibt zwar hunderte Produkte die hergestellt werden, doch die eigentliche Herstellung ist oftmals gleich. Einzige Abwechslung sind Produktion, Abfüllung oder Transporttätigkeiten.
Gleichberechtigung
Mir sind keine Fälle bekannt, in denen Frauen benachteiligt wären. In der Produktion sind Frauen generell unterrepräsentiert, was mitunter an der ständigen, körperlichen Belastung und der Schichtarbeit liegen dürfte. Diese ist einfach nicht sehr attraktiv.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen werden wertgeschätzt, ihr angehäuftes Wissen gerne genutzt. In höherem Alter wird ihnen zusätzlich Altersfreizeit gewährt. Bei der Personalplanung wird so gut es geht Rücksicht genommen und Wert darauf gelegt, dass die körperliche Belastung gering gehalten wird. Spezielle Programme oder Arbeitsplätze gibt es nicht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen variieren stark von Gebäude zu Gebäude. Grundsätzlich ist das meiste Handarbeit, Automatisierung findet sich nur in den Neuesten Gebäude. Benötigte Arbeitsmittel stehen zur Verfügung, für ausreichend und angebrachte PSA ist immer gesorgt. Der technische Stand ist betagt, aber funktionsfähig.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird auf Klima- und Umweltschutz geachtet. Hierzu zählen zum Beispiel
Elektrostapler, geplante PV-Anlagen, Verfahrensoptimierungen zur Einsparung von Energie , etc.
Gehalt/Benefits
Gehälter sind tariflich geregelt, zusätzliche Vergütung in Form einer monatlichen, freiwilligen Sonderzahlung möglich. Darüber hinaus gibt es eine Pflegezusatzversicherung für Familienmitglieder und eine Pensionskasse. Gehälter kommen immer pünktlich. Ein Stern Abzug, da die "Freiwillige" noch immer ein Nasenprämiensystem ist, welches nicht gute Leistung sondern gute Kontakte prämiert.
Image
Da ich nicht weiß wie das Image der Firma in der Öffentlichkeit ist, kann ich nur beurteilen wie die Mitarbeiter darüber denken. Hier hat das Image in den letzten Jahren auf jeden Fall stark gelitten.
Karriere/Weiterbildung
Aktuell nur bedingt möglich. In Frage kommenden Positionen sind auf absehbare Zeit besetzt, sodass die Firma berechtigterweise wenig Interesse daran hat, ihren Mitarbeitern Weiterbildungen zu bezahlen, die ihr keinen Benefit einbringen. In der Vergangenheit waren verschiedene Förderungen, von Freistellungen über Schichtwechsel sowie die Übernahme der Weiterbildungskosten möglich. Sternabzug dafür , dass vor Kurzem mehrere interessante Stellen in gehobener Position komplett extern besetzt wurden, obwohl es etliche, qualifizierte, interne Bewerber gab.