Die Luft ist raus...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist ein Highlight, die Produkte und deren Anwendungsmöglichkeiten bei den Endkunden zu erleben ist sehr befriedigend.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wo soll ich anfangen? Mittlerweile eigentlich alles, was mit der Führung dieses Unternehmens einhergeht. Die Marke Bilstein wird seit 3 Jahren kontinuierlich zerstört. Katastrophale Strategie-Entscheidungen führten zu Verlusten und schlussendlich zu Entlassungen.
Die Wahrung der eigenen Pfründe ist erste GF-Pflicht geworden, fancy-Jobtitle ist wichtiger, als echte Kompetenz. Manche merken auch immer noch nicht, dass das hohe Ross, auf dem sie sitzen, längst gestorben ist.
Verbesserungsvorschläge
- Weniger Mikromanagement und echte Führungskompetenz in den Abteilungsleiter- und Geschäftsführer-Ebenen einsetzen. Ein verdienter und fachlich hervorragender Entwicklungsingenieur ist nicht zwangsläufig die Beste Besetzung für eine Abteilungsleitung.
- Entscheidungsprozesse schneller und transparenter machen, gerade bei kleineren Investitionen oder Änderungen dauert es viel zu lange und die finale Entscheidung wird ohne Begründung kommuniziert
- Statt 20 Task-Forces pro Woche, in denen doch nur der status-quo abgefragt wird, echte Hilfestellung für die Teams durch z.B. Priorisierung von Ressourcen
Arbeitsatmosphäre
Auf Arbeits- und gleicher Hierarchie-Ebene super, Kommunikation mit dem Management ist dagegen wie beim preußischen Militär. In der Zusammenarbeit mit den Werken merkt man die Anspannung, hier geht es nicht immer kollegial zu.
Image
Image der Marke Bilstein ist immer noch hervorragend. Aber dagegen tut man seitens tk ja jetzt auch was mit der Umstrukturierung des Automotive-Segments und der Trennung von Bilstein OE und Aftermarkt. So wird die Marke nicht überleben (siehe Sachs unter ZF)
Work-Life-Balance
Das kommt auf den Fachbereich an, in der Regel funktioniert das aber ganz gut, auch wenn das Homeoffice wieder reduziert wurde. Für Ausnahmesituationen (Kind krank, Fahrzeug auf dem Weg defekt, Arztbesuche) findet sich immer eine zufriedenstellende Lösung.
Negativ ist die Erwartungshaltung und das "Vorleben" einiger Abteilungsleiter und "alter Hasen". Hier herrscht noch die Einstellung "wer keine 12 Stunden am Arbeitsplatz verbringt, hat den Tag verplempert". Bereitschaft zu spontanen Dienstreisen (z.T. Interkontinentalflüge mit weniger als 3 Tagen Vorlauf) wird kompromisslos vorausgesetzt.
Karriere/Weiterbildung
Karriere: Ohne Vitamin B läuft nichts.
Weiterbildung: Über das Konzerninterne Programm recht gut. Auch externe Seminare sind (sofern Budget vorhanden und Vorgesetzte überzeugt) möglich
Gehalt/Benefits
Insgesamt im Vergleich zu anderen Automotive-Firmen eher etwas zurückhaltender mit den Gehältern. Tarifangestellte haben es in Summe besser, als AT'ler.
Immerhin, über tk existiert eine sehr gute Betriebsrente und Gesundheitsversorgung (im HQ)
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach Außen natürlich Hui, aber in Realität eher nicht. Nachhaltigkeit ist nur ein Buzzword, soziale Kompetenz ist in der Führungsetage nicht vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Zusammenhalt ist über alle Fachbereiche auf Arbeitsebene und innerhalb der Teamleiter super. Hier sind diverse Freundschaften entstanden, die auch über die Betriebszugehörigkeit hinweg andauern.
Umgang mit älteren Kollegen
Das Alter spielt definitiv eine untergeordnete Rolle. Wenn Du in Deinem Fach kompetent bist, werden 55jährige genauso behandelt, wie 25jährige.
Vorgesetztenverhalten
In meinem Fall eine herbe Enttäuschung. Direkter Vorgesetzter und Abteilungsleiter sind fachlich absolut kompetent, aber als Führungskraft menschlich, organisatorisch und strategisch eine absolute Katastrophe.
Arbeitsbedingungen
im HQ (Essen) sehr gute Büro-Arbeitsplätze, Kantine und auf jedem Flur eine Küche mit kostenlosem Wasser und Kaffee. In den Werken weniger ergonomische Plätze und teils sehr altes Mobiliar.
Kommunikation
Die wichtigen Dinge werden zu spät und unvollständig in kommuniziert, wichtige Entscheidungen sind intransparent. Da helfen auch diverse Newsletter mit nichtssagenden Interviews o.ä. wenig.
Gleichberechtigung
In den technischen Bereichen überwiegen definitiv Männer. Die wenigen vorhandenen und sehr kompetenten Kolleginnen haben es oft schwer.
Interessante Aufgaben
Zu Anfang vielfältig und spannend, aber es wiederholt sich nach einiger Zeit alles nur noch ("Das haben wir immer so gemacht, das ist unser Standard!").

